{"id":5798,"date":"2025-10-28T00:00:27","date_gmt":"2025-10-27T23:00:27","guid":{"rendered":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=5798"},"modified":"2025-06-12T07:38:22","modified_gmt":"2025-06-12T05:38:22","slug":"soldatenschicksale-des-1-weltkrieges-teil-431-friedrich-steigenberger","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=5798","title":{"rendered":"Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 431: Friedrich Steigenberger"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Friedrich <span data-sheets-root=\"1\">Steigenberger (Volksbund Steinberg) wurde am 12.03.1891 in der bayerischen Landeshauptstadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> geboren. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Gefreiter in der 5. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 06.05.1915 starb er nach schwer Verwundung am 05.05.1915 w\u00e4hrend der K\u00e4mpfe bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Metzeral\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Metzeral<\/a> in der Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Munster_(Haut-Rhin)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnster<\/a> (franz\u00f6sisch: Munster, els\u00e4ssisch: Menschter). Friedrich Steigenberger wurde 24 Jahre alt.<\/span><\/p>\n<p>\u00dcber den Tag der schweren Verwundung von Friedrich Steigenberger berichtet die Regimentsgeschichte des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Am 5. Mai hat der Feind Neues im Schilde. Besetzt ist die Stellung: 4.\/18 Sommerlitthang, 5. und 7. auf H\u00f6he 830, 6. und 8.\/18 Sillacker, 1. und 3.\/18 auf Braunkopf. 2.\/18 und Reserve-Radfahrer-Kompanie 8, von letzterer zwei Z\u00fcge bei der 8. Kompanie, am linken Fl\u00fcgel in Reserve.<\/em><\/p>\n<p><em>In der Fr\u00fch beginnt schweres Artilleriefeuer gegen die Stellung und den Ausgang von Altenhof zum Pfeffertal und Steinabr\u00fcck. 9.30 Uhr setzen noch Minenwerfer ein. Die schwre Artillerie feuert heftiger als je zuvor. Eine 21 cm-Granate trifft den hinteren Teil des F\u00fchrer- und Sanit\u00e4tsunterstandes auf H\u00f6he 830, t\u00f6tete zehn dort der Pflege des Bataillons-Arztes Dr. Cohen anvertraute Verwundete und verletzt zwei Krankentr\u00e4ger. Dr. Cohen sucht mit bewundernsw\u00fcrdiger Kaltbl\u00fctigkeit die Ungl\u00fccksst\u00e4tte ab und bringt, unterst\u00fctzt durch den Hilfskrankentr\u00e4ger Adalbert Wagner, rasche Hilfe. Er gibt ein gl\u00e4nzendes Beispiel von aufopfernder Hilfsbereitschaft. Dabei ist r\u00fchmend hervorzuheben, dass sich Dr. Cohen freiwillig auf 830 gemeldet hatte. Der tapfere Sanit\u00e4tsoffizier, der schon in den vorausgegangenen Tagen vielen Verwundeten erste Hilfe bringen konnte, wurde daf\u00fcr mit dem Milit\u00e4r-Sanit\u00e4tsorden II. Klasse ausgezeichnet.<\/em><\/p>\n<p><em>Das nachmittags einsetzende Schnellfeuer, das von allen Seiten niederprasselt und der Auftakt zu einer Vertrommelung war, wie wir sie auch in sp\u00e4teren Kriegsjahren nicht st\u00e4rker erlebten, lie\u00df mit Bestimmtheit einen feindlichen Angriff erwarten. Die in Reserve gehaltenen Z\u00fcge 2.\/18 wurden deshalb in die Stellung auf den H\u00f6henkamm vorgeworfen. Gerade noch zur rechten Zeit. Der Feind ging auch tats\u00e4chlich zum Angriff vor, es gelang ihm am rechten Fl\u00fcgel bei der 7. Kompanie einzudringen. 2.