{"id":1914,"date":"2024-08-18T00:00:09","date_gmt":"2024-08-17T23:00:09","guid":{"rendered":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=1914"},"modified":"2024-08-13T18:33:39","modified_gmt":"2024-08-13T17:33:39","slug":"soldatenschicksale-des-1-weltkrieges-teil-8-hauptmann-freiherr-wilhelm-von-falkenhausen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=1914","title":{"rendered":"Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 8: Hauptmann Freiherr Wilhelm von Falkenhausen"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Wilhelm von Falkenhausen wurde am 13.01.1876 in der bayerischen Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dillingen_an_der_Donau\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dillingen<\/a> geboren. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Hauptmann im Stab des II. Bataillons des bayerisches Infanterie-Leib-Regiments. Am 13.04.1918\u00a0 wurde er w\u00e4hrend der Schlacht bei Armenti\u00e8res schwer verwundet und verstarb am 15.04.1918 an seine Wunden.<\/p>\n<p>\u00dcber den Tag und die Umst\u00e4nde der t\u00f6dlichen Verwundung von Hauptmann Freiherr von Falkenhausen berichtet die Regimentsgeschichte des bayerischen Infanterie-Leib-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;1 Uhr vormittags des 13. April kann endlich angetreten werden in der Marschordnung: III., II. Bataillon, Infanterie-Begleitbatterie 2\/204, I. Bataillon, Tragtierstaffeln, Erg\u00e4nzungsz\u00fcge, durch die splitter- und scherbenbedeckten Stra\u00dfen von Armenti\u00e8res, dann auf einem Feldweg zur Fabrik au Tissage an der Lys. Die Begleitbatterie kann auf dem Feldweg nicht folgen. An den schmalen Holzbr\u00fccken, die hier \u00fcber den Fluss f\u00fchren, ergeben sich wegen Marschkreuzungen mit dem J\u00e4ger-Regiment 1 l\u00e4ngere Aufenthalte, und erst um 4 Uhr vormittags liegen die Br\u00fccken hinter dem Regiment. Das Rauchen auf dem weiteren Vormarsch, der ziemlich nahe an der Kampffront vorbeif\u00fchren soll, wird verboten; das Marschtempo wird hastiger, die begegnenden Kolonnen werden seltener und k\u00fcrzer, die ersten Geschosse singen hoch \u00fcber die Vorbeimarschierenden weg. \u00dcber L&#8217;Epinette-L&#8217;Estrade wird das Dorf Steenwerk erreicht, auf dessen Zug\u00e4nge englische Feldbatterien zeitweise Feuer\u00fcberf\u00e4lle schie\u00dfen. Inzwischen ist der Regimentsstab beim Stab der 10. Ersatz-Division in Steenwerk \u00fcber die Lage informiert worden und wartet dort auf den Alpenkorpsbefehl, der erst um 8.25 Uhr vormittags ergeht. Bei Tagesgrauen hat die Marschkolonne des Regiments Steenwerk erreicht und ist gleich im eiligen Vormarsch in allgemeiner Richtung Blanche Maison geblieben. Diese Verschiebung nahe hinter der vorderen Gefechtsfront ist nur durch den dichten Nebel erm\u00f6glicht, der auch bis Mittag anh\u00e4lt und dann einem tr\u00fcben und diesigen Licht weicht.