{"id":7197,"date":"2026-03-31T00:00:36","date_gmt":"2026-03-30T22:00:36","guid":{"rendered":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=7197"},"modified":"2025-10-10T11:12:36","modified_gmt":"2025-10-10T09:12:36","slug":"soldatenschicksale-des-1-weltkrieges-teil-579-wilhelm-thielemann","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=7197","title":{"rendered":"Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 579: Wilhelm Thielemann"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Wilhelm Thielemann stammte aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Br%C3%BCheim\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Br\u00fcheim<\/a>, einem Ortsteil der th\u00fcringischen Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nessetal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nessetal<\/a>. Er k\u00e4mpfte im Ersten Weltkrieg als Oberleutnant der Reserve in der 4. Kompanie des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Er war dorthin vom 2. bayerischen Infanterie-Regiment abgeordnet worden. Am 19.08.1914 geriet er bei Hohneck nahe der Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Munster_(Haut-Rhin)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnster<\/a> (franz\u00f6sisch: Munster, els\u00e4ssisch: Menschter) schwer verwundet in franz\u00f6sische Gefangenschaft, wo er am 30.08.1914 starb.<\/p>\n<p>\u00dcber den Tag der schweren Verwundung von Wilhelm Thielemann berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Am 19.08. 6 Uhr morgens stellte sich Kolonne H\u00fcbner bereit:<\/p>\n<p>Landwehr-Infanterie-Regiment 121 mit I. Bataillon auf H\u00f6he nordwestlich Weier im Thal (Kapellenh\u00f6he); III. Bataillon in Weier im Thal; III.\/Landwehr-Infanterie-Regiment 2 in der Mulde zwischen Weier im Thal und Walbach; 1 Batterie 9 cm auf der Kapellenh\u00f6he mit Schussrichtung gegen M\u00fcnster (diese Stellung bot nur Raum f\u00fcr eine Batterie); 1 Batterie 9 cm nordwestlich Walbach mit Schussrichtung gegen Sulzbach; 6.\/Fu\u00dfartillerie-Regiment 13- s. F. H. &#8211; dicht \u00f6stlich Weiler im Thal mit Schussrichtung gegen M\u00fcnster; \u00bd II. Landwehr-Infanterie-Regiment 123 wurde der Kolonne H\u00fcbner zur Verf\u00fcgung gestellt und \u00fcber T\u00fcrkheim herangezogen.<\/p>\n<p>General Eichhorn traf etwa 8 Uhr vormittags in weier im Thal ein und bestimmte die Zeit zum Vorgehen auf M\u00fcnster auf 4 Uhr nachmittags. Darauf begab sich der Brigade-Kommandeur im Kraftwagen nach Giragoutte, um das Zusammenwirken mit der Kolonne Kehl zu regeln.<\/p>\n<p>Um 10.15 Uhr vormittags r\u00fcckten 4 feindliche Kompanien entfaltet von M\u00fcnster gegen G\u00fcnsbach vor. Oberstleutnant H\u00fcbner machte der Kolonne Kehl hiervorn durch Kraftwagen Mitteilung und ersuchte um Mitwirkung. Der Feind wurde nord\u00f6stlich von G\u00fcnsbach von unserm Artilleriefeuer gefasst, geriet in Unordnung und wurde am weiteren Vorgehen aufgehalten.<\/p>\n<p>Um 10.30 Uhr vormittags kam der Befehl der Brigade, die im M\u00fcnstertale gegen\u00fcberstehende 5. franz\u00f6sische Division durch Angriff am Abr\u00fccken nach Norden zu hindern. Oberstleutnant H\u00fcbner gab hierauf den Befehl zum Angriff gegen M\u00fcnster. Der Angriff sollte vom landwehr-Infanterie-Regiment 121 auf den H\u00f6hen des n\u00f6rdlichen Talrandes vorgetragen werden, III.\/Landwehr-Infanterie-Regiment 2 zur Verf\u00fcgung des Oberstleutnant H\u00fcbner an den Talh\u00e4ngen \u00fcber G\u00fcnsbach folgen unter Beobachtung gegen Sulzbach.