{"id":2706,"date":"2024-12-01T00:00:41","date_gmt":"2024-11-30T23:00:41","guid":{"rendered":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=2706"},"modified":"2024-11-11T07:05:18","modified_gmt":"2024-11-11T06:05:18","slug":"soldatenschicksale-des-1-weltkrieges-teil-101-heinrich-gander","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=2706","title":{"rendered":"Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 101: Heinrich Gander"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Heinrich Gander wurde am 22.04.1891 in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hofst%C3%A4tten_(Wilgartswiesen)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hofst\u00e4tten<\/a> geboren, einem Ortsteil der Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilgartswiesen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wilgartswiesen<\/a> im heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Musketier in der 11. Kompanie des 18. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde am 30.10.1914 w\u00e4hrend der Schlacht bei Ypern bei einem Angriff auf die belgische Ortschaft Hollebeke schwer verwundet. Zwei Wochen sp\u00e4ter, am 13.11.1914, verstarb er im Alter von 23 Jahren in einem Lazarett in der hessischen Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Butzbach\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Butzbach<\/a> an seiner Verwundung.<\/p>\n<p>Der Ort der schweren Verwundung von Heinrich Gander:<iframe loading=\"lazy\" style=\"border: 0;\" src=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d80652.02002430662!2d2.882503975036324!3d50.81707371547379!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x47dcd20a122621e5%3A0x7b4bb349edeac48e!2sHollebeke%2C%208902%20Ypern%2C%20Belgien!5e0!3m2!1sde!2sde!4v1731303620511!5m2!1sde!2sde\" width=\"600\" height=\"450\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>\u00dcber den Tag und die Umst\u00e4nde der schweren Verwundung von Heinrich Gander berichtet die Regimentsgeschichte des 18. bayerischen Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;30.10.1914 Angriff auf Hollebeke<\/em><\/p>\n<p><em>Dichter Nebel lag am 30.10. \u00fcber Flandern, als schon 7.30 Uhr vormittags Artillerie mit dem Einschie\u00dfen auf die feindlichen Stellungen begann.<\/em><em>Aber infolge des unsichtigen Wetters war das Einschie\u00dfen erst gegen 9.30 Uhr vormittags beendet und gegen 10 Uhr ging die Infanterie zum Angriff vor. Schon 5 Uhr vormittags war die H\u00e4lfte des I.\/18 (1. und 4. Kompanie) hinter dem linken Fl\u00fcgel des III. Bataillons bereitgestellt worden., das \u00fcber Nacht in Sch\u00fctzenl\u00f6chern 1 Kilometer s\u00fcd\u00f6stlich Caleute nach Abl\u00f6sung der dortigen Heereskavalerie auf nahe Entfernung den feindlichen Sch\u00fctzen gegen\u00fcber lag. Der Rest des I. Bataillons verblieb zun\u00e4chst hinter dem linken Fl\u00fcgel. Beide Bataillone warteten dann, bis das Zeichen zum Angriff gegeben wurde. Das III. Bataillon rechts, das I. links, brachen die Sch\u00fctzen etwa 10 Uhr vormittags gegen die feindlichen Stellungen vor, das III. Bataillon mit rechtem Fl\u00fcgel l\u00e4ngst des von Partyntje-Ferme nach Norden f\u00fchrenden Weges &#8211; Calvaire, \u00f6stlich Groenelinde S\u00fcdwestecke des Schlossparkes von Hollebeke, linker Fl\u00fcgel Stra\u00dfe Garde Dieu &#8211; Caleute. Heftiges Artilleriefeuer empfing sie, aber dennoch gelang es mit den vordersten Teilen bis 11 Uhr vormittags das Valeutecabt. zu erreichen. Hier aber stockte zun\u00e4chst der Angriff. Gegen Mittag fuhren war zwei Z\u00fcge des 5. Feldartillerie-Regiments zur unmittelbaren Unterst\u00fctzung der Infanterie vor, aber dennoch blieb zun\u00e4chst der Angriff stecken, weil die feindlichen Maschinengewehre, gut eingenistet in den zahllosen Hecken und B\u00fcschen, auch vom Artilleriefeuer nicht sofort gefasst werden konnten. Dazu kam, dass nach der linken Angriffsgruppe (26. Infanterie-Division), infolge einer unbeabsichtigten Verschiebung der Angriffsziele der Anschluss verpasst wurde, so dass das I. Bataillon mit seinem linken Fl\u00fcgel in der Luft hing.<\/em><\/p>\n<p><em>In dieser Lage kam das II. Bataillon zum Einsatz. Es war in der Nacht in Alarmquartieren in Houthem untergebracht, kam kurz nach Er\u00f6ffnung des Artilleriekampfes am fr\u00fchen Morgen in der Ortschaft selbst in schweres Artilleriefeuer und r\u00fcckte zun\u00e4chst an den Westausgang von Houthem und dann bis zur Kapelle 1 Kilometer nordwestlich davon vor. Hier gab der Brigadekommandeur Generalmajor Clau\u00df an Hauptmann Ritter den befehl, mit dem halben II. Bataillon am linken Fl\u00fcgel der vorderen Gefechtslinie einzugreifen und den Angriff nach vorw\u00e4rts zu rei\u00dfen. Nach einem\u00a0 Seitenmarsche von etwa 500 Metern nach links \u00fcber ebenes Gel\u00e4nde wurde dann nach vorw\u00e4rts eingeschwenkt und mit der 6. und 7. Kompanie in die Kompanien des I. Bataillons eingeschoben. Aber auch der Einsatz frischer Kr\u00e4fte gen\u00fcgte nicht, um die Gefechtslinie vorzurei\u00dfen. Erst nachdem ein Bataillon und die Maschinengewehr-Kompanie 22. Infanterie-Regiment sowie zwei Artilleriez\u00fcge eingesetzt worden waren, erk\u00e4mpfte sich die Truppe nach vorw\u00e4rts Raum und erreichte am Abend mit rechtem Fl\u00fcgel Calvaire und mit linkem Fl\u00fcgel Groenelinde. Der Kampf war au\u00dferordentlich verlustreich gewesen: 5 Meter vor einem in eine Hecke eingebauten englischen Maschinengewehr lag die Leiche des Majors Kopp <\/em><span style=\"color: #ff0000;\">(Major Julius Kopp, gefallen am 30.10.