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_1931\" aria-describedby=\"caption-attachment-1931\" style=\"width: 797px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1931 size-full\" src=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bailleul-Steenwerk-13.04.1918.jpg\" alt=\"\" width=\"797\" height=\"988\" srcset=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bailleul-Steenwerk-13.04.1918.jpg 797w, http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bailleul-Steenwerk-13.04.1918-242x300.jpg 242w, http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bailleul-Steenwerk-13.04.1918-768x952.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1931\" class=\"wp-caption-text\">Bailleul Steenwerk 13.04.1918<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Der befohlene Bereitstellungsraum ist im allgemeinen n\u00f6rdlich des Flanche-Baches und beiderseits der H\u00e4usergruppe Blanche Maison. Das Gel\u00e4nde ist vollkommen eben, vielfach von Hecken, Drahtz\u00e4unen, Baumgruppen abgeteilt, der Flanche-Bach, ein gekr\u00fcmmter, schmaler und tiefer Wasserlauf, der viele Zufl\u00fcsse und Seitenarme aufweist. Niedrige, \u00e4rmliche, meist strohgedeckte Geh\u00f6fte sind in die Baumgruppen eingestreut, die gr\u00f6\u00dferen Bauerngeh\u00f6fte aber sind von tiefen, bis zu 4 Meter breiten Wassergr\u00e4ben umgeben, so insbesondere die, welche am Nachmittag II.\/L. anzugreifen haben wird. Erst gegen Mittag wird im Dunst die Stadt Bailleul, in rund 3 Kilometern Entfernung eingebettet zwischen sanftem H\u00fcgelland, sichtbar. Da jede Gel\u00e4ndedeckung, die halbwegs Schutz gegen Fliegersicht oder Erdbeobachtung verspricht, bereits von Artillerie und Bespannungsstaffeln umlagert ist, gestaltet sich die Unterbringung der zahlreichen Tragetiere schwierig. Der nur ganz langsam sich verd\u00fcnnende Nebel beg\u00fcnstigt aber die Bereitstellung. \u00dcber feindliche Besetzung oder Stellung ist nur sehr wenig bekannt. Erkundende Patrouillen bekommen sehr bald und aus allen Richtungen Maschinengewehr- und Infanteriefeuer. Au\u00dfer vereinzelten Sch\u00fcssen aus Feldkalibern, die wegen des Nebels planlos abgegeben werden m\u00fcssen, verh\u00e4lt sich die feindliche Artillerie ruhig. Der Brigadebefehl enth\u00e4lt die Angriffszeit noch nicht. Das Alpenkorps soll beiderseits der Stadt Bailleul angreifen. Die vom Alpenkorps abgel\u00f6ste und nach rechts verschobene 10. Ersatz-Division macht aber den Angriff nicht mit, wogegen die mit linkem Fl\u00fcgel bei de Seule zu suchende 117. Infanterie-Division zu gleicher Zeit mit dem Alpenkorps vorgehen wird. Der Gefechtsstreifen rechts f\u00e4llt dem Infanterie-Leibregiment, der linke dem J\u00e4ger-Regiment 2 zu, w\u00e4hrend das J\u00e4ger-Regiment 1 als Korpsreserve bei la Becque aufzumarschieren haben wird. Die Bereitstellung des Leibregiments erfolgt derart, dass rechts II.\/L. (Kommandeur Hauptmann Freiherr von Falkenhausen), links I.\/L. (Kommandeur Hauptmann Graf Holnstein) liegen, die Trennungslinie auch beim Angriff ist Blanche Maison und dann ein Punkt 100 Meter ostw\u00e4rts der Kirche von Bailleul. Das III. Bataillon bleibt hinter der Mitte des Regiments in Reserve. An Hilfsinformationen werden zugeteilt dem I.\/L.: als Infanterie-Begleitbatterie 1\/204, je ein Zug der Regiments-Pionier-Kompanie und Pionier-Kompanie 102, 1 Zug der Regiments-Minenwerfer-Kompanie; dem II.\/L.: als Infanterie-Begleitbatterie 2\/204, 1 Zug der Regiments-Pionier-Kompanie und \u00bd Zug der Regiments-Minenwerfer-Kompanie; dem III.