<\/p>\n<p>Der Angriff ging z\u00fcgig vorw\u00e4rts. Die feindliche Infanterie zog sich \u00fcber G\u00fcnsbach nach der H\u00f6he nordwestlich dieses Ortes zur\u00fcck, nahm hier Stellung und ging beim Herankommen unserer vordersten Sch\u00fctzen weiter gegen M\u00fcnster zur\u00fcck. G\u00fcnsbach und H\u00f6he nordwestlich davon wurden von Landwehr-Infanterie-Regiment 121 genommen. Der linke Fl\u00fcgel des Regiments mit den Maschinengewehren drang bis zur Hagm\u00fchle \u00f6stlich M\u00fcnster vor und stand im Feuer auf 800 Meter mit dem Feinde am Ostrande von M\u00fcnster.<\/p>\n<p>Bald nach Mittag traf die Mitteilung der Brigade ein, zwei Alpenj\u00e4ger-Bataillone bef\u00e4nden sich im Marsche von Rufach im Rheintal \u00fcber Ofenbach gegen Sulzbach. Gleichzeitig wurde der Kolonne H\u00fcbner noch das zweite Halbbataillon II\/Landwehr-Infanterie-Regiment 123 zur Verf\u00fcgung nachgeschickt. Oberstleutnant H\u00fcbner beauftragte III.\/Landwehr-Infanterie-Regiment 2 wie bisher mit der Beobachtung gegen Sulzbach und lie\u00df das zuerst eintreffende Halbbataillon II.\/Landwehr-Infanterie-Regiment 123 dem rechten Fl\u00fcgel des Landwehr-Infanterie-Regiments 121 n\u00f6rdlich Weier im Thal folgen.<\/p>\n<p>Nun traf noch die Mitteilung von der Brigade ein, feindliche Truppen gingen auch von Rufach im Rheintal gegen Colmar vor, dazu der Befehl, die Kolonne H\u00fcbner sollte 1 Bataillon \u00fcber Winzenheim (4 Kilometer s\u00fcdwestlich Colmar) in Marsch setzen, das mit dem letzten Verf\u00fcgungs-Bataillon der Brigade (II.\/Landwehr-Infanterie-Regiment 121) diesem Feinde entgegentreten sollte. Ohne auf die Durchf\u00fchrung des ersten Auftrages, Angriff gegen M\u00fcnster zu verzichten, h\u00e4tte dieser Befehl nicht ausgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Oberstleutnant H\u00fcbner gab daher das Bataillon nicht ab. Die Kampflage, wie sie sich jetzt bei Weier im Thal gestaltete, lie\u00df dies auch nicht zu.<\/p>\n<p>Die offen aufgefahrene, mit rauchstarkem Pulver feuernde Batterie auf der Kapellenh\u00f6he wurde von feindlicher Artillerie aus Stellung westlich M\u00fcnster unter Feuer genommen. Gleichzeitig h\u00f6rte man starkes Infanteriefeuer n\u00f6rdlich der Batterie. Ihre Bedeckungskompanie wurde von an Zahl weit \u00fcberlegenen Alpenj\u00e4gern angegriffen. Oberstleutnant H\u00fcbner setzte \u00bd II.\/Landwehr-Infanterie-Regiment 123 zum Gegenangriff ein. Dem r\u00fccksichtslosen Angriff dieser Kompanien im Verein mit Teilen vom I.\/121 gelang es, die Alpenj\u00e4ger zur\u00fcckzuwerfen. Unter den Toten des Feindes wurden die Nummern der Alpenj\u00e4ger-Bataillone 30 und 33 festgestellt. Die 9 cm-Batterie auf der Kapellenh\u00f6he hatte sich aber durch diesen in ihrer n\u00e4chsten N\u00e4he stattfindenden Infanteriekampf veranlasst gesehen, ihre Stellung zu r\u00e4umen und zwar unter Zur\u00fccklassung von zwei gesch\u00fctzen, die sp\u00e4ter von Leutnant Meyer des Landwehr-Infanterie-Regiment 2 geborgen wurden. Die Zivilfuhrleute mit ihren Munitions-Leiterwagen waren gleich bei Beginn des Artilleriekampfes verschwunden.<\/p>\n<p>Aus Richtung der Kolonne Kehl glaubte man um Mittag Artilleriefeuer geh\u00f6rt zu haben. Von ihrer Einwirkung auf den Kampf bei Weier im Thal und M\u00fcnster war aber nichts zu bemerken.<\/p>\n<p>Da f\u00fcr den Angriff auf M\u00fcnster die Unterst\u00fctzung von Feldartillerie fehlte, mit der Kolonne Kehl anscheinend nicht zu rechnen war und daher die rechte Flanke der Kolonne H\u00fcbner von den Bergh\u00f6hen her ungesch\u00fctzt schien, sie sich au\u00dferdem in der linken Flanke und imR\u00fccken von Sulzbach her bedroht f\u00fchlte, entschloss sich ihr F\u00fchrer den Angriff gegen M\u00fcnster als aussichtslos aufzugeben und unter dem Eindruck des erfolgreichen Gegensto\u00dfes des \u00bd II.