{"id":7244,"date":"2026-04-07T00:00:51","date_gmt":"2026-04-06T22:00:51","guid":{"rendered":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=7244"},"modified":"2025-10-14T10:55:36","modified_gmt":"2025-10-14T08:55:36","slug":"soldatenschicksale-des-1-weltkrieges-teil-585-gottfried-quinzler","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=7244","title":{"rendered":"Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 585: Gottfried Quinzler"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Gottfried Quinzler stammte aus der Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gechingen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gechingen<\/a> im heutigen Bundesland Baden-W\u00fcrttemberg. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Gefreiter in der 2. Kompanie des 121. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 19.02.1915 fiel er w\u00e4hrend der K\u00e4mpfe in den Vogesen nahe der Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Munster_(Haut-Rhin)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnster<\/a> (franz\u00f6sisch: Munster, els\u00e4ssisch: Menschter).<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Gottfried Quinzler berichtet die Regimentsgeschichte des 121. Landwehr-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die erste Schlacht bei M\u00fcnster<\/p>\n<p>Deutscher Boden sollte vom Feind ges\u00e4ubert werden, andere Brennpunkte der els\u00e4ssischen Front waren zu entlasten. 17 Bataillone Infanterie waren zusammengezogen: die vier bayerischen Infanterie-Regimenter, L. 121 und Landsturm-Infanterie-Bataillon Karlsruhe, an Artillerie das (bayerische) Reserve-Feldartillerie-Regiment 9, mehrere 15-cm-Haubitzbatterien, 2 oder 3 weittragende 10- und 13-cm-Langrohre und ein paar 21-cm-N\u00f6rser, au\u00dferdem die zwei Landwehr- und die zwei au\u00dferplanm\u00e4\u00dfigen Batterien des M\u00fcnstertals; neben der 2. (badischen) Landwehr-Pionier-Kompanie XIV standen die Pioniere der 8. Reserve-Division zur Verf\u00fcgung; die Armierungssoldaten waren auf die Pionierkompanien, die Material- und Munitionsdepots und das Sanit\u00e4tswesen verteilt. Die 6. (bayerische) Landwehr-Division befehligte den Abschnitt n\u00f6rdlich M\u00fcnster, in dessen Nordteil die &#8222;Gruppe Jehlin&#8220; (16. bayerische Reserve-Infanterie-Brigade mit R. 22, R. 23 und IV.\/L. 121 mit (Feld-M.-G.-Zug Villinger zu 3 M.-G.) den Gro\u00df-H\u00f6rnleskopf (1.000 Meter), den Combekopf (983 Meter), den Barrenkopf (980 Meter) und den Kleinkopf (943 Meter) angriff, links anschlie\u00dfend &#8222;Gruppe von Spr\u00f6sser&#8220; mit der Linie Wahlenstall-H\u00f6rnleskopf (841 Meter)-H\u00f6hen westlich Nordrand M\u00fcnster als erstem Ziel. Angelehnt an den Westrand von M\u00fcnster war &#8222;Brigade Pechmann&#8220; (15. bayerische Reserve-Infanterie-Brigade) mit I.\/L. 121 nebst Feld-Maschinengewehr-Abteilung &#8222;A&#8220; (sechs Maschinengewehre, F\u00fchrer Oberleutnant Naumann) gegen den Reichackerkopf und M\u00f6nchberg (771 Meter) angesetzt; links davon gingen R. 18 und 19 mit Front nach Nordwest aus dem Gro\u00dftal den Sattel, den Sattelkopf (892 Meter), die Klitzersteine und den Altmattkopf an. In 10 Kilometer Breite fasste die 8. (bayerische) Reserve-Division, bei der die Oberleitung des Ganzen lag, neun in f\u00fcnf Monaten stark befestigte Berge als ersten Kampfpreis an; welche Anlagen und Geheimnisse in deren Walddecken staken, konnte erst erkennen, wer unmittelbar davorstand.