\/L.: die Maschinengewehr-Abteilung 204, 1 Zug der Regiments-Pionier-Kompanie und 1 Zug der Regiments-Minenwerfer-Kompanie. Der Regimentsstab bei le Gd. Beaumart bleibt beim Angriff auf der Mittellinie und geht zun\u00e4chst auf Blanche Maison vor.<\/em><\/p>\n<p><em>Im aufklarenden Nebel wird das Infanteriefeuer heftiger, es entstehen die ersten Verluste. Der Artilleriebefehl, der die Mitwirkung von 5 schweren Feldhaubitz-, 3 10 cm-Kanonen, 15 Feldkanonen und Feldhaubitz, 3 Gebirgsbatterien vorsieht, ist ganz auf beobachtetes Feuer gegen erkannte Ziele basiert, die Batterien sind also erst einzuschie\u00dfen. Im \u00fcbrigen wird keine Feuerwalze dem Infanteriesturm vorangehen. Sparsamkeit im Munitionseinsatz ist empfohlen. Endlich trifft 2.55 Uhr nachmittags der endg\u00fclige Korpsbefehl ein, der den Sturmbeginn auf 3.30 Uhr nachmittags ansetzt. Ein Einschie\u00dfen der Artillerie auf den tiefen und sehr un\u00fcbersichtlichen Angriffsraum hat vor allem wegen des andauernden tr\u00fcbnebligen Wetters nicht stattfinden k\u00f6nnen, ein Teil der Artillerie scheint \u00fcberhaupt noch im Stellungswechsel und in der Zieleinweisung nach der Karte begriffen zu sein. Die vom Regiment zur Nahaufkl\u00e4rung entsandten Patrouillen sind \u00fcberall auf sofortigen Feuerwiderstand gesto\u00dfen. Ein Einblick in das un\u00fcbersichtliche, parkartige Angriffsgel\u00e4nde ist \u00fcberall verwehrt geblieben; es hat sich nur feststellen lassen, dass der Engl\u00e4nder \u00fcber sehr zahlreiche Maschinengewehre verf\u00fcgt und die eingestreuten H\u00e4user auch zu \u00fcberh\u00f6hendem Feuer ausn\u00fctzt. Beim II.\/L. haben Pioniere tragbare Laufbr\u00fccken vorbereitet. Kurz vor 3.30 Uhr nachmittags verst\u00e4rkt zwar die Artillerie ihr Feuer, doch zeigt der Angriffsbeginn sogleich, dass von einer Sturmvorbereitung durch Artilleriewirkung keine Rede ist. Beim Antreten setzt sofort der Infanteriekampf auf meist nahen Entfernungen ein. Von rechts herein sind die Kompanien 7, 5, 3, 1 als erste Treffen eingesetzt. 1. Kompanie (Oberleutnant Graf L. Bothmer) und 3. Kompanie (Leutnant der Reserve Halt) machen, von Begleitbatterien und Minenwerfern unterst\u00fctzt, allm\u00e4hlich Fortschritte. Dagegen kann das II. Bataillon nur ganz langsam in Einzelspr\u00fcngen und unter erheblichen Verlusten gegen die vorliegenden Geb\u00e4ude und Baumgruppen Boden gewinnen. Von Anfang an leiden die Kompanien unter einem heftigen Feuer von rechts aus der offenen Flanke. Sehr bald muss die 8. Kompanie (Leutnant der Reserve Dunker) mit Front nach Osten, also beinahe rechtwinklig zur eigentlichen Angriffsrichtung eingesetzt werden. Leutnant der Reserve Limmer der 5. Kompanie f\u00e4llt als Zugf\u00fchrer, <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Hauptmann Freiherr Wilhelm von Falkenhausen wird t\u00f6dlich verwundet<\/strong><strong>, als er zur 1. Linie vorspringt. Er stirbt nach zwei Tagen am erhaltenen R\u00fcckenschuss in einem Kriegslazarett in Lille, vom Regiment als hervorragend t\u00fcchtigen Kommandeur tief betrauert<\/strong><\/span>. In erbittertem Nahkampf dringen 7. Kompanie (Leutnant Freiherr von