\/123 in die alter Stellung bei Ingersheim-R\u00fcrkheim zur\u00fcckzugehen. Die Brigade billigte diesen Entschluss.<\/p>\n<p>Unter dem Schutze des auf H\u00f6he nord\u00f6stlich Weier im Thal in Stellung gebrachten III.\/Landwehr-Infanterie-Regiment 2 vollzog sich der R\u00fcckmarsch glatt und ohne dass der Feind nachgedr\u00e4ngt h\u00e4tte. Gerade hatte die Nachhut-Kompanie Walbach (3 Kilometer \u00f6stlich Sulzbach) 5 Uhr nachmittags verlassen, als die Meldung von der in das Sulzbach-Tal entstandte ReiterPatrouille eintraf, dass um diese Zeit eine Alpenj\u00e4ger-Kolonne mit einer Abteilung Gebirgsartillerie von Ofenbach her mit Anfang bei Sulzbach eingetroffen sei. Die Kolonne H\u00fcbner hatte sich gerade noch rechtzeitig einer sehr gef\u00e4hrlichen Flankenbedrohung entzogen.<\/p>\n<p>Bei Ankunft in T\u00fcrkheim erhielt Oberstleutnant H\u00fcbner Mitteilung von der Kolonne Kehl, dass diese um Mittag westlich Giragoutte in \u00fcberraschendes feindliches Artillerie- und Infanteriefeuer gekommen und von Alpenj\u00e4gern gezwungen sei, \u00fcber Zell auf Ingersheim zur\u00fcckzugehen.<\/p>\n<p>Die Kolonne Kehl war mit I.\/Landwehr-Infanterie-Regiment 2 seit 18.08. morgens bei Giragoutte gestanden. Ihre anderen Truppen (\u00bd II.\/Landwehr-Infanterie-Regiment 2 und 1 \u00fcberplanm\u00e4\u00dfige 9 cm-Batterie) trafen im Laufe des 18., die Batterie erst am 19. vormittags ein.<\/p>\n<p>Auf die Aufforderung des Oberstleutnant H\u00fcbner vom 19. vormittags, sogleich zur Unterst\u00fctzung von dessen Kolonne auf Hohrodberg anzutreten, vollendete die Kolonne Kehl zun\u00e4chst das begonnene Abkochen und wollte 12 Uhr mittags auf dem zwischen dem Kleinen und Gro\u00dfen Hohnack f\u00fchrenden Wege \u00fcber Weirer Kreuz den Vormarsch ins Gebirge antreten: 3. Kompanie &#8211; Hauptmann Diem &#8211; mit Infanterie-Spitze voraus; das Gros folgte auf 300 Meter. Die Infanterie-Spitze hatte gerade das unmittelbar westlich des Gro\u00dfen Hahnack befindliche Weirer Kreuz erreicht, hatte also erst einen Marsch von 1 Kilometer zur\u00fcckgelegt, als die Vortrupp-Kompanie von allen Seiten, insbesondere von den hochragenden Tannenb\u00e4umen, mit Infanterie- und Maschinengewehrfeuer \u00fcbersch\u00fcttet wurde. Die Kompanie entwickelte sofort. 1. Kompanie &#8211; Hauptmann Eibner &#8211; wurde in Marsch-Marsch zu ihrer Unterst\u00fctzung eingesetzt, 2. Kompanie &#8211; Oberleutnant F\u00fcrst &#8211; erhielt Befehl, westlich (rechts) am Hang vorzugehen, 4. Kompanie &#8211; Hauptmann H\u00f6rhammer &#8211; sollte links den Berg ersteigen und den Feind umfassen. In dem bergigen, waldigen, un\u00fcbersichtlichen Gel\u00e4nde war die landwehr, die seit der Mobilmachung noch keinen Augenblick Zeit zum \u00dcben gefunden hatte, die Befehle ihrer F\u00fchrer &#8211; ausnahmslos des Beurlaubtenstandes &#8211; nicht verstand, der \u00dcberraschung durch die berggewohnte Truppe der Alpenj\u00e4ger nicht gewachsen. Die Marschkolonne war augenscheinlich in einen Hinterhalt geraten. Die Entwicklung hatte nicht nur durch Infanterie-, sondern auch durch Artilleriefeuer vom Breitenberg her sehr zu leiden. Es ist ein Zeichen des vortrefflichen Geistes, der den Wehrleuten, besonders aber auch ihren F\u00fchrern, innewohnte und ihrer gediegenen Friedensausbildung, dass in dem von allen Seiten niederprasselnden Feuer, ohne dass ein Feind zu sehen und zu fassen war, ein geordneter Widerstand \u00fcberhaupt zustande kam. Gl\u00e4nzende Leistungen von Tapferkeit traten in Erscheinung. Hervorzuheben ist das tapfere Verhalten des Wehrmanns Benz der 1. Kompanie, der selbst\u00e4ndig, als er die Verbindung mit der 4. Kompanie herzustellen hatte, zur Erkundung des Feindes