<\/p>\n<p>Nicht ganz zwei Bataillone auf jeder Kuppe &#8211; viel war das nicht. Auf \u00dcberraschung und der Wucht des ersten Sto\u00dfes baute unsere F\u00fchrung auf, da Reserven von Belang nicht zur\u00fcckgehalten werden konnten; schon zum ersten Takt des Gefechts mussten s\u00e4mtliche verf\u00fcgbaren Kr\u00e4fte eingeteilt werden. &#8211; Ob die Franzosen wirklich \u00fcberrascht wurden? Aus dem Verlauf der K\u00e4mpfe und den Gefangenenaussagen ergab sich hernach kein klares Bild; merkte der Feind auf, so mussten ihn der verst\u00e4rkte Patrouillengang, das Einschie\u00dfen der Batterien und der zunehmende Verkehr im M\u00fcnstertal stutzig machen, Begleiterscheinungen, die sich bei aller Vorsicht und \u00dcberlegenheit nicht ganz unterdr\u00fccken lie\u00dfen.<\/p>\n<p>F\u00fcr unser Regiment war es das erste, in jeder Richtung mit peinlicher Sorgfalt vorbereitete Unternehmen. Gefechtsverbindung und Nachrichtenwesen waren studiert und organisiert, alle Einzelheiten und Besprechungen geregelt, die Abschnitte, die Nachbarn rechts und links und die Angriffsziele an Hand\u00a0 von Karten bekanntgegeben; jedermann wusste Bescheid. Jede Infanteriekompanie hatte Drahtscherenkommandos ausger\u00fcstet, den Sto\u00dftrupps waren Pioniere beigegeben; Pionierparks mit Kampfmitteln, Stellungsbaumaterial und Tr\u00e4gertrupps waren hinter der ganzen Front angelegt, Verbandpl\u00e4tze eingerichtet, Sanit\u00e4tler und Krankentr\u00e4ger eingewiesen, Lazarettz\u00fcge zur Verbindung mit Colmar bereitgestellt.<\/p>\n<p>Schwarze Nacht; schwere Wolken hingen \u00fcber dem M\u00fcnstertal und in Regenschauern und Schneeb\u00f6en bezogen die Truppen in den ersten Fr\u00fchstunden des 19. Februar ihre Ausgangsstellungen. Den Mantel umgerollt, das Gewehr am Riemen \u00fcber der Schulter, die Patronengurte und Rocktaschen voll Munition, schweigend, lautlos; fl\u00fcsternd wurden die Befehle erteilt und von Mund zu Mund durchgegeben; das Straucheln eines Fu\u00dfes, das leise Klingen der Waffen deckten die Quellen und Wasserf\u00e4den zu, die \u00fcberall talw\u00e4rts rieselten. General von Spr\u00f6sser lie\u00df in G\u00fcnsbach seine Bataillone unbemerkt an sich vor\u00fcberziehen, ehe er seinen Gefechtsstand auf dem Frauenackerkopf einnahm; in entschlossenem Ernst, die Gedanken weitab in der Heimat und dann wieder Auge in Auge mit den n\u00e4chsten Stunden schritt jeder die ihm vorgeschriebene Bahn. Ohne Regung lagen die W\u00e4lder und T\u00e4ler, w\u00e4hrend wir uns aufbauten und nichts verriet die geh\u00e4ufte Energie, die zur Entladung dr\u00e4ngte. Die Spannung des Wartens wurde zur dr\u00fcckenden Last; Stunden waren vergangen, der Tag graute. Punkt 6.30 Uhr morgens zerriss die erste Granate die Luft und die Truppen des Gro\u00dftals traten an; eine Viertelstunde sp\u00e4ter knatterte Infanteriefeuer auf: am Reichackerkopf hatte I.\/L. 121 die franz\u00f6sische Vorstellung erreicht, deutsches und feindliches Maschinengewehrfeuer h\u00e4mmerte los und rauschte durch die W\u00e4lder; es klang, als brausten Wasserf\u00e4lle in der Ferne \u00fcber Felsen nieder.<\/p>\n<p>Eine Stunde sp\u00e4ter nahm auch die Artillerie n\u00f6rdlich des M\u00fcnstertals das Feuer auf. In gemessenen Abst\u00e4nden w\u00fchlten sich die 15-cm-Haubitzgranaten heulend, wie m\u00fchsam, durch die Luft, mit hellem Klang zischten die Geschosse der Feldkanonen dazwischen, eilig, als wollten sie die dicken und langsamen Br\u00fcder vom Steilfeuer \u00fcberholen; sie schmetterten in die alten Tannenbest\u00e4nde des Barrenkopfes, auf den Kleinkopf und den H\u00f6rnleskopf vorerst in langsamer Folge nieder. Rastlos schossen franz\u00f6sische Batterien hierhin und dorthin; ihre Infanterie schwieg. Und immer rascher zogen unsere Kanoniere ab, bis um 3\/4 10 Uhr die h\u00f6chste Feuersteigerung erreicht war: ein Gew\u00f6lbe von Gefechtsbahnen verdichtete sich hoch \u00fcber uns, die einschlageneden Eisenmassen knickten die dicken St\u00e4mme, zersplitterten den Steingrund und bohrten Trichter in den Waldboden; Wolken von Dampf, Rauch und Staub lagerten auf den H\u00f6hen. 10 Uhr. Unsere Artillerie stellte die Rohre um einige Striche steiler, verlegte sich feindw\u00e4rts: Sperrfeuer, und die Infanterie ging vor. Eine schw\u00fcle Viertelstunde: jetzt klommen die lichten Sturmketten zwischen den B\u00e4umen die H\u00e4nge aufw\u00e4rts und noch hatte allein das Gesch\u00fctz das Wort; dann brandete Kleingewehrfeuer auf und das Unwetter brach auf die gegen den Combekopf, den Barren- und Kleinkopf anlaufenden Bayern los.<\/p>\n<p>Hatte unsere Artillerievorbereitung nicht im Ziel gesessen oder nicht gen\u00fcgt, war man der Vorverlegung des Granateng\u00fcrtels nicht dicht genug gefolgt, hatte der Verteidiger sich sammeln und erholen k\u00f6nnen? Vor der Kuppe etagenweise angelegte Gr\u00e4ben, gef\u00fcllt von Verteidigern, die durchaus keinen niedergek\u00e4mpften Eindruck machten, sondern sich die B\u00fcchsen gl\u00fchend schossen, tiefe Streifen kaum besch\u00e4digter Verhaue davor &#8211; wo hatten unsere schweren Granaten und Kirns Zentnerladungen gewirkt? Hier blieb die bayerische Reserve-Infanterie h\u00e4ngen, hier packten und warfen sie seitliche Maschinengewehre des Feindes beim Zerschneiden des Stacheldrahts reihenweise und auch die franz\u00f6sische Artillerie war auf dem Posten; das Gel\u00e4nde war von meisterhaft berechneten Flankierungsanlagen durchsetzt. Unterst\u00fctzung f\u00fcllte die L\u00fccken. Unsere 16. Kompanie und 3 Maschinengewehre unterst\u00fctzten vom Schratzm\u00e4nnle aus mit Feuer und wurde daf\u00fcr vom Feind gef\u00e4hrlich eingeseift; gruppenweise schossen, bohrten und wanden sich Teile der Angriffsfront weiter; ein erbittertes Hin und Her, Vorschnellen, Gegensto\u00df, blutige Teilerfolge hier, R\u00fcckschl\u00e4ge daneben, stundenlang &#8211; aber der deutsche Angriff reifte nicht bis zum Einbruch in die Hauptstellung, er erlahmte unter der Wirkung der hohen Verluste. 14. und 15.\/L. 121 wurden kurz vor Mittag zur Verst\u00e4rkung der Gruppe Zenker gegen den Barren- und Kleinkopf vorgef\u00fchrt; da die H\u00f6hen nicht im ersten Anlauf \u00fcberrannt worden waren, galt es, den Franzosen jeden Schritt abzuzwingen. W\u00fctend k\u00e4mpften sich unsere Truppen voran, mit verzweifelter Heftigkeit wehrte sich der Gegner; die Wage stand, unser frontaler Angriff stockte, neue Artillerievorbereitung war n\u00f6tig, ein Eingreifen von der Seite die aussichtsreichste Hilfe und General Jehlin richtete die Blicke nach links zur Gruppe von Spr\u00f6sser; konnte sie nicht von S\u00fcden vorsto\u00dfen?<\/p>\n<p>General von Spr\u00f6sser hatte inzwischen den H\u00f6rnleskopf gest\u00fcrmt. II. und III. Bataillon L. 121 (ohne 12.) waren vom G\u00fcnsbachtalgrund angetreten, w\u00e4hrend Hauptmann Schwend mit seiner 12., den Fest.-M.-G.-Trupp &#8222;B&#8220; unter Leutnant Dri\u00dfner, einem Gesch\u00fctz der 3. Batterie Reserve-Feldartillerie-Regiment 9 unter Leutnant Herrenberg und 2 leichten Minenwerfern auf dem Frauenackerkopf s\u00fcdlich Schneiden lauerte. Den Westhang des Frauenackerkopfs hielt Landsturm-Infanteriebataillon Karlsruhe unter Major Freiherr von Puttkammer besetzt; er hatte vorerst nicht vorzugehen. Das II. und III. Bataillon schob sich w\u00e4hrend der Artillerievorbereitung den Steilhang hinauf, soweit die eigenen Granaten das zulie\u00dfen; Offizierspatrouillen mit Pionieren und Drahtscherenkommandos brachen voraus Bahn \u00fcber den wohl bekannten Waldhang, den die Bataillone am 3. November schon einmal gest\u00fcrmt und manches liebe Mal auf Patrouille durchstreift hatten. Verbindung mit dem f\u00fcr den Wahlenstall eingeteilten II.\/R. 23 wurde vergeblich gesucht. Franz\u00f6sische Artillerie tastete den Hang ab, vom Krepieren eigener Granaten spr\u00fchten unsere Sturmlinie Eisensetzen auf den Hintern &#8211; schadete nichts. Oben auf der H\u00f6he Einschlag auf Einschlag; unsere Kanonen arbeiteten brav vor. 10 Uhr! &#8222;Antreten!&#8220; Feindliche Maschinengewehre und Gewehre knatterten herab, aber auch deutsche Waffen r\u00fchrten sich m\u00e4chtig, denn Hauptmann Schwend nahm die H\u00f6he aus naher Entfernung vom Frauenackerkopf unter seine Gewehre und leichten Minenwerfer und deckte sie bis zum Augenblick des Einbruchs mit aller Kraft zu.<\/p>\n<p>Die Sturmpatrouillen des II. und III. Bataillons erreichen die Hindernisse, schneiden und rei\u00dfen Gassen frei; der Feind erkennt die Gefahr, er tut, was er kann; vergeblich: mit pr\u00e4chtigem Schwung schnellt unsere Linie aufw\u00e4rts. Pl\u00f6tzlich etwas Unerwartetes und Unerh\u00f6rtes &#8211; Musik: &#8222;O Deutschland hoch in Ehren!&#8220; Dicht hinter den St\u00fcrmenden l\u00e4sst Musikleiter Grieser die Regimentskapelle blasen und ihre Kl\u00e4nge steigen \u00fcber den Kampfl\u00e4rm auf; eine Welle der Begeisterung schl\u00e4gt, alles vorw\u00e4rtsrei\u00dfend, \u00fcber uns zusammen; keuchend, um Atem ringend, singen die Kompanien mit, w\u00e4hrend sie vorw\u00e4rts dringen, st\u00fcrzen und sich wieder hochraffen. &#8211; Trommeln, die H\u00f6rner &#8222;Seitengewehr!&#8220;, tobendes Feuer. 12. Kompanie jagt \u00fcber Schneiden vor, von Osten und S\u00fcden wachsen Feldgraue vor den H\u00f6henstellungen des Feindes zugleich aus dem Boden, winden sich durch Astverhaue und Stacheldrahtgewirre, brechen in die Gr\u00e4ben, an ein, zwei, drei Punkten, in ganzer Frontbreite, br\u00fcllend, schie\u00dfend, um sich hauend und stechend und sp\u00fclen wie eine Woge \u00fcber den Feind. Nach einer halben Stunde ist der ganze Kopf in unserer Hand. Verfolgungsfeuer vom H\u00f6rnles- und Frauenackerkopf auf die \u00fcber die Steinabf\u00e4lle von Hohrodberg Rettung suchenden Alpenj\u00e4ger. II. und III. Bataillon graben sich auf dem H\u00f6rnleskopf ein, die Gefangenen werden zur\u00fcckgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Denn heute wie am 3. November: sollte H\u00f6he 841 nach Westen \u00fcberschritten werden, so musste vorher der beherrschende Kleinkopf genommen sein. General von Spr\u00f6sser setzte nach Festigung der Verh\u00e4ltnisse auf de genommenen Kuppe sein II. Bataillon (ohne 6.) vom H\u00f6rnleskopf zun\u00e4chst gegen den Wahlenstall und das &#8222;Wahlenstallk\u00f6pfchen&#8220;, die Vorh\u00f6he des Kleinkopfs, an. Deutsche und feindliche Artillerie verlegten den Weg; ein Fernspruch zum Artilleriekommandeur und die eigenen Granaten waren beseitigt; nun warf sich das Bataillon in den Sperrfeuerg\u00fcrtel des Feindes, \u00fcberwand ihn und schoss sich in halbst\u00fcndigem Kampf auf das K\u00f6pfchen durch, dessen Besatzung, Alpenj\u00e4ger 11 und 12, viel Blut lassen musste.<\/p>\n<p>Als Gegenwirkung des Feindes auf die verlorenen H\u00f6hen erst schwere Bombadements aus allen Kalibern &#8211; gut, dass ein Teil der Eisenlast zu hoch lag und in den G\u00fcnsbachtalgrund hinter den H\u00f6rnleskopf polterte, wo sie unsch\u00e4dlich verpufften. Dann traten Alpenj\u00e4gerformationen von Hohrod und der Gegend von Gebr\u00e4ch zum Gegenangriff an, &#8211; wie die Bev\u00f6lkerung nachher erz\u00e4hlte, voll Hoffnungslosigkeit: &#8222;Mein Gott, diese Felsh\u00e4nge sollen wir st\u00fcrmen?&#8220; Die einen zerstreute unsere Artillerie schon bei der Versammlung, die anderen kamen weiter oben im Feuer unserer Gewehre und Maschinengewehre unter die Sense.<\/p>\n<p>Ausgezeichnet arbeiteten unsere Gefechtstelephone, die Bau- und St\u00f6rungstrupps leisteten Hervorragendes; unaufh\u00f6rlich riefen die Summer, Meldungen und W\u00fcnsche dr\u00e4ngten sich von allen Seiten zur Gefechtsleitung durch die Dr\u00e4hte, die als ruhiger Mittelpunkt des Getriebes k\u00fchl abw\u00e4gend Weisungen und Entscheidungen zur\u00fcckgab.<\/p>\n<p>Vom Wahlenstallk\u00f6pfchen war&#8217;s ein Schritt zum Angriff auf die n\u00e4chste Kuppe, den Kleinkopf selbst, und General von Spr\u00f6sser dirigierte 4 Uhr nachmittags auf die immer dringlicheren Rufe hin 3\/4 II. Bataillon mit Maschinengewehren unter Hauptmann Spindler gegen ihn. &#8222;Gruppe Jehlin kommt von Osten nicht auf den berg herauf, jetzt m\u00fcssen&#8217;s die tapferen W\u00fcrttemberger von S\u00fcden schaffen,&#8220; meinte der bayerische Hauptmann Kiesser vom Divisionsstab, der Verbindungsoffizier bei der Gruppe von Spr\u00f6sser. Der Kleinkopf ist auf seiner Ostseite bewaldet, sein S\u00fcdhang gegen den H\u00f6rnleskopf dagegen ein kahler, felsiger Satan, damals dazu mit Schnee bedeckt und gleich der erste Versuch zeigte das Aussichtslose, hier durchzukommen: m\u00f6rderisches Feuer von vorn, noch vernichtenderes von links fegte alles Lebendige fort; r\u00fcckw\u00e4rtige Flankierungsanlagen des Feindes bei Londenbach und Gebr\u00e4ch wurden \u00fcberraschend f\u00fchlbar; der Franzose hatte vorn und hinten besetzt und erhebliche Kr\u00e4fte standen gegen uns. Unsere Batterien schadeten, da ohne hinreichende Beobachtung nach Gebr\u00e4ch und Umgebend, mehr als sie