Ow) und 5. Kompanie (Leutnant der Reserve Kammerer) langsam zwischen Hecken und Geb\u00e4uden vor. Die Infanterie-Begleitbatterie 2\/204 f\u00e4hrt gesch\u00fctzweise in der vordersten Infanterielinie auf und erledigt in direktem Schuss auf 70 und 100 Meter englische Widerstandsnester. Die Gesch\u00fctze verlieren fast die ganze Bedienungsmannschaft und s\u00e4mtliche Pferde und werden von Pionieren und Leibern im weiteren Stellungswechsel vorgerollt. Das \u00fcberh\u00f6hende Feindfeuer vom Mont de Lille her bleibt andauernd wirksam. Ein Zug der Regiments-Minenwerferkompanie kann mit sichtbarem Erfolg im Kampf um die Geh\u00f6fte eingreifen. Im Streifen des I. Bataillons hat die 3. Kompanie mit Sturmbeginn den heftigsten Widerstand aus vorbereiteten Maschinengewehr-Stellungen zu brechen. Die Geh\u00f6fte, die der Stra\u00dfe nach Baulleul entlang liegen, werden nacheinander gest\u00fcrmt, eine Anzahl Maschinengewehre im Kampfe erbeutet. Minenwerfer und Begleitartillerie unterst\u00fctzen auch hier h\u00f6chst wirkungsvoll den Infanteriekampf. Nach den ersten Erfolgen der 3. Kompanie gewinnt die links anschlie\u00dfende 1. Kompanie, die \u00fcber freies Gel\u00e4nde anzugreifen hat, einigen Boden, aber das \u00dcberwinden eines 600 Meter breiten, ganz deckungslosen Raumes gegen den Bahnhof von Bailleul zu bringt schwere Verluste. Der Kompanie-F\u00fchrer, Oberleutnant Graf Ludwig von Bothmer, wird durch Lungenschuss schwer verwundet. Eine L\u00fccke, die zwischen 1. Kompanie und dem anschlie\u00dfenden J\u00e4ger-Regiment 2 zu klaffen beginnt, wird durch den Einsatz der 4. Kompanie (Leutnant der Reserve Broel) geschlossen, die in der Abendd\u00e4mmerung die s\u00fcdlichsten Geb\u00e4ude der Vorstadt St. Quentin zusammen mit J\u00e4gern erreicht. Auch Teile der 2. Kompanie (Leutnant der Reserve Melz) haben im Kampfe in die Linie der 1. eingeschoben. Um 5 Uhr nachmittags setzt ein englisches Halbbataillon aus Richtung Bailleul und Liller Berg zum Gegenangriff an. Teile der 1. Maschinengewehr-Kompanie (Rittmeister von Spies) und die 7. Kompanie bringen ihn verlustreich zum Stehen. Ein zweiter, mit wesentlich st\u00e4rkeren Kr\u00e4ften gef\u00fchrter Gegensto\u00df, der in der D\u00e4mmerung einsetzt, wird vom II. Bataillon v\u00f6llig abgewiesen. In der vorderen Linie macht sich Munitionsmangel geltend, da der Feuerkampf auch in die Dunkelheit hinein andauert.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Regimentskommandeur hatte mit Beginn des Angriffs seinen Gefechtsstand nach Maison Blanche verlegt und beobachtete aus seinem Hausgiebel den Verlauf des Kampfes. Das Einweisen der Artillerie auf die von den Batterien gar nicht erkannten zahlreichen Ziele war seine Hauptsorge. Das III. Bataillon (Major Graf Robert Bothmer), zur Verf\u00fcgung des Regimentskommandeurs, lag zun\u00e4chst in einer flachen Mulde hart ostw\u00e4rts des Gefechtsstandes und hatte durch Strichfeuer einige Verluste. Gegen 4 Uhr nachmittags r\u00fcckten Stab III.\/L., 9. und 12. Kompanie dem II. Bataillon nach. Das Gel\u00e4nde n\u00f6rdlich Maison Blanche lag immer noch unter heftigem Maschinengewehr-Feuer aus nordostw\u00e4rtiger Richtung. Hier fiel beim Vorgehen durch Kopfschuss der ausgezeichnete Bataillonsarzt, Oberarzt der Reserve Schwarz.