\/18 wird sofort zum Gegensto\u00df unter Leutnant der Reserve Bibinger angesetzt, nimmt den Graben mit Kolben und Bajonett wieder, nachdem unsere eigenen Minenwerfer vorz\u00fcglich wirkten und flankierendes Maschinengewehr-Feuer von Sillacker (Mitte) den Gegensto\u00df durch Niederhalten des Feindes unterst\u00fctzen konnte. Die in den Gr\u00e4ben versteckt gebliebenen Franzosen wurden, soweit sie nicht Widerstand leisteten, gefangen genommen. Gleichzeitig hat ein gegen\u00fcber dem Winterberg in Reserve gehaltener Zug 7.\/18 die \u00fcber den Graben hereingedrungenen Franzosen mit dem Bajonett zur\u00fcckgeworfen und zu Gefangenen gemacht. Der Feind hatte schwere Verluste. Leutnant der Reserve Laubschwer 7.\/18 hatte den Zug selbst\u00e4ndig, ohne Befehl hiezu zu haben, vorgef\u00fchrt und auch hier den Graben gehalten.<\/em><\/p>\n<p><em>Erst um 6 Uhr abends h\u00f6ren die wiederholten Versuche neuer Infanterieangriffe auf, diesmal wird der Franzmann blutig abgewiesen. Seine Anst\u00fcrme sind vergebens, sie scheitern alle an der lebendigen Mauer, dem sichern Feuer der braven Verteidiger.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Feind setzt sich hierauf im toten Winkel am Hang fest. Die ganze Nacht wird fieberhaft an der Herstellung der zerschossenen Gr\u00e4ben gearbeitet. Tote werden geborgen, Verwundeten wird Hilfe zu Teil, Munition und Material wird erg\u00e4nzt. Feindliche Feuer\u00fcberf\u00e4lle k\u00f6nnen uns nicht hindern, dass im Mogrengrauen bereits eine verteidigungsf\u00e4hige Linie wiederhergestellt ist. Vom Schnepfenriethkopf gut geleitetes Feuer setzt der Feind am 6. Mai wieder auf unsere Gr\u00e4ben und Unterst\u00e4nde, von denen zwei durch Volltreffer zerst\u00f6rt werden. Die ganze Kuppe ist in Rauch und Pulverschwaden geh\u00fcllt, ein Angriff erfolgt aber nicht mehr.<\/em><\/p>\n<p><em>Unsere todesmutige 5. Kompanie hat bei diesen K\u00e4mpfen am meisten gelitten, sie muss am 7. Mai abgel\u00f6st werden. 41 Tote, 69 Verwundete in einer einzigen Stellungsperiode &#8211; seit 26. April &#8211; fehlten der 5. Kompanie allein. &#8222;Eine erschreckend hohe Zahl!&#8220; so vermerkt das Tagebuch der 5.\/18. Ein Ruhmesblatt sind diese Leistungen unserer stolzen F\u00fcnften als tapfere Verteidiger an wichtigem Posten.<\/em><\/p>\n<p><em>Auch 2.\/18 winkt wohlverdiente Ruhe. Der Rest des Regiments verbleibt jedoch noch weiter im Abschnitt.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Man begrub Friedrich Steigenberger auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-root=\"1\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/P4rSTZbxnXm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Munster<\/a><\/span> in <span data-sheets-root=\"1\">Block 1, Grab 13.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_3964\" aria-describedby=\"caption-attachment-3964\" style=\"width: 552px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3964\" src=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Friedrich-Steigenberger-Johann-Bauriedel.jpg\" alt=\"\" width=\"552\" height=\"800\" srcset=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Friedrich-Steigenberger-Johann-Bauriedel.jpg 552w, http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Friedrich-Steigenberger-Johann-Bauriedel-207x300.jpg 207w\" sizes=\"auto, (max-width: 552px) 85vw, 552px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3964\" class=\"wp-caption-text\">Das Grab von Friedrich Steigenberger auf dem Soldatenfriedhof M\u00fcnster<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Friedrich Steigenberger (Volksbund Steinberg) wurde am 12.03.1891 in der bayerischen Landeshauptstadt M\u00fcnchen geboren. 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