{"id":5411,"date":"2025-09-17T00:00:35","date_gmt":"2025-09-16T22:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=5411"},"modified":"2025-05-24T10:19:23","modified_gmt":"2025-05-24T08:19:23","slug":"soldatenschicksale-des-1-weltkrieges-teil-389","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=5411","title":{"rendered":"Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 390: Paul Schwabe UNFERTIG"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Paul Schwabe stammte aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Treppeln\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Treppeln<\/a>, einem Ortsteil der brandenburgischen Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neuzelle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neuzelle<\/a>. Er k\u00e4mpfte im Ersten Weltkrieg als Sch\u00fctze in der 2. Kompanie des Garde-Sch\u00fctzen-Bataillons. Am 15.10.1915 fiel er w\u00e4hrend der Vogesenk\u00e4mpfe in den Vogesen.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Paul Schwabe berichtet die Regimentsgeschichte des Garde-Sch\u00fctzen-Bataillons:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Schon f\u00fcr den 15. Oktober ist der Angriff befohlen. Zun\u00e4chst ist geplant, am Abschnitt Sandgrubenkopf, also s\u00fcdlich unseres Abschnitts, die feindlichen H\u00f6henstellungen zu nehmen. Eingehende Erkundungen des Kommandeurs und der entsandten Offiziere, Oberleutnent Sternberg und Leutnant Rauchhaupt, lassen diesen Plan aber wegen des denkbar schwierigsten Gel\u00e4ndes bei starker Flankierung durch den Gegner so ung\u00fcnstig und aussichtslos erscheinen, dass der Brigade-Kommandeur, General von Sproesser, von dieser Richtung Abstand nimmt und am 13. Oktober den Angriff frontal f\u00fcr den 15. Oktober 6 Uhr vormittags befiehlt.<\/em><\/p>\n<p><em>Nur kurz ist die Zeit bemessen, die f\u00fcr die vielseitigen Vorbereitungen zu der dem Bataillon bevorstehenden schweren Aufgabe zur Verf\u00fcgung steht. Der Zeitmangel wird um so f\u00fchlbarer, als der dauernd unruhige Feind, dem ja nach Lage der Dinge unsere Vorbereitungen kaum verborgen bleiben k\u00f6nnen und der sicher auch, dank seines ausgezeichneten Nachrichtendienstes \u00fcber die nahe Schweiz, unseren Plan trotz aller Vorsichtsma\u00dfnahmen erfahren hat, die Stellungen mit Feuer aller Kaliber eifrigst bedenkt. Aber es ist nur gut, dass die Arbeit dieser Tage jeden so in Anspruch nimmt, dass er sich der Schwere der Aufgabe gar nicht bewusst wird. Hauptmann Rohr, von dem wir ja wissen, dass er inzwischen zum F\u00fchrer der Sturmabteilung der Armee-Abteilung Gaede ausersehen ist, trifft mit seinen Leuten ein. Seine hervorragende Kenntnis der Hartmannsweilerkopf-Stellung kommt sehr zu statten und hilft zum Gelingen des schweren Werkes. Au\u00dfer den Pionieren der Sturmabteilung Rohr und einem Flammenwerfertrupp ist dem Bataillon noch die 1. Kompanie des Garde-J\u00e4ger-Bataillons unter Hauptmann Rittgen zugeteilt, w\u00e4hrend rechts von dem Bataillons-Abschnitt Teile des Reserve-J\u00e4ger-Bataillons 8 aus dem Abschnitt &#8222;J\u00e4gertanne&#8220; heraus und links vom Bataillonsabschnitt die 9. Kompanie Landwehr-Infanterie-Regiment 56 am &#8222;Unteren Rehfelsen&#8220; sich dem Angriff anschlie\u00dfen sollen.<\/em><\/p>\n<p><em>Am Abend des 14. Oktober ist alles bis in die kleinsten Einzelheiten vorbereitet. Jeder Offizier, Gruppenf\u00fchrer und Sch\u00fctze kennt genau die ihm zugewiesene Aufgabe. Die feindliche Stellung und das Gel\u00e4nde dorthin sind soweit wie irgend m\u00f6glich erkundet. Die Sturmtrupps und Reserven sind eingeteilt, Munition und Handgranaten bereitgestellt. \u00dcber alle Spezialwaffen (Ladungs- und Minenwerfer, Maschinengewehre, Flammenwerfer usw.) ist bis ins kleinste verf\u00fcgt, die Artillerie \u00fcber ihre Aufgaben und Ziele unterrichtet, der Sanit\u00e4tsdienst unter Leitung des Stabsarztes Dr. Wiedel und seiner vortrefflichen Helfer mit besonderer Sorgfalt organisiert, der Fernsprech- und Meldedienst geregelt, die Verpflegung gesichert. Wie bei einer feind arbeitenden Pr\u00e4zisionsmaschine sind alle Einzelheiten aufeinander abgestimmt, um den Erfolg des Ganzen zu verb\u00fcrgen.