<\/em><\/p>\n<p><em>Ostw\u00e4rts des Alpenkorps war bis zum Abend Nieuwekerke genommen worden. Westlich dieser Ortschaft sprang die erreichte Linie aber weit nach S\u00fcden zur\u00fcck, da die zwischen Nieuwekerke und Bailleul angesetzte 117. Infanterie-Division, wesentlich vorw\u00e4rts gekommen war. Links vom Leib-Regiment hatte das J\u00e4ger-Regiment 2 den Bahndamm, die 11. Reserve-Division Belle Croix erreicht.<\/em><\/p>\n<p><em>Am Abend war die Lage beim Infanterie-Leib-Regiment folgende: 8. Kompanie lag mit Front rein nach Osten, den Gegner im Handgranaten- und Feuerkampf auf n\u00e4chste Entfernung aus Gr\u00e4ben und Hecken zur\u00fcckdr\u00e4ngend; der Kompanief\u00fchrer Leutnant der Reserve Dunker war durch Kopfstreifschuss verwundet, ebenso der zugf\u00fchrende Leutnant der Reserve Kammergruber. Im Anschluss k\u00e4mpfte 5. ebenso noch auf n\u00e4chste Entfernung im un\u00fcbersichtlichen Parkland. Teile der 6. (Leutnant der Reserve Brettschneider) und die ganze 7. Kompanie hatten die Geb\u00e4ude, die beiderseits der auf den Mont de Lille zuf\u00fchrenden Stra\u00dfe liegen, gest\u00fcrmt, einige englische Offiziere und Mannschaften gefangen und Maschinengewehre erbeutet. Die Vorstadt le Nouveau Monde und die Bahnlinie waren aber nicht erreicht, vielmehr sprach sich dort der Hauptwiderstand der zur\u00fcckgedr\u00fcckten Engl\u00e4nder aus, der durch ein paar 100 Meter ziemlich offenen Gel\u00e4nde beg\u00fcnstigt wurde. Ein Teil der 6. Kompanie lag nahe hinter der Mitte des Bataillons beim Bataillonsstab in Reserve. Regimentspioniere, Minenwerfer, die Z\u00fcge der 2. Maschinengewehr-Kompanie waren auf der ganzen Front des Bataillons eingestreut. Im engen Anschluss an 7. standen 3., dann 2., 1. und 4. Kompanie. Auch das I. Bataillon hatte sich voll verausgabt und seine zugeteilten Formationen in die Kampflinie eingesetzt. Das Bataillon stand ebenfalls mit Front nach Nordosten im allgemeinen der Stra\u00dfe von Blanche Maison nach St. Quentin entlang. Das ganz freie Feld bis zu den Bahnd\u00e4mmen und Bahnhofsanlagen trennte vom Feind. Die s\u00fcdlichsten H\u00e4user von St. Quentin waren von 4. Kompanie im engen Anschluss an die J\u00e4ger besetzt. Auch hier waren zwei Offiziere und etwa 15 Engl\u00e4nder gefangen und einige Maschinengewehre erbeutet. Auf Befehl des Regiments hatte III. Bataillon dem I. die 10. Kompanie zur Verf\u00fcgung gestellt. Erst die v\u00f6llige Nacht lie\u00df den Infanteriekampf in einzelne Postensch\u00fcsse und kurze Maschinengewehr-Feuer\u00fcberf\u00e4lle sich aufl\u00f6sen. Der Engl\u00e4nder r\u00e4umte gegen Mitternacht seine Postierungen gegen\u00fcber der 8. und 7., war aber in Nouveau Monde und am Bahndamm au\u00dferordentlich wachsam. Erst die Dunkelheit erlaubte ein Ordnen der Verb\u00e4nde. Die Pionierformationen wurden um Mitternacht herausgezogen und r\u00fcckten als Regimentsreserve zum III. Bataillon ein. Die zahlreichen Verwundeten wurden zur\u00fcckgeschafft. Das II. Bataillon schied die 6. Kompanie, das I. Bataillon die 1. Kompanie als Bataillonsreserve aus. Auch die Engl\u00e4nder hatten schwer gelitten. Tote