{"id":3870,"date":"2025-02-13T09:00:21","date_gmt":"2025-02-13T08:00:21","guid":{"rendered":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=3870"},"modified":"2025-02-12T15:40:47","modified_gmt":"2025-02-12T14:40:47","slug":"sonderbeitrag-heinrich-schweitzer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=3870","title":{"rendered":"Sonderbeitrag: Heinrich Schweitzer"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Heinrich Schweitzer wurde am 12.08.1886 in der hessischen Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hadamar\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hadamar<\/a> geboren und war von Beruf Gerichtsassessor. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Leutnant der Reserve und Kompanie-Offizier in der 5. Kompanie des 117. Infanterie-Leib-Regiments. Am 22.08.1914 fiel er im Alter von 28 Jahren bei <a href=\"https:\/\/maps.app.goo.gl\/MHfDxoSJr283oVJq6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Maissin<\/a> in Belgien, einem Ortsteil der Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paliseul\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pailiseul<\/a>.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Heinrich Schweitzer berichtet die Regimentsgeschichte des 117. Infanterie-Leibregiments:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Am Vormittag des 22. August war auf dem linken Fl\u00fcgel der 4. Armee das VI. Armee-Korps auf starken Feind (franz\u00f6sische Kolonialkorps) geto\u00dfen. Das rechts (n\u00f6rdlich) daran anschlie\u00dfende XVIII. Reserve-Korps sollte mit Teilen der 21. Reserve-Division zur Unterst\u00fctzung des VI. Armee-Korps nach S\u00fcden abbiegen. Es stellte sich indessen bald heraus, dass ein Abbiegen angesichts des auch dieser Division gegen\u00fcber entfalteten Gegners f\u00fcr die 21. Reserve-Division nicht mehr in Frage kam, vielmehr auch die r\u00fcckw\u00e4rts befindliche 25. Reserve-Division links anschlie\u00dfend an die 21. Reserve-Division gegen den starken Feind entfaltet werden musste. Das XVIII. Reserve-Korps lag also im Kampf beiderseits Neufch\u00e2teau starkem Feind gegen\u00fcber. Auch bei dem rechten Nachbar des XVIII. Reserve-Korps, dem aktiven XVIII. Armee-Korps, war es schon im Laufe des Vormittags ostw\u00e4rts Maisson am rechten Fl\u00fcgel der 25. Reserve-Division bei der 50 . Infanterie-Brigade zu leichter Gefechtsber\u00fchrung mit dem Feinde gekommen, da diese unsere Brigade der erh\u00f6hten Sciherheit wegen ihre bei Villance befohlene Bereitstellung nach den H\u00f6hen bei Maissin vorverlegen wollte. Nachdem 12.30 Uhr nachmittags, vornehmlich durch Fliegeraufkl\u00e4rung, zahlreiche Kolonnen im Marsch vom Semoistal nach Norden in Richtung auf und \u00fcber Ossagne-Betrix erkannt waren, hielt der Kommandeirende General von Schenk den um 10.30 Uhr vormittags vom Armee-Ober-Kommando 4 befohlenen Linksabmarsch nicht mehr f\u00fcr angezeigt und befahl der 25. Infanterie-Division das Vorgehen \u00fcber Anloy auf Jehonville, der 21. Infanterie-Division von Recogne auf bertix. Dieser Auffassung stimmte sp\u00e4ter auch das Armee-Ober-Kommando 4 zu.<\/p>\n<p>Inzwischen hatten die Ereignisse den befehlen vorgegeriffen. Die 25. Infanterie-Division war noch vor Eingang des Korpsbefehls zum Abmarsch auf Jehonville beiderseits Maissin auf so starken Widerstand gesto\u00dfen, dass der Divisionskommandeur, Generalmajor K\u00fchne, seine n\u00e4chste Aufgabe darin sah, sich zuerst in den Besitz der H\u00f6hen s\u00fcdlich Maissin zu setzen. Dieser Angriff traf auf weit \u00fcberlegene Kr\u00e4fte des Feindes und f\u00fchrte zu schweren und verlustreichen K\u00e4mpfen. Auch die 21. Infanterie-Division sah sich au\u00dferstand, den Linksabmarsch auf bertrix ohne weiteres auszuf\u00fchren, da auch sie auf starken gegner gesto\u00dfen war.<\/p>\n<p>Unser Regiment erhielt um 5 Uhr vormittags in Glaireuse folgenden Brigadebefehl: &#8222;Infanterie-Regiment 117 steht um 8.30 Uhr vormittags am Stra\u00dfenkreuz, etwa 1 Kilometer s\u00fcdostw\u00e4rts Villance, Anfang an diesem Stra\u00dfenkreuz, gedeckt nach Westen und S\u00fcdwesten, Front nach Maissin. 8.30 Uhr vormittags Befehlsempf\u00e4nger Osteingang Glaireuse (Divisions-Stab). Infanterie-Regiment 117 schickt Sicherung nach Anloy und l\u00e4sst s\u00e4mtliche aus Linie Villance-Glaireuse nach Westen und S\u00fcdwesten durch den Wald f\u00fchrenden Wege erkunden.&#8220;<\/p>\n<p>Auf Grund dieses Befehls brach das Regiment um 7.45 Uhr vormittags von Glaireuse auf (Reihenfolge II., III., I., Maschinengewehr-Kompanie). Die 2. Kompanie (Hauptmann Trupp) marschierte nach Anloy, um von dort aus die Wegeerkundung entsprechend dem Brigadebefehl vorzunehmen und die Bereitstellung zu sichern. Von 8.10 Uhr vormittags ab stand das Regiment in der befohlenen Bereitstellung, die jedoch 8.40 Uhr vormittags auf einen neuen Brigadebefehl hin abge\u00e4ndert wurde: I. Bataillon(Major Hamscher) wurde an die Wegespinne, 1 Kilometer ostw\u00e4rts Villance, II. Bataillon (Oberstleutnant Weiz) an den Westrand des unmittelbar s\u00fcdwestlich der Wegespinne gelegenen W\u00e4ldchens gezogen, w\u00e4hrend vom III. Bataillon (Major Th\u00fcmmel) zwei Kompanien 9. (Hauptmann Heimann) und 11. (Hauptmann Wichert hart s\u00fcdlich des Waldst\u00fccks standen, die 12. (Hauptmann Henke) bis auf die H\u00f6he 415 s\u00fcdostw\u00e4rts Villance und schlie\u00dflich die 10. (Hauptmann Ewald) auf die H\u00f6he 415 s\u00fcdlich Villance (am Nordrand des Figeohay-Waldes) vorgezogen wurden. Die Maschinengewehr-Kompanie stellte sich im Walde s\u00fcdlich der Wegespinne auf. Das I. Bataillon, dessen 2. Kompanie inzwischen wieder von Anloy zur\u00fcckgekommen war, stand zur Verf\u00fcgung der Brigade. In dieser Aufstellung verbrachte das Regiment den Vormittag. Mehrfach trafen Meldungen \u00fcber den Gegner ein, der anscheinend mit st\u00e4rkerer Kavallerie die Waldungen beiderseits Maissin, sowie dieses Dorf selbst besetzt hatte. Gegen 12.30 Uhr nachmittags wurde auch gemeldet, dass feindliche Kolonnen von Jehonville auf Maissin marschierten. Die eigene Artillerie schoss seit etwa 9 Uhr vormittags auf Ziele in Gegend Maissin.<\/p>\n<p>Infanterie-Regiment 118 war im Vorgehen gegen Maissin gegen 11 Uhr vormittags auf starke Feindkr\u00e4fte gesto\u00dfen. Etwa um 12.30 Uhr nachmittags erhielt unser Regimentskommandeur, Oberst von Tiedemann, den Brigadebefehl, den Angriff des Infanterie-Regiments 118 auf Maissin mit dem II. und III. Bataillon zu unterst\u00fctzen und hierzu links vom Infanterie-Regiment 118 vorzugehen. Beide Bataillone traten sofort an, die Maschinengewehr-Kompanie folgte zun\u00e4chst dem III. Bataillon. Auf den H\u00f6hen s\u00fcdlich Villance und in dem Geh\u00f6lz Figeohay erfolgte die Entfaltung: Das II. Bataillon nahm die 5. (Hauptmann W. Wichert) und 8. (Hauptmann von Bonin), das III. die 10 und 12. Kompanie in vorderer Linie, w\u00e4hrend 6. (Oberleutnant Oertel) und 7. (Hauptmann Haack) bzw. 11. und 9. als Reserve folgten. Der 9. Kompanie wurde insbesondere die Sicherung der linken Flanke befohlen. Das Durchschreiten durch den mit dichtem Unterholz bestandenen Wald war recht schwierig und m\u00fchsam, doch war gegen 1 Uhr nachmittags der Westrand erreicht. Vom Walde Burnonbois schlug schwaches feindliches Feuer her\u00fcber; die Beobachtung ergab, dass die M\u00fchle n\u00f6rdlich des Burnonbois vom Gegner besetzt war und dass zwischen ihr und dem Wald reger Verkehr stattfand, der von der 10. Kompanie und einem vorgezogenen Artilleriezug unter Feuer genommen wurde. II. und III. Bataillon gingen nunmehr zum Angriff vor, das II. Bataillon \u00fcber die erw\u00e4hnte M\u00fchle hinweg gegen das Dorf Maissin und s\u00fcdlich, das III. Bataillon mit der Maschinengewehr-Kompanie gegen das Waldst\u00fcck Burnonbois. Das II. Bataillon erreichte die erw\u00e4hnte M\u00fchle und den Leffe-Bach ohne wesentliche K\u00e4mpfe; es gewann dort Anschluss an Teile des I.\/118, die als linke Seitendeckung an der Leffe zur\u00fcckgeblieben und mit dem Feind in Burnonbois ins Gefecht getreten war. Bei Fortsetzung des Angriffs nach Westen hin geriet das Bataillon jedoch sehr bald in starkes Infanterie- und Maschinengewehr-Feuer, welches dazu zwang, zun\u00e4chst liegen zu bleiben. Nur allm\u00e4hlich und mit ziemlichen Verlusten gelang es, im weiteren Verlauf des Nachmittags in Richtung Maissin und s\u00fcdlich dieses Dorfes Boden zu gewinnen. <strong><span style=\"color: #ff0000;\">Besonders die 5. Kompanie hatte dabei starke Ausf\u00e4lle und verlor s\u00e4mtliche Offiziere<\/span><\/strong>. Etwas g\u00fcnstiger traf es die 8. Kompanie, die ohne erhebliche Verluste bis an den Dorfrand von Maissin herankam, in das bereits gegen 1.30 Uhr nachmittags Infanterie-Regiment 118 eingedrungen war. Unmittelbar s\u00fcdlich des Dorfes befand sich aber noch starker Feind. Auf Befehl des Kommandeurs Infanterie-Regiment 118 wurde ein Zug der 8. Kompanie n\u00f6rdlich Maissin zur Verst\u00e4rkung des dort schwer bedr\u00e4ngten III.\/118 eingesetzt.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Man begrub Heinrich Schweitzer auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-root=\"1\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/kriegsgraeberstaetten.volksbund.de\/friedhof\/maissin-national\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Maissin-National<\/a><\/span> in Grab 301.<\/p>\n<p>In Hadamar gedenkt man Heinrich Schweitzer noch heute auf einem Denkmal: <a href=\"http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/2022\/hademar_lk-limburg-weilburg_wk1_hs.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/2022\/hademar_lk-limburg-weilburg_wk1_hs.html<\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_3871\" aria-describedby=\"caption-attachment-3871\" style=\"width: 450px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3871 size-full\" src=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Heinrich-Schweitzer-1.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"1000\" srcset=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Heinrich-Schweitzer-1.jpg 450w, http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Heinrich-Schweitzer-1-135x300.jpg 135w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 85vw, 450px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3871\" class=\"wp-caption-text\">Das Grab auf dem Alten Friedhof in Hadamar mit der Gedenkinschrift f\u00fcr Heinrich Schweitzer<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_3872\" aria-describedby=\"caption-attachment-3872\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3872 size-full\" src=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Heinrich-Schweitzer-2.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"804\" srcset=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Heinrich-Schweitzer-2.jpg 1000w, http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Heinrich-Schweitzer-2-300x241.jpg 300w, http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Heinrich-Schweitzer-2-768x617.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3872\" class=\"wp-caption-text\">Die Gedenkinschrift f\u00fcr Heinrich Schweitzer<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Heinrich Schweitzer wurde am 12.08.1886 in der hessischen Stadt Hadamar geboren und war von Beruf Gerichtsassessor. 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