Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 606: Anton Baumeister

Der Soldat Anton Baumeister stammte aus der bayerischen Stadt Günzburg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Oberstleutnant und Stabskommandeur im Stab des II. Bataillons des 23. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 20.02.1915 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen nördlich der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter).

Über den Todestag und die Todesumstände von Anton Baumeister berichtet die Regimentsgeschichte des 23. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Der neue Tag (20.02.1915) brachte wieder frischen Mut, insbesondere wurde freudig begrüßt, dass erneutes zusammengefasstes Artilleriefeuer von 10 Uhr vormittags ab die feindliche Stellung sturmreif schießen sollte.

Mit inzwischen geordneten Verbänden wurde um 11 Uhr vormittags zum vierten Sturm angetreten. In der Front unterstützt durch 12/bayerisches Landwehr-Infanterie-Regiment 3, von Süden her durch 3. Kompanie des Landwehr-Infanterie-Regiments 121, erkämpfte das Bataillon wieder Schritt für Schritt die Höhe bis zur Sturmentfernung.

Als es dem Bataillonskommandeur, Oberstleutnant z. D. Baumeister, schien, als käme der Angriff wieder ins Stocken, eilte er mit Handgranaten in der Hand in die dicht am Feind befindliche vordere Linie des Bataillons und feuerte durch sein Beispiel zum mutigen Vorwärtsstürmen an. Während unter seiner Führung die vordersten Reihen auf den Gegner eindrangen, brach der tapfere Held, der als verabschiedeter Offizier trotz vorgerückten Alters freiwillig zum Frontdienst zu den Fahnen geeilt war, von mehreren Geschossen tödlich getroffen, zusammen. Mit den Worten „Gott sei Dank, wir haben den Berg!“ fiel er an der Spitze seines Bataillons, ein leuchtendes Beispiel deutschen Heldenmuts und deutschen Pflichtgefühls. Bei dem Versuch, ihn zur Seite zu bringen, fielen drei Leute seines Bataillons, deren Namen dem Verfasser leider nicht bekannt geworden sind, erst dem vierten gelang es, den Sterbenden zu bergen.

Kurze Zeit darauf hatten die Gefechtsgruppen Utz, Eißenberger, Straßer und Zimmermann (die Kompanien waren vollständig vermischt) mit jugelndem Hurra die Höhe genommen, die vom Feinde in wilder Flucht geräumt wurde.

Die Verluste betrugen 36 Tote, 75 Verwundete, 38 Vermisste. Unter den Toten befand sich auch der tapfere Führer der 8./R. 23, Oberleutnant Neumeier, der, an der Spitze seiner Leute in den feindlichen Drahtverhau eingedrungen, von zwei feindlichen Geschossen getroffen, zu Boden sank.

Für den gefallenen Oberstleutnant Baumeister übernahm Hauptmann Utz die Führung des Bataillons.“

Man begrub Anton Baumeister auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in Block 3, Grab 463.

Das Grab von Anton Baumeister auf dem Soldatenfriedhof Hohrod

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 4: Oberstleutnant Alfred Schuster

Der Soldat Alfred Schuster wurde am 21.12.1869 in der bayerischen Landeshauptstadt München geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er zunächst als Major und Bataillonskommandeur im III. Bataillon des bayerischen Infanterie-Leib-Regiments. Später wurde er Adjutant des bayerischen Kriegsminister, Oberstleutnant und Kommandeur 19. bayerisches Infanterie-Regiments. Am 27.03.1918 fiel er im Alter von 48 Jahren während der Großen Schlacht in Frankreich.

Über den Todestag und die Todesumstände von Oberstleutnant Alfred Schuster berichtet die Regimentsgeschichte des 19. bayerischen Infanterie-Regiments:

„27.03.1918. Vormittags wurde unter Heranziehung auch der schweren Artillerie, mittleren und leichten Minenwerfer die Niederkämpfung der feindlichen Maschinengewehre und Artillerie versucht.

Der Angriff sollte nun laut Divisionsbefehl nach einstündiger Vorbereitung im ganzen Armeebereich um 12 Uhr mittags beginnen.

Der 27. März wurde ein „dies ater“ in der Geschichte des Regiments.

An diesem Tage fiel im 3. Bapaumeriegel etwa 200 Meter östlich Bucquoy, also in vorderster Linie, sein Kommandeur, unser Oberstleutnant Schuster. Er wagte an diesem Tage alles und verließ seine Befehlsstelle, weil er selbst mit seinen Neunzehnern vorgehen wollte. Mit seinem taktischen Feindgefühl hatte er genau erkannt, dass die Lage, wenn überhaupt, nur noch durch außergewöhnliche Mittel zu meistern war.

Er fiel etwa um 1 Uhr nachmittags mit einigen seiner Begleiter durch einen Artillerievolltreffer. Das Regiment hatte seinen zweiten heldenhaften Kommandeur verloren. Uns, die wir um ihn waren, die nunmehr seine sichere Führung, unter der wir uns immer besonders geborgen gefühlt hatten, entbehren sollten, uns wurde es damals einsam ums Herz und auf aller Munde lag die schwere Frage: „Wie soll es nun weitergehen?“

Oberstleutnant Schuster war, gleich Oberst Drausnick, das Urbild eines schneidigen Soldaten und hervorragenden Führers, der, ungewöhnlich klug, voll sicheren militärischen Instinkts, energisch und zielbewusst jede Schwierigkeit zu meistern wusste. Seine Führereigenschaften kam besonders zum Ausdruck in der Arrasschlacht und in Flandern; das Regiment war jederzeit fest in seiner Hand und konnte sich unbedingt auf ihn verlassen. Seine peinliche Fürsorge für alle seine Untergebenen war war vorbildlich. Dabei war er in Ruhestunden einer der besten und frohesten Kameraden, der es verstand, jedem innerlich nahe zu kommen. Das Regiment wird diesen ganz prachtvollen Menschen und Führer nie und nimmer vergessen.

Am 28.03.1918 wurde er und mit ihm unser schneidiger Oberleutnant Sporrer auf dem Friedhof von Achiet-le-Grand beerdigt.“

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Man begrub Oberstleutnant Alfred Schuster auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 1, Grab 391.

Major Alfred Schuster