und Verwundete lagen zahlreich in ihren Stellungen. Englische Garden und ein Ausbildungskurs von Offizieren und Unteroffizieren am Maschinengewehr, der in Bailleul zusammengezogen war, hatten die Abwehr gef\u00fchrt, daher die vielen toten Dienstgrade, die auffallende Gel\u00e4ndekenntniss und die vorbildliche Art der Verteidigung. Schotten waren am Nachmittage in Eilm\u00e4rschen aus Ypern herangekommen und hatten am Abend die beiden Gegenangriffe gef\u00fchrt. Es scheint, dass damals bereits der Engl\u00e4nder planm\u00e4\u00dfig seine Verteidigung in einer tiefen Zone f\u00fchrte. Beg\u00fcnstigt durch die mangelnde Erkundungs- und Aufkl\u00e4rungsm\u00f6glichkeit und das Versagen der Artillerievorbereitung hemmte er die Sto\u00dfkraft des Angreifers und l\u00f6ste seinen Sturm bald in Einzelk\u00e4mpfe auf, die einen nur verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kleinen Raumgewinn brachten. Gering war die Wirkung der feindlichen Artillerie geblieben, es war offenbar nur wenig eingesetzt oder vorhanden.<\/em><\/p>\n<p><em>Hauptmann Freiherr von Pranckh \u00fcbernahm am Abend die F\u00fchrung des II. Bataillons.<\/em><\/p>\n<p><em>Kurz vor Mitternacht ordnete ein Regimentsbefehl die Gliederung zur Verteidigung an und beauftragte das III. Bataillon, im Anschluss an das II. den Zusammenhang mit der rechten Nachbardivision sicherzustellen (9. Kompanie).&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>In der bayerischen Stadt Gunzenhausen gedenkt man Hauptmann Wilhelm von Falkenhausen noch heute auf einem Denkmal: <a href=\"http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/2020\/wald_stadt-gunzenhausen_lk-weissenburg-gunzenhausen_wk1_wk2_bay.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/2020\/wald_stadt-gunzenhausen_lk-weissenburg-gunzenhausen_wk1_wk2_bay.html<\/a> ebenso in in der Stadt Wassertr\u00fcding: <a href=\"http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/2019\/obermoegersheim-chronik_stadt-wassertruedingen_lk-ansbach_wk1_wk2_by.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/2019\/obermoegersheim-chronik_stadt-wassertruedingen_lk-ansbach_wk1_wk2_by.html<\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_1915\" aria-describedby=\"caption-attachment-1915\" style=\"width: 484px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1915\" src=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Hauptmann-Wilhelm-Freiherr-von-Falkenhausen-bayerisches-Infanterie-Leib-Regiment.jpg\" alt=\"\" width=\"484\" height=\"696\" srcset=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Hauptmann-Wilhelm-Freiherr-von-Falkenhausen-bayerisches-Infanterie-Leib-Regiment.jpg 484w, http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Hauptmann-Wilhelm-Freiherr-von-Falkenhausen-bayerisches-Infanterie-Leib-Regiment-209x300.jpg 209w\" sizes=\"auto, (max-width: 484px) 85vw, 484px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1915\" class=\"wp-caption-text\">Hauptmann Freiherr Wilhelm von Falkenhausen<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Wilhelm von Falkenhausen wurde am 13.01.1876 in der bayerischen Stadt Dillingen geboren. 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