n\u00fctzten; jeder Kurzschuss sa\u00df bei diesem steilen Gebiet sofort in der eigenen Truppe. Hauptmann Spindler erkannte: So ging das nicht und schob sein Bataillon um eine Breite nach Osten; den linken Fl\u00fcgel dem Waldrand entlang ging er von S\u00fcdosten aufs neue auf die Kuppe vor. In hartem Ringen brachte sich das II. Bataillon schrittweise bergauf; es blieb allein: der bayerische Nachbar, der gleichzeitig zufassen sollte, stellte sich nicht ein und der Feind konnte seine gesamten Kampfmittel gegen unser Bataillon vereinigen. Die Dunkelheit war v\u00f6llig eingebrochen, bis II.\/L. 121 sich vor die Hauptstellung des Kleinkopfs vorgebracht hatte; die Nacht machte der Bewegung ein Ende.<\/p>\n<p>Auch im Abschnitt Gro\u00dftal war viel Blut geflossen. In den ersten Morgenstunden hatte unser I. Bataillon die franz\u00f6sischen Vorstellungen am Reichackerkopf gest\u00fcrmt; dann waren Graben um Graben, ein Nest und ein St\u00fctzpunkt nach dem anderen einzeln zu bezwingen, die, oft \u00fcberraschend und scheinbar wahllos angelegt, sich meistens geschickt kombiniert und gut befestigt erwiesen. Das Bataillon arbeitete ohne Artillerieunterst\u00fctzung, an die in dem un\u00fcbersichtlichen Gebiete nicht zu denken war; seine K\u00e4mpfe und St\u00fcrme am Reichackerkopf und M\u00f6nchsberg waren rein infanteristische Leistungen. Das unwegsame und zerrissene Gel\u00e4nde spaltete das Bataillon in verschiedene Angriffsk\u00f6rper, jeden gegen andere Feinde; die Verbindung riss und man kam mit der Nase nach allen Himmelsrichtungen zu liegen, wie das Gefechtsbild es mit sich brachte. Flanke und R\u00fccken blieben nicht selten bedenklich unbedeckt, bis die Kompanien, Z\u00fcge oder Gruppen sich im n\u00e4chsten Takt des Vordringens wiederfanden oder gegenseitig durch Flankenwirkung willkommene Entlastung brachten. St\u00fcckweise wurde das Land gereinigt. Major Timmermann aber wahrte die Direktion, fasste die Seinen unerm\u00fcdlich neu zusammen, ordnete, half nach und brach sich f\u00e4cherf\u00f6rmig nach Nordwesten Bahn trotz Schanzen, Buschverstecken und den \u00dcberraschungen der Schluchten und Felsecken. Erbitterte Gefechte w\u00e4hrend des ganzen Tages; bis zur Nacht war die f\u00fcr heute befohlene Linie erreicht und nur die h\u00f6chste Kuppe des M\u00f6nchbergmassivs und der Hof Brezel &#8211; gegen\u00fcber dem \u00e4u\u00dfersten linken und rechten Fl\u00fcgel des Bataillons &#8211; waren noch nicht gefallen.<\/p>\n<p>Links neben dem I.\/L. 121 w\u00fcrgten sich die bayerischen Regimenter bis zur Nacht dicht an den Sattel und an den H\u00e4ngen westlich davon etwa bis zur halben H\u00f6he empor. Dieser Teil des Gefechtsfeldes erlangte keinen Einfluss auf die Lage unseres Regiments und wird daher im folgenden Zusammenhang unerw\u00e4hnt gelassen; entscheidende Vorteile wurden in ihm nicht errungen und der Sattelkopf, der Gaschney und der T\u00e4nnlekopf blieben ungenommen.<\/p>\n<p>Wo sie lagen, verbrachten die Kompanien die kalte Nacht. Essen, Munition und Stroh wurden auf den in der Dunkelheit helsbrecherischen Pfaden von Verpflegungsoffizieren, Feldwebeln und Armierungssoldaten zugef\u00fchrt; unser Infanteriefeuer war verstummt, w\u00e4hrend die Franzosen aufgeregt und planlos weiter schossen. Beide Artillerien pausierten und nur unsere Langrohre sperrten die Schluchtstra\u00dfe hinten durch Granaten,die sie alle 10 Minuten hin\u00fcberjagten. Teilerfolge waren errungen worden, Teilerfolge, die hinter dem Voranschlag zur\u00fcckblieben, und in der Nacht f\u00fchrte der Feind frische Kr\u00e4fte heran trotz unseres Feuerriegels auf der Schluchtstra\u00dfe, w\u00e4hrend wir keine Reserven hinter und hatten.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Man begrub Gottfried Quinzler auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-root=\"1\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/P4rSTZbxnXm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Munster<\/a><\/span> in <span data-sheets-root=\"1\">Block 4, Grab 47.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_4111\" aria-describedby=\"caption-attachment-4111\" style=\"width: 662px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4111\" src=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Gottfried-Quinzler-N.-N.jpg\" alt=\"\" width=\"662\" height=\"800\" srcset=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Gottfried-Quinzler-N.-N.jpg 662w, http:\/\/soldatenschicksale.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Gottfried-Quinzler-N.-N-248x300.jpg 248w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4111\" class=\"wp-caption-text\">Das Grab von Gottfried Quinzler auf dem Soldatenfriedhof M\u00fcnster<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Gottfried Quinzler stammte aus der Gemeinde Gechingen im heutigen Bundesland Baden-W\u00fcrttemberg. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Gefreiter in der 2. Kompanie des 121. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 19.02.1915 fiel er w\u00e4hrend der K\u00e4mpfe in den Vogesen nahe der Stadt M\u00fcnster (franz\u00f6sisch: Munster, els\u00e4ssisch: Menschter). \u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Gottfried Quinzler berichtet &hellip; <a href=\"http:\/\/soldatenschicksale.de\/?p=7244\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eSoldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 585: Gottfried Quinzler\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_wp_rev_ctl_limit":""},"categories":[1007,76,988,468,75],"tags":[1654,99,303,78,2399,11,990,1526,1486,306,239],"class_list":["post-7244","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-weltkrieg","category-frankreich","category-grand-est","category-vogesen-elsass","category-westfront","tag-121-landwehr-infanterie-regiment","tag-baden-wuerttemberg","tag-elsass","tag-frankreich","tag-gechingen","tag-gefreiter","tag-grand-est","tag-menschter","tag-muenster","tag-vogesen","tag-westfront"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7244","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7244"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7244\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7252,"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7244\/revisions\/7252"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7244"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7244"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/soldatenschicksale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7244"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}