vorging. Er fand die durch das feindliche Feuer vernichtete und zersprengte 4. Kompanie nicht mehr, stellte aber fest, dass der linke Fl\u00fcgel der 3. Kompanie durch feindliche Umfassung stark bedroht war und meldete dies dem Hauptmann Diem, sodass dieser rechtzeitig Ma\u00dfnahmen zur Deckung seiner gef\u00e4hrdeten Flanke anordnen konnte. Die 9 cm-Batterie wurde in dem Sattel zwischen Kleinem und Gro\u00dfen Hohnack eingesetzt, um die feindliche Artillerie zu bek\u00e4mpfen. Deren Stellung war auf dem mit niederem Waldbestand bedeckten Breitberg gegen die Sonne nicht zu erkennen, w\u00e4hrend die deutsche Batterie, die offen und frei auffahren musste und durch den qualmenden Rauch ihres Feuers der feindlichen Artillerie ein selten g\u00fcnstiges Ziel bot, von dieser wirksam gefasst werden konnte. Ein Gesch\u00fctz wurde sogleich kampfunf\u00e4hig gemacht.<\/p>\n<p>Major Kehl setzte \u00bd II. Bataillon mit 2 Maschinengewehren am S\u00fcdrande des Waldes am Kleinen Hohnack ein. Da das eigene Artilleriefeuer gegen das feindliche nicht aufkommen konnte und immer mehr Teile des I. Bataillons aus dem Walde des Gro\u00dfen Hohnack zur\u00fcckgingen, beschloss er abzubauen. Er wollte hierzu eine Aufnahmestellung am Kleinen Hohnack und nord\u00f6stlich davon beziehen. Selbstt\u00e4tig kam ihm hierbei der Unteroffizier Lorenz W\u00fcrfl der 4. Kompanie entgegen. Dieser hatte als Furier in einem Hause nord\u00f6stlich des Kleinen Hohnack die Mahlzeit vorbereiten lassen. Eine Granate schlug in das Haus ein und machte das Essen unbrauchbar. Da griff Unteroffizier W\u00fcrfl in den Kampf ein. Er sammelte mit Hilfe des Kochs und einiger Wehrleute im heftigsten feindlichen Feuer die Versprengten hinter einer Steinmauer und stellte dem Bataillons-Kommandeur einen Zug von 82 Mann f\u00fcr die Aufnahme zur Verf\u00fcgung. Unter dem Schutze dieser Aufnahmestaffel und des \u00bd II. Bataillons sammelte Major kehl das I. Bataillon bei Rochette (500 Meter lstlich des Kleinen Hohnack), zog die Batterie ebendorthin und trat, ohne vom Feind bedr\u00e4ngt zu werden, um 4 Uhr nachmittags \u00fcber Zell den R\u00fcckmarsch zun\u00e4chst bis Ammerschweier und auf Befehl der Brigade nach Ingersheim an.<\/p>\n<p>Dem Vizefeldwebel Xaver Fas der 6. Kompanie ist es zu verdanken, dass der Patronenwagen der 5. Kompanie dem Feinde nicht in die H\u00e4nde fiel. Der Wagen war in dem weichen Boden festgefahren und stand unbeweglich noch da, als die Truppe schon im Abzug begriffen war. Vizefeldwebel Fais holte iim feindlichen Feuer Leute herbei, machte ihn nach langen Bem\u00fchungen, immerfort vom Feinde beschossen, wieder fahrbar und vermochte ihn durch seine Tatkraft zu retten.<\/p>\n<p>Um die Bergung der Verwundeten machten sich der Bataillons-Arzt, Oberarzt Dr. Glatz und der Assistenz-Arzt Dr. Ketterer des I. Bataillons sehr verdient. Sie walteten mutig ihres Amtes bei Rochette auch nach Abzug der Truppen und gingen erst mit Einbruch der Dunkelheit zur\u00fcck. Oberarzt Dr. Glatz wurde f\u00fcr diese tapfere Tat mit dem bayerischen Milit\u00e4r-Sanit\u00e4tsorden ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Die Verluste der Landwehr in den gefechten bei Weier im Thal unud am Gro\u00dfen Hohnack waren nicht gering. Besonders \u00bd II.\/Landwehr-Infanterie-Regiment 123 und die Bedeckungs-Kompanie des Landwehr-Infanterie-Regiments 121 hatten starke Verluste an F\u00fchrern und Mannschaften. I.\/Landwehr-Infanterie-Regiment 2 hatte 14 % Gefechts-verluste. Der tapfere F\u00fchrer der 4. Kompanie, Hauptmann H\u00f6rhammer, war gefallen. Wir fanden das ihm vom Feinde bereitete Grab bei unserem sp\u00e4teren Vormarsche am Weirer Kreuz. Von der 2. Kompanie fiel Offizierstellvertreter Vizefeldwebel Fritz, Oberleutnant Thielemann der 4. Kompanie fiel schwer verwundet in die H\u00e4nde der Franzosen und starb in der Kriegsgefangenschaft. Er wurde auf dem Friedhofe von M\u00fcnster bestattet.