{"id":10731,"date":"2026-02-24T22:00:21","date_gmt":"2026-02-24T21:00:21","guid":{"rendered":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=10731"},"modified":"2026-02-24T19:17:39","modified_gmt":"2026-02-24T18:17:39","slug":"sonderbeitrag-major-joseph-hollweck","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=10731","title":{"rendered":"Sonderbeitrag: Major Joseph Hollweck"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Joseph Hollweck wurde am 05.03.1867 in der bayerischen Stadt\u00a0 <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schillingsf%C3%BCrst\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schillingsf\u00fcrst<\/a> geboren. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Major im Stab des II. Bataillons des 6. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments, war aber eigentlich vom 21. bayerischen Infanterie-Regiment dorthin abgeordnet. Am 20.08.1914 fiel er im Alter von 47 Jahren w\u00e4hrend der Schlacht in Lothringen bei <a href=\"https:\/\/maps.app.goo.gl\/i2G3d76t7M9nyZ9i6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Angweiler<\/a> (franz\u00f6sisch: Angviller-l\u00e8s-Bisping), einem Ortsteil der Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Belles-For%C3%AAts\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Belles-For\u00eats<\/a>.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Major Joseph Hollweck berichtet die Regimentsgeschichte des 6. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<p>Schon am 18. August hatten Teile der 1. Reserve-Division im sieg-<br \/>\nreichen Gefecht bei Mittersheim die Probe auf ihre Kriegst\u00fcchtigkeit able-<br \/>\ngen d\u00fcrfen. Am folgenden Tage mu\u00dfte das 1. Res.Korps die L\u00fccke<br \/>\nzwischen dem I. b. A.K. bei Saarburg und dem preu\u00df. XXI. A.K. bei<br \/>\nLauterfingen ausf\u00fcllen. Zu diesem Zwecke r\u00fcckte die 5. Res.Div. \u00fcber<br \/>\nWiebesweiler nach Insweiler und schob die Vorhut*) noch gegen den<br \/>\nSalinentantal zwischen Lauterfingen und Mittersheim vor. F\u00fcr den 20.,<br \/>\nden Tag des allgemeinen Angriffs der 6. Armee Kronprinz Rupprecht,<br \/>\nerhielt G.d.I. Ritter von Fasbender den Auftrag, mit seinem<br \/>\nKorps die linke Flanke des preu\u00df. XXI. A.K. zu decken und einen Durch-<br \/>\nbruch des Feindes durch die Waldungen beiderseits Mittersheim zu ver-<br \/>\nhindern. Er entschlo\u00df sich, diesen schweren Auftrag angriffsweise zu l\u00f6sen.<br \/>\nDer Kommandeur der 5. Res.Div., mit der Aufgabe betraut, \u00fcber Hoffnung -Bisping auf Germingen\u2013Freiburg vorzusto\u00dfen, beabsichtigte, durch den<br \/>\nausgedehnten Forst von Albersdorf bis Angweiler nur die n\u00f6rdlich<br \/>\nLauterfingen stehende Vorhut vorzutreiben, die 11. R.J.B. dagegen in das<br \/>\nfreie Gel\u00e4nde bei Hoffnung und Rohrbach zu werfen.<\/p>\n<p>Unser Regiment, in den fr\u00fchesten Morgenstunden des 20. unerwartet<br \/>\nalarmiert und in Marsch gesetzt, wird als Reserve der Division zun\u00e4chst<br \/>\nin die Mulde n.\u00f6. H\u00f6he 251 n.\u00f6. Lauterfingen befohlen. \u201eBei dem<br \/>\nVormarsch dorthin, s\u00fcdlich Insweiler, kommt ein Trupp fl\u00fcchtender<br \/>\nEinwohner mit allen Anzeichen der Angst und des Entsetzens vor\u00fcber,<br \/>\nbepackt mit B\u00fcndeln, mit Kindern, Kinderwagen und Handkarren. Die<br \/>\nH\u00e4user zeigen vielfach Gescho\u00df-Spuren und Verw\u00fcstungen durch die<br \/>\nzur\u00fcckgegangenen Franzosen. Ein Meldereiter sprengt \u00fcber die H\u00f6he,<br \/>\nSchrapnells platzen \u00fcber ihm, die ersten Gr\u00fc\u00dfe des nahen Gegners.