Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 662: Johann Blüchel

Der Soldat Johann Blüchel stammte aus der bayerischen Gemeinde Rugendorf. Er kämpfte im Ersten Weltkrieg als Infanterist in der 6. Kompanie des 7. bayerischen Infanterie-Regiments. Am  22.09.1915 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen nahe der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter).

Man begrub Johann Blüchel auf dem Soldatenfriedhof Munster in Block 2, Grab 102.

Das Grab des Soldaten Gregoreck und von Johann Büchel

Sonderbeitrag: Hauptmann Adam Becker

Der Soldat Adam Becker stammte aus der Stadt Deidesheim im heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Hauptmann in der 1. Kompanie des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 18.08.1915 fiel er im Kampf in den Vogesen nördlich der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter) am Lingekopf.

Über den Todestag und die Todesumstände von Adam Becker berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:

In der Nacht zum 18. August übernahm das I. Bataillon die Stellungen am Lingekopf.
Ein Teil der Lingekopf-Stellung hatte den Besitzer wiederholt gewechselt, er war am 4. August den Franzosen wieder entrissen worden und es war deshalb damit zu rechnen, daß dieselben ihn wieder zu erlangen trachten würden.
Am 17. August hatte ab 4° nachm. feindliches Artilleriefeuer auf dem Lingekopf und dem Raum östlich davon gelegen und bis 10° nachts mit ziemlicher Heftigkeit angedauert. Ein Infanterieangriff war aber nicht erfolgt. In der Nacht vom 17./18. August hielt der Feind die Stellung unter mäßig starkem Infanteriefeuer, war zahlreiche schwere Minen auf den Ostabhang und machte zeitweise kurze Artillerieüberfälle.

Der Vormittag des 18. August verlief ruhig. 3., 1. und 4. Komp. waren vorne eingesetzt, 2. Komp. Reserve. Die vorderste Linie war nur mit schwachen Postierungen besetzt, die übrigen Teile der Kompagnien waren gruppenweise in den Unterschlüpfen der Reservestellung untergebracht. Die 2. Komp. lag mit zwei Zügen in den Unterständen nächst dem Bataillonsunterstand, ein Zug hatte die Riegelstellung besetzt.

3⁴⁵ nachm. setzte lebhaftