{"id":4772,"date":"2025-06-15T00:00:53","date_gmt":"2025-06-14T22:00:53","guid":{"rendered":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=4772"},"modified":"2025-04-03T15:52:50","modified_gmt":"2025-04-03T13:52:50","slug":"soldatenschicksale-des-1-weltkrieges-teil-297-emil-bartsch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=4772","title":{"rendered":"Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 297: Emil Bartsch"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Emil Bartsch stammte aus <a href=\"https:\/\/maps.app.goo.gl\/5Fet8w6CJNejnR6B7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mahlin<\/a> (seit 1945 polnisch: Malenin) im ehemaligen Landkreis <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kreis_Dirschau\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dirschau<\/a> (seit 1945 polnisch). Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Gefreiter in der 1. Kompanie des Garde-J\u00e4ger-Bataillons. Am 27.07.1915 fiel er.<\/p>\n<p>\u00dcber den Tag der schweren Verwundung von Emil Bartsch berichtet eine Regimentsgeschichte des Garde-J\u00e4ger-Bataillons:<\/p>\n<blockquote><p>\u201e\u2026 Heftiges Artillerie-Feuer war in Richtung Lingekopf und Schratzm\u00e4nnele zu h\u00f6ren, so dass das Bataillon im Aralrzustand versetzt und am 27. gegen 2 Uhr nachts nach Punkt 955 vorgezogen wurde. Hier blieb das Bataillon, w\u00e4hrend das feindliche Rtillerie-Feuer an St\u00e4rke immer mehr zunahm, von 4 \u2013 8 Uhr vormittags in Reserve. Als erster wurde Zug Burgwedel der Maschinengewehr-Kompanie eingesetzt, und zwar am Eichenrain n\u00f6rdlich des Lingekopfes, von wo der Westhang und die dort verlaufenden Stellungen und Ann\u00e4herungswege des Feindes beobachtet und flankierend unter Feuer genommen werden konnten. Um 8:30 Uhr vormittags wurde die 1. Kompanie und kurz darauf der Stab mit 2. und 3. Kompanie nach B\u00e4renstall vorgezogen und dem Major Lennich, F\u00fchrer des Infanterie-Regiment 188, zum Gegenangriff gegen den Lingekopf zur Verf\u00fcgung gestellt, w\u00e4hrend 4. und Rest der Maschinengewehr-Kompanie am Kuhberg die zweite Stellung bezogen. Dieser lag seit 5 Uhr fr\u00fch unter starkem Artillerie- und Maschinengewehr-Feuer; der nach dem Lingekopf zu abfallende Hang war von den franz\u00f6sischen Gr\u00e4ben einzusehen, zumal der Baumbestand durch das Artillerie-Feuer schon stark gelichtet war. Im Marsch-Marsch \u00fcberwanden die Kompanien, Mann hinter Mann auf dem schmalen Waldpfade vorlaufend, diese Zone. Umgest\u00fcrzte B\u00e4ume, herumliegender Draht, Granattrichter verz\u00f6gerten das Vorw\u00e4rtskommen. Manch braver J\u00e4ger fiel hier dem feindlichen Geschosshagel zum Opfer. Bei B\u00e4renstall stellte sich die 1. und 2. Kompanie zum Angriff gegen den Lingekopf bereit. Auch diese Gegend lag unter schwerem Artillerie-Feuer. Heulend schlugen hier die Geschosse der schweren 22-cm Gesch\u00fctze ein. Da eine Orientierung in dem Waldgel\u00e4nde au\u00dferordentlich schwierig war, forderte der Hauptmann Graf Solms, der f\u00fcr den erst einige Stunden sp\u00e4ter von Urlaub eintreffenden Major von Fabeck das Bataillon f\u00fchrte, Einweisungs-Kommandos der vorne eingesetzten Truppen an. Vergeblich! Vielmehr beauftragte der Major Lennich den Hauptmann Graf Solms und den Adjutanten, Oberleutnant von Dewitz, das Angriffsgel\u00e4nde pers\u00f6nlich zu erkunden. Sie fanden s\u00e4mtliche Ann\u00e4herungsgr\u00e4ben mit Verwundeten und sonstigen Angeh\u00f6rigen der Infanterie-Regiment 188 verstopft, so dass die Kompanien f\u00fcr das weitere Vorgehen auf das unter schwerem Feuer liegende offene Gel\u00e4nde angewiesen waren. So gelang es den beiden Kompanien nur mit gro\u00dfen Schwierigkeiten die vordersten von einer Kompanie J\u00e4ger 14 und Teilen des Infanterie-Regiment 188 besetzte Stellung am Osthang des Lingekopf zu erreichen. Teile gelangten bis an den feindlichen Graben heran, wurden dort aber von so starkem Feuer empfangen, dass das Nachziehen von Reserven zur Ausf\u00fchrung des Sturmes nicht m\u00f6glich war. Es blieb somit nichts anderes \u00fcbrig, als sich in den vorhandenen Gr\u00e4ben zur Verteidigung einzurichten. Diese Ma\u00dfnahme erwies sich als die allein richtige, denn nach zweist\u00fcndigem Trommelfeuer schwersten Kalibers brachen die Franzosen ihrerseits um 4 Uhr nachmittags aus ihren Gr\u00e4ben zum Angriff vor und wurden nun von der in der Stellung bereits eingerichteten 1. und 2. Kompanie und einem gegen Mittag ebenfalls eingesetzten Zug der 3. Kompanie zur\u00fcckgeworfen. Einigen Alpenj\u00e4gern gelang es, unsere Reihen zu durchbrechen und bis zu den Reserven vorzudringen. Hier kam es zu erbittertem Kampf, Mann gegen Mann, bei dem die Alpenj\u00e4ger schlie\u00dflich restlos niedergemacht wurden.<\/p>\n<p>Auf Brigadebefehl machten um 7 Uhr abends die beiden R-Kompanien und die 4. Kompanie einen Gegensto\u00df. Aber auch diesem Angriff blieb der Erfolg versagt, da er auf stark besetzte feindliche Gr\u00e4ben stie\u00df. Eine Artillerie-Vorbereitung hatte nicht stattfinden k\u00f6nnen wegen der nur wenige Meter betragende Entfernung der beiderseitigen Stellungen. Von 8 Uhr abends ab gruben sich s\u00e4mtliche Kompanien in den erreichten Stellungen ein. Die 2. Kompanie, deren F\u00fchrung Feldwebel Jakoby nach Verwundung des Hauptmanns Graf Solms und des Leutnants Dubusc \u00fcbernommen hatte, kam in Reserve zum B\u00e4renstall. Die beiden dort befindlichen zur\u00fcckgehaltenen Z\u00fcge der 3. Kompanie waren bereits um 4 Uhr nachmittags nach dem Schratzm\u00e4nnele vorgezogen worden, wo die Franzosen ebenfalls angegriffen hatten und durchgebrochen waren. Die beiden Z\u00fcge kamen aber nicht mehr zum Eingreifen, da es Teilen des bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiment 2 gelungen war, den Feind abzuschneiden und zu vernichten. Trotzdem hatte auch die 3. Kompanie, und zwar durch Artillerie-Feuer, schwer gelitten, das den ganzen Tag auf den Reserve-Stellungen gelegen hatte. Erw\u00e4hnt zu werden verdient das tapfere Verhalten des alten Waffenmeisters Franke. Als er das starke Artillerie-Feuer in Drei-\u00c4hren h\u00f6rte, hatte es ihn dort nicht gehalten, er war durch das Sperrfeuer hindurch nach vorne geeilt, um sich pers\u00f6nlich nach dem Ergehen des Bataillons zu erkundigen. Bis in die vorderste Linie war er vorgedrungen und hatte sich dann dort am Bergen von Verwundeten beteiligt. Ohne die Gefahr zu scheuen, war er selbst vor die erste Stellung gekrochen und hatte sich dort liegender Verwundeter angenommen. Die schweren Verluste des Bataillons an diesem Tage bertugen:<\/p>\n<ol>\n<li>Kompanie: 10 Tote, 35 Verwundete, 9 vermisst;<\/li>\n<li>\u00a0Kompanie: 17 Tote, 36 Verwundete, 5 vermisst;<\/li>\n<li>Kompanie: 14 Tode, 25 Verwundete;<\/li>\n<li>\u00a0Kompanie 2 Tote, 13 Verwundete<\/li>\n<\/ol>\n<p>M.-Kompanie: 3 Tote, 2 Verwundete;<\/p>\n<p>M.-Kompanie: 1 Toter, 7 Verwundete<\/p>\n<p>E-Kompanie: 8 Verwundete.<\/p>\n<p>Summe: 47 Tote, 126 Verwundete, 14 Vermisste.<\/p>\n<p>An Offizieren waren au\u00dfer Hauptmann Graf Solms und Leutnant Dubusc noch Hauptmann von Wilamowitz, Leutnant Erbgraf Solms und Leutnant Neuhaus verwundet worden. Leutnant von Ru\u00dfdorf war durch eine feindliche Handgranate in der vordersten Stellung gefallen. Offizierstellvertreter Weyel hatte am Kuhberg durch Maschinengewehr-Feuer, der in allen bisherigen K\u00e4mpfen durch seine Tapferkeit hervorgetreten Vizefeldwebel Schlabow der 2. Kompanie, sowie der auf seinen eigenen Antrag erst vor kurzer Zeit aus seinem Dienst als Leibj\u00e4ger Seiner Majest\u00e4t zur Front entlassene Vizefeldwebel Kliemann der 1. Kompanie hatten bis zum letzten Atemzuge ihre B\u00fcchse handhabend im Handgemenge am Lingekopf den Heldentod gefunden.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<figure id=\"attachment_3277\" aria-describedby=\"caption-attachment-3277\" style=\"width: 803px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3277\" src=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Gefecht-am-Lingekopf-am-27.07.1915.jpg\" alt=\"\" width=\"803\" height=\"922\" srcset=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Gefecht-am-Lingekopf-am-27.07.1915.jpg 803w, http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Gefecht-am-Lingekopf-am-27.07.1915-261x300.jpg 261w, http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Gefecht-am-Lingekopf-am-27.07.1915-768x882.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3277\" class=\"wp-caption-text\">Gefecht am Lingekopf am 27.07.1915<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_4779\" aria-describedby=\"caption-attachment-4779\" style=\"width: 716px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4779\" src=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Lingekopf-27.07.1915.jpg\" alt=\"\" width=\"716\" height=\"692\" srcset=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Lingekopf-27.07.1915.jpg 716w, http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Lingekopf-27.07.1915-300x290.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4779\" class=\"wp-caption-text\">Der Lingekopf am 27.07.1915<\/figcaption><\/figure>\n<p>Man begrub Emil Bartsch auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-root=\"1\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/Ammerschwihr,+Frankreich\/@48.1167085,7.2318824,13z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x479161162b7e2d4f:0x40a5fb99a3940d0!8m2!3d48.1256119!4d7.281956\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ammerschwihr<\/a><\/span> in Grab 245.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3508\" aria-describedby=\"caption-attachment-3508\" style=\"width: 513px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3508\" src=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Emil-Bartsch-Friedrich-Schroeder.jpg\" alt=\"\" width=\"513\" height=\"800\" srcset=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Emil-Bartsch-Friedrich-Schroeder.jpg 513w, http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Emil-Bartsch-Friedrich-Schroeder-192x300.jpg 192w\" sizes=\"auto, (max-width: 513px) 85vw, 513px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3508\" class=\"wp-caption-text\">Das Grab von Emil Bartsch auf dem Soldatenfriedhof Ammerschwihr<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Emil Bartsch stammte aus Mahlin (seit 1945 polnisch: Malenin) im ehemaligen Landkreis Dirschau (seit 1945 polnisch). 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