<\/p>\n<p>In ihrem ersten Gefechte hat die Landwehr in dem schwierigen Gebirgsgel\u00e4nde ihr M\u00f6glichstes geleistet, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Die w\u00fcrttembergische Landwehr ist ihren in vorbildlicher Tapferkeit zum Sturm vorangehenden F\u00fchrern in dem hin und herwogenden Nahkampf gegen die beste franz\u00f6sische Truppe mutig gefolgt und hat diese geworfen. Auch die bayerische landwehr hat in der H\u00f6lle des Gro\u00dfen Hohnack ihren Halt nicht verloren. Die j\u00e4mmerlich ausgestatteten \u00fcberplanm\u00e4\u00dfigen Festungsbatterien mit ihren veralteten Gesch\u00fctzen bildeten im Gebirgskampfe nicht nur keine Unterst\u00fctzung, sonder ein wesentliches Hindernis f\u00fcr die Truppe. In ihrer Kampfkraft, der Befehls\u00fcbermittlung, der Bewegungsf\u00e4higkeit war die Landwehr mehr dadurch au\u00dferordentlich behindert, dass ihr Maschinengewehre, Nachrichtenger\u00e4t und besonders auch Feldk\u00fcchen fehlten. Diese M\u00e4ngel sollten sich benfalls in den sp\u00e4teren K\u00e4mpfen noch nachteilig f\u00fchlbar machen.<\/p>\n<p>Trotz aller Opfer und M\u00fchen aber war dieser Kampfestag nicht vergebens. Ihre Aufgabe, die im M\u00fcnstertal stehenden feindlichen Truppen durch Angriff zu fesseln, haben beide Kolonnen erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Es soll hier noch des tapferen, klugen, umsichtigen, tatkr\u00e4ftigen Kommandeurs des w\u00fcrttembergischen Landwehr-Infanterie-Regiments 121, Oberstleutnant Bechtinger, gedacht werden, der sich in der F\u00fchrung seines Regiments am 19.08. hervorragend bew\u00e4hrt und am 04.09., als er mit seinem Regiment dem Gro\u00dfen H\u00f6rnleskopf k\u00e4mpfenden bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiment 2 durch Angriff auf den M\u00f6nchberg bei M\u00fcnster die linke Flanke decken wollte, den Heldentod gefunden hat. Die bayerische Landwehr des 2. Regiments wird diesem Helden ein dankbares, treues Gedenken bewahren.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Seite 14 <a href=\"https:\/\/portal.dnb.de\/bookviewer\/view\/1031446745#page\/14\/mode\/2up\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/portal.dnb.de\/bookviewer\/view\/1031446745#page\/14\/mode\/2up<\/a><\/p>\n<p>Man begrub Wilhelm Thielemann auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-root=\"1\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/P4rSTZbxnXm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Munster<\/a><\/span> in <span data-sheets-root=\"1\">Block 4, Grab 35.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_4107\" aria-describedby=\"caption-attachment-4107\" style=\"width: 712px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4107\" src=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Wilhelm-Thielemann-N.-N.jpg\" alt=\"\" width=\"712\" height=\"800\" srcset=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Wilhelm-Thielemann-N.-N.jpg 712w, http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Wilhelm-Thielemann-N.-N-267x300.jpg 267w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4107\" class=\"wp-caption-text\">Das Grab von Wilhelm Thielemann und eines unbekannten deutschen Soldaten auf dem Soldatenfriedhof M\u00fcnster<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Wilhelm Thielemann stammte aus Br\u00fcheim, einem Ortsteil der th\u00fcringischen Gemeinde Nessetal. 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