<br \/>\nW\u00e4hrend in dem Walde \u00f6stlich der Marschstra\u00dfe durch das dichte<br \/>\nUnterholz etwas Luft geschafft wird, nehmen die Feldgeistlichen<br \/>\nGelegenheit zu erhebenden und ergreifenden Ansprachen an das<br \/>\nversammelte Regiment. In dem Sonnenschein lauschen die M\u00e4nner der<br \/>\nkurzen, aber z\u00fcndenden Predigt des Divisionsgeistlichen Hoessler, innig<br \/>\nergriffen herrscht nach dem Rollen des Artillerie- und Infanteriefeuers<br \/>\nheilige Stille, um den Drang, nun endlich selbst mitk\u00e4mpfen, alles<br \/>\ngeschwellt von dem Gef\u00fchl, nun endlich selbst mitk\u00e4mpfen und mitziehen<br \/>\nzu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Gegen 9\u00b3\u2070 Uhr r\u00fcckt das Regiment gegen Lauterfingen, vor\u00fcber an vielen<br \/>\nToten, meist Franzosen, auch Gefangenentrupps marschieren vorbei. Das Regiment erh\u00e4lt nunmehr Befehl, \u00f6stlich an Rohrbach vorbei,<br \/>\nverst\u00e4rkt durch zwei Batt. des R.F.A.R. 5, zur Entlastung des im Forst<br \/>\nAlbersdorf schwer ringenden R. 7 auf Angweiler vorzugehen. Gegen<br \/>\n13 Uhr hatte das Regiment Rohrbach erreicht. Das III. Batt., durch<br \/>\nandere Truppen auf der Anmarschstra\u00dfe abgedr\u00e4ngt, war nach Hoffnung<br \/>\nabgekommen. Der Regimentskommandeur befiehlt nunmehr: \u201eI.\/R.6<br \/>\nbeiderseits entlang der Stra\u00dfe Rohrbach\u2013Angweiler, II.\/R.6 rechts davon<br \/>\nRichtung Angweiler zun\u00e4chst den Wald absuchen und s\u00e4ubern, rechts<br \/>\nAnschlu\u00df an Brigade Reuter, links Verbindung mit R.7 suchen. Weiteres<br \/>\nVorgehen gegen Angweiler erst auf Befehl.<\/p>\n<p>Da das III. Batt. fehlte, stellten sich auf Anrufen das I. und II. Batt.<br \/>\nR.10 als Reserve zur Verf\u00fcgung, um sp\u00e4ter in der L\u00fccke zwischen<br \/>\nunserem linken Fl\u00fcgel und R.7 einzugreifen. Die beiden zur Verf\u00fcgung<br \/>\nstehenden Batt. erhielten den Auftrag, s\u00fcdlich des Waldes aufzufahren<br \/>\nund zur\u00fcckgehenden Gegner unter sechsten Batl. das Feuer. Angweiler war vom Feinde besetzt. Das I. Bat. gliederte sich zum Angriff folgendermassen: 2. Kp. in vorderster Linie, 3. und 4. Kp. in 2. Linie, 4. Kp. rechts gestaffelt. Nachdem 1 Zug der<br \/>\n2. Kp. den Waldrand nordwestl. Angweiler erreicht hatte, er\u00f6ffnete er das<br \/>\nFeuer, links wurden nunmehr 2 Z\u00fcge der 1., rechts 2 Z\u00fcge der 3. Kp.,<br \/>\nzuletzt noch die 4. Kp. eingesetzt. Nach Nachlassen des Artilleriefeuers<br \/>\nwurde der Angriff vorgetragen, auch das II. Batl. rechts vom I. eingesetzt.<br \/>\nDie M.G.K. folgte den Sch\u00fctzen des I. Batl. s\u00fcdlich der Stra\u00dfe<br \/>\nRohrbach\u2013Angweiler.<\/p>\n<p>Die Sch\u00fctzenlinien arbeiteten sich wie auf dem<br \/>\nExerzierplatz an den Feind heran<\/p>\n<p>Major Hollweck, Kommandeur des II. Bataillons, war bei der enth\u00fcllten Fahne seines Bataillons, die das feindliche Artilleriefeuer auf sich zog, gefallen, der Fahne selbst wurde der die Stange kr\u00f6nende L\u00f6we abgeschossen. 3 Offiziere, \u2014 Oblt. Pollmann, Oblt.d.R. Loschge,<br \/>\nLt.d.R. Meisser, \u2014 von denen Oblt. Pollmann der M.G.K. tags darauf<br \/>\nstarb, und 148 Untffz. und Mannschaften hatten ihren Fahneneid mit<br \/>\nihrem Tode oder mit ihrem Blute besiegelt.\u201c<\/p>\n<p>Man begrub Joseph Hollweck auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-root=\"1\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/57340+Morhange,+Frankreich\/@48.9281185,6.603917,13z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x47945f35ad7e7eb5:0x40a5fb99a3a9d20!8m2!3d48.922901!4d6.635795\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Morhange<\/a><\/span> in <span data-sheets-root=\"1\">Block 4, Grab 71.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_10733\" aria-describedby=\"caption-attachment-10733\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-10733\" src=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Joseph-Hollweck.jpg\" alt=\"\" width=\"710\" height=\"1000\" srcset=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Joseph-Hollweck.jpg 710w, http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Joseph-Hollweck-213x300.jpg 213w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10733\" class=\"wp-caption-text\">Das Grab von Major Joseph Hollweck auf dem Soldatenfriedhof M\u00f6rchingen (Morhange)<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Joseph Hollweck wurde am 05.03.1867 in der bayerischen Stadt\u00a0 Schillingsf\u00fcrst geboren. 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