<\/em><\/p>\n<p><em>Im Vertrauen auf die gute Vorbereitung des Unternehmens und auf die Gefechtskraft und den Siegeswillen des erprobten Bataillons zweifelt keiner der Kampfteilnehmer am Erfolg. Voll Zuversicht sieht man den kommanden Ereignissen entgegen. Und doch wei\u00df jeder, dass nicht alle Kameraden den Sonnenaufgang des n\u00e4chsten Tages sehen werden, dass vielmehr Tod und Verwundung die Reihen lichten m\u00fcssen, wenn der Erfolg unser sein soll. Uns so herrscht abends in den Unterst\u00e4nden eine Stimmung, die man als &#8222;feierlich-zuversichtliche Spannung&#8220; bezeichnen kann. Ein kurzer Brief noch wird an die Lieben daheim geschrieben &#8211; vielleicht der letzte? &#8211; Aber Kopfh\u00e4nger gibt es nicht. Je dunkler die Zukunft ist, desto heller leuchtet die Flamme der Kameradschaft. Der beste Happen, den die Feldpost aus lieben H\u00e4nden brachte, wird mit den Kameraden geteilt, dazu die f\u00fcr besondere Gelegenheiten ausgesparte Flasche getrunken. Manch intimes, vertrauensvolles Wort wird gesprochen, das sonst nicht \u00fcber die Lippen kommt. Und dort, wo es die Entfernung gestattet, klingen die alten Sch\u00fctzenlieder in verr\u00e4ucherten, vom Kerzenlicht matt erhellten Unterst\u00e4nden.<\/em><\/p>\n<p><em>Zeitig geht&#8217;s auf das harte Lager, denn des kommenden Tages M\u00fche und Arbeit sind gro\u00df. Nichts regt sich mehr in und hinter den Stellungen, nur die Posten im vordersten Graben sp\u00e4hen durch das Dunkel der Nacht nach dem Feinde und werden in regelm\u00e4\u00dfiger Folge abgel\u00f6st. Und gegen Morgen beseitigen vorsichtige H\u00e4nde dort, wo es unbemerkt vom Feinde geschehen kann, mit Scheren das Stacheldrahthindernis vor dem eigenen Kampfgraben, um den Sturmtrupps den Weg freizumachen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ein Ehrentag des Bataillons beginnt. Am 15. Oktober, fr\u00fch 5.30 Uhr, steht es mit den zugeteilten Truppen, wie folgt bereit:<\/em><\/p>\n<p><em>1. Kompanie mit rechtem Fl\u00fcgel im Anschluss an Reserve-J\u00e4ger-Bataillon 8 an der D-Sappe, im Emma-Graben und n\u00f6rdlich Johann-Albrecht-Graben;<\/em><\/p>\n<p><em>4. Kompanie im s\u00fcdlichen Johann-Albrecht-Gaben und Dortmunder Graben;<\/em><\/p>\n<p><em>3. Kompanie an der Dora-Sappe;<\/em><\/p>\n<p><em>2. Kompanie an der Moos-Sappe;<\/em><\/p>\n<p><em>1. Kompanie Garde-J\u00e4ger an der Rohr-Sappe.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Maschinengewehre sind auf den ganzen Abschnitt verteilt, die beiden Radfahrer-Kompanien in Reserve. Noch ist es dunkel, um 6 Uhr erst, in der D\u00e4mmerung, soll der Angriff erfolgen, ausgel\u00f6st durch den ersten Schuss eines an der Moos-Sappe bei der 2. Kompanie zur Zerst\u00f6rung der Hindernisse eingebauten Ladungswerfers. Die Sturmtruppen stehen lautlos im Graben, die Zug- und Gruppenf\u00fchrer sitzen geduckt auf der Grabenb\u00f6schung, vorsichtig nach der feindlichen Stellung sp\u00e4hend und mit scharfen Gl\u00e4sern die g\u00fcnstigsten Einbruchstellen suchend. Wie ein zum Sprung bereiter Tiger lauert das Bataillon, auf das Angriffszeichen wartend.<\/em><\/p>\n<p><em>zur in die feindliche Stellung verl\u00e4ngerten Dora-Sappe, einschlie\u00dflich Reserve-J\u00e4ger-Bataillon 8, die Teile vor dem Abschnitt B durch das Garde-Sch\u00fctzen-Bataillon zu besetzen seien, w\u00e4hrend die von der 1. Kompanie Garde-J\u00e4ger-Bataillon besetzten Grabenst\u00fccke als f\u00fcr die Nacht unhaltbar, zu r\u00e4umen seien. Dies wurde im Laufe des sp\u00e4ten Nachmittags und der Nacht durchgef\u00fchrt.<\/em><\/p>\n<p><em>.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Seite 206 &#8211; 211<\/p>\n<p>Man begrub Paul Schwabe auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-root=\"1\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/Qd3rYtwRFgE2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Guebwiller<\/a><\/span> in Block 4, Grab 46.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5425\" aria-describedby=\"caption-attachment-5425\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5425\" src=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Paul-Schwabe.jpg\" alt=\"\" width=\"460\" height=\"800\" srcset=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Paul-Schwabe.jpg 460w, http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Paul-Schwabe-173x300.jpg 173w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 85vw, 460px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5425\" class=\"wp-caption-text\">Das Grab von Paul Schwabe auf dem Soldatenfriedhof Guebwiller<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Paul Schwabe stammte aus Treppeln, einem Ortsteil der brandenburgischen Gemeinde Neuzelle. 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