{"id":6577,"date":"2025-08-10T21:00:21","date_gmt":"2025-08-10T19:00:21","guid":{"rendered":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=6577"},"modified":"2025-08-10T17:18:03","modified_gmt":"2025-08-10T15:18:03","slug":"sonderbeitrag-max-kuhn","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=6577","title":{"rendered":"Sonderbeitrag: Max Kuhn"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Max (Viktor) Kuhn wurde am 28.01.1876 in der Hauptstadt des heutigen Bundeslandes Baden-W\u00fcrttemberg, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stuttgart\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a>, geboren und war von Beruf Goldschmied. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Hauptmann und Kompanief\u00fchrer in der 5. Kompanie des 180. Infanterie-Regiments. Am 09.08.1914 fiel er im Alter von 38 Jahren w\u00e4hrend der K\u00e4mpfe in den Vogesen nahe der Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sainte-Marie-aux-Mines\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Markirch<\/a> (franz\u00f6sisch: Sainte-Marie-aux-Mines).<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Max Kuh berichtet die Regimentsgeschichte des 180. Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;In den Vogesen.<\/p>\n<p>Nun sollte es wahr werden, es ging dem Feinde entgegen, jenem franz\u00f6sischen Erbfeinde, der seit Jahrunderten Deutschland bedrohte, immer wieder mit Krieg \u00fcberzog, und seit dem Jahre 1870, als seine Eitelkeit durch unseren Waffenruhm aufs tiefste verletzt wurde, fortgesetzt auf Rache sann und schon lange mit Russland enge F\u00fchlung suchte und fand, um das verhasste Deutschland von beiden Seiten her zu erdr\u00fccken. Es galt also, diesem hartn\u00e4ckigen Feinde gegen\u00fcber seine ganze Kraft einzusetzen, und da war auch kein Mann im Regiment, der nicht den festen Willen gehabt h\u00e4tte, f\u00fcr die Ehre des Vaterlandes sein Leben bis zum letzten Blutstropfen einzusetzen. Bei dr\u00fcckender Hitze, aber in froher Kampfesstimmung, marschierte man vormittags \u00fcber Baldenheim auf Schlettstadt, das gegen 11.15 Uhr erreicht wurde, da kam der Befehl, dass das Regiment der in Kolmar befindlichen 82. Infanterie-Brigade unterstellt sei und sofort nach Sigolsheim, nordwestlich Kolmar, marschieren sollte. Demgem\u00e4\u00df wurde in Schlettstadt nach S\u00fcden abgebogen, und man war noch im Marsche durch die Stadt, als ein befehl dieser 82. Brigade kam, dass ein Bataillon des Regiments sofort nach Markirch geschickt werden sollte zur Unterst\u00fctzung der dort den Grenzschutz haltenden J\u00e4ger-Bataillone, die in ernsten K\u00e4mpfen \u00fcberlegenen feindlichen Kr\u00e4ften gegen\u00fcberstanden. Dazu wurde das hinterste Bataillon, d. h. das II., bestimmt; welches nach dem Bahnhof abr\u00fcckte und dort, solange der Zug bereitgestellt wurde, aus den Feldk\u00fcchen sich verpflegte. Um 2.45 Uhr nachmittags traf das Bataillon in Markirch ein, legte am Bahnhof die Tornister ab, lie\u00df auf Befehl die 7. Kompanie als Reserve zur\u00fcck und marschierte nach der bewaldeten Kasinoh\u00f6he 908 n\u00f6rdlich des St\u00e4dtchens. Der Aufstieg war bei der gl\u00fchenden Hitze \u00fcberaus anstrengend, ein Forstbeamter diente als F\u00fchrer, auf den engen Waldpfaden zog sich die Kolonne auf etwa 3 Kilometer Tiefe auseinander, und etwa 4.45 Uhr nachmittags traf die Spitze auf der H\u00f6he ein. Die J\u00e4ger hatten im Laufe des Tages mehrere Angriffe der Franzosen erfolgreich abgeschlagen, doch gegen 5 Uhr nachmittags drohte ein erneuter Angriff von der linken Flanke her, und so war es notwendig, die einzelnen Teile des Bataillons gleich nach ihrem Eintreffen, ersch\u00f6pft und atemlos, wie sie waren, nach links in das Gefecht eingreifen zu lassen. Der Angriff der Franzosen wurde immer drohender, der Bataillonsstab sah sich beinahe in die Linie der zur\u00fcckweichenden J\u00e4ger verwickelt, da lie\u00df der Bataillonskommandeur, Major Fleischmann, das Signal &#8222;Seitengewehr pflanzt auf!&#8220; geben und f\u00fchrte pers\u00f6nlich die ankommenden Teile vor. Diesen vereinten Kr\u00e4ften gegen\u00fcber wichen die Franzosen zur\u00fcck unter Zur\u00fccklassung zahlreicher Toter und Verwundeter. Etwa 6.30 Uhr nachmittags war die Lage vollst\u00e4ndig wiederhergestellt, die Kompanien konnten ihre Verb\u00e4nde wieder ordnen und das Bataillon stellte sich auf dem linken Fl\u00fcgel bereit, um von dort aus gegen 7 Uhr abends zum Angriff gegen den anscheinend schwachen Feind vorzugehen. Anfangs ging alles gut, als man aber im dichten Hochwalde auf einen starkbesetzten feindlichen Sch\u00fctzengraben stie\u00df, da entspann sich ein heftiger Kampf. Von Baum zu Baum springend n\u00e4herte man sich der feindlichen Stellung bis auf etwa 80 Meter, als man sah, dass der Rest der Besatzung den Sch\u00fctzengraben in wilder Flucht verlie\u00df. Nun ging&#8217;s rasch vorw\u00e4rts unter dem Schlagen des Tambours und dem Blasen der Hornisten bis in den Sch\u00fctzengraben hinein, der gef\u00fcllt war mit Toten, Schwerverwundeten, Waffen und Gep\u00e4ckst\u00fccken. Weiter vorw\u00e4rts ging die Verfolgung des geschlagenen Gegners, doch bald kam der Vormarsch zum Stehen infolge allgemeiner Ersch\u00f6pfung, erheblicher Verluste und weil sich auf franz\u00f6sischer Seite Verst\u00e4rkungen f\u00fchlbar machten. Jetzt war es geboten, das Bataillon wieder in die urspr\u00fcngliche Stellung zur\u00fcckzunehmen, wo es von frischen J\u00e4gertrupps aufgenommen wurde. Hier bekam der Bataillonskommandeur einen Schuss in den rechten Unterschenkel, der ihn leicht verwundete, aber ihm noch erm\u00f6glichte, alle weiteren Anordnungen f\u00fcr die Aufstellung des Bataillons selbst zu treffen. Die Franzosen folgten nicht und als gegen 10 Uhr abends die Dunkelheit eingetreten war, konnten die Kompanien zur Ruhe \u00fcbergehen, litten aber w\u00e4hrend der Nacht an Hunger und Durst, der erst am anderen Morgen gestillt werden konnte, als Essen und Trinkwasser heraufgeschafft worden war.<\/p>\n<p>Die Feuertaufe des Bataillons hatten sich die Angeh\u00f6rigen, F\u00fchrer wie Mannschaften, aufs gl\u00e4nzendste geschlagen. Der Fahnentr\u00e4ger, Sergant Schuppert, befand sich mit entfalteter Fahne in vorderster Linie und fiel sehr bald. Ein zweiter Unteroffizier, der sie ergriff, fiel ebenfalls und jetzt nahm sie der tapfere Musketier H\u00e4rer (8. Kompanie), der Bursche des dreimal verwundeten Leutnant Stauch, brachte sie zur\u00fcck und \u00fcbergab sie dem Bataillonsadjutanten. Sie war von zwanzig Sch\u00fcssen durchbohrt worden. H\u00e4rer erhielt f\u00fcr seine Heldentat das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse, sowie die Goldene Milit\u00e4rverdienstmedauille.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Hauptmann Kuhn und tapfere 60 andere Kameraden erlitten den Heldentod<\/strong><\/span>, Hauptmann Freiherr von M\u00fchlen und Leutnant Stauch wurden schwer, Major Fleischmann leicht verwundet, 132 Unteroffiziere und Mannschaften verwundet und 20 vermisst.<\/p>\n<p>Auf telegrafischen Bericht des kommandierenden Generals antwortete Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig: &#8222;Besten Dank f\u00fcr g\u00fctige Mitteilung. Sehr gl\u00fccklich, dass meine II.\/180 so brav seine Schuldigkeit getan.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Man begrub Max Kuhn auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-root=\"1\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/iaaNf6puZKt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ste.-Marie-aux-Mines<\/a><\/span> in Block 2, Grab 73.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6578\" aria-describedby=\"caption-attachment-6578\" style=\"width: 697px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6578\" src=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Max-Kuhn.jpg\" alt=\"\" width=\"697\" height=\"800\" srcset=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Max-Kuhn.jpg 697w, http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Max-Kuhn-261x300.jpg 261w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6578\" class=\"wp-caption-text\">Das Grab von Max Kuhn auf dem Soldatenfriedhof Markirch (franz\u00f6sisch: Ste.-Marie-aux-Mines)<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Max (Viktor) Kuhn wurde am 28.01.1876 in der Hauptstadt des heutigen Bundeslandes Baden-W\u00fcrttemberg, Stuttgart, geboren und war von Beruf Goldschmied. 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