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Menen in Block G, Grab 706)<\/span><em>, der freiwillig als 60j\u00e4hriger Mann in das Feld ger\u00fcckt war und nun wenige Tage nach seinem Eintreffen dortselbst den Heldentod gefunden, daneben Oberleutnant Munzert und Oberleutnant Lauerer. Verwundet wurden Oberleutnant Hoffa und die Leutnants der Reserve Braun und Kolbatz. Die F\u00fchrung des II. Bataillons \u00fcbernahm Hauptmann H\u00f6pfner.<\/em><\/p>\n<p><em>W\u00e4hrend so das 18. Regiment am linken Fl\u00fcgel der Division vorging und einen sch\u00f6nen Erfolg mit gro\u00dfer Tapferkeit erringen konnte, gelang es den rechten Nachbarn, dem 17. Infanterie-Regiment und Teilen des 22. Infanterie-Regiments den Schlosspark von Hollebeke in Besitz zu nehmen. Gegen 6 Uhr nachmittags war auch das Dorf Hollebeke in ihrer Hand und vom Feinde ges\u00e4ubert. Beim Gegner waren englische Kavallerie und Artillerie auch etwas englische Infanterie und indische Truppen, es war kein starker aber ein z\u00e4her Feind, dem die Vorz\u00fcge des Gel\u00e4ndes f\u00fcr die Verteidigung sehr zu statten kamen und der zudem in der N\u00e4he von Groenelinde einige tiefe Sch\u00fctzengr\u00e4ben angelegt hatte. Die Brigade hatte einen Ruhmestag erlebt und General Clau\u00df, der Kommandeur, wurde f\u00fcr sein umsichtiges und tapferes Verhalten und f\u00fcr den Erfolg, den seine Infanteriebrigade an diesem Tage erstritten, mit dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Milit%C3%A4r-Max-Joseph-Orden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Max-Joseph-Orden<\/a> ausgezeichnet. Dunst und Regen vermehrte am Abend die Dunkelheit, die nur von den brennenden Geh\u00f6ften und Ortschaften erhellt wurde. \u00dcberall in B\u00fcschen und Hecken klagten Verwundete und lagen gefallene Helden. Totes Vieh lag umher, verw\u00fcstet waren die H\u00f6fe, niedergerissen die Z\u00e4une; schmutziger, vom Regen durchgeweichter Ackerboden dampfte von den K\u00e4mpfen des schweren Tages. Nach Einbruch der Dunkelheit waren die Truppen vollkommen zerstreut, die Mannschaften zum Tode erm\u00fcdet und ersch\u00f6pft. Hauptmann H\u00f6pfner und Hauptmann Ritter machten sich auf den Weg, um w\u00e4hrend der Nacht die versprengten Teile zusammenzusuchen; &#8211; aber umsonst: die Achtzehner waren mit den \u00fcbrigen Teilen der Brigade derart vermischt und \u00fcber das Gel\u00e4nde zerstreut, dass man den Versuch, sie zu sammeln, aufgeben musste.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Seite 63<\/p>\n<p>Man begrub Heinrich Gander auf dem <span data-sheets-root=\"1\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/maps.app.goo.gl\/g4Yaj6mH59T3dqXh8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Friedhof Butzbach<\/a><\/span> in <span data-sheets-root=\"1\">Abteilung E, Grab 2.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_2707\" aria-describedby=\"caption-attachment-2707\" style=\"width: 677px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2707\" src=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Heinrich-Gander.jpg\" alt=\"\" width=\"677\" height=\"800\" srcset=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Heinrich-Gander.jpg 677w, http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Heinrich-Gander-254x300.jpg 254w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2707\" class=\"wp-caption-text\">Das Grab von Heinrich Gander auf dem st\u00e4dtischen Friedhof von Butzbach<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Heinrich Gander wurde am 22.04.1891 in Hofst\u00e4tten geboren, einem Ortsteil der Gemeinde Wilgartswiesen im heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Musketier in der 11. Kompanie des 18. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde am 30.10.1914 w\u00e4hrend der Schlacht bei Ypern bei einem Angriff auf die belgische Ortschaft Hollebeke schwer verwundet. Zwei Wochen &hellip; <a href=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=2706\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eSoldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 101: Heinrich Gander\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_wp_rev_ctl_limit":""},"categories":[1007,1257,75],"tags":[1343,21,204,1339,1317,1340,464,1346,1347,1076,994,351,1344,165,239,1345],"class_list":["post-2706","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-weltkrieg","category-belgien","category-westfront","tag-18-bayaerisches-infanterie-regiment","tag-bayern","tag-belgien","tag-butzbach","tag-flandern","tag-friedhof-butzbach","tag-hessen","tag-hofstaetten","tag-hollebeke","tag-musketier","tag-regimentsgeschichte","tag-rheinland-pfalz","tag-schlacht-bei-ypern","tag-schwere-verwundung","tag-westfront","tag-wilgartswiesen"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2706","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2706"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2706\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2713,"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2706\/revisions\/2713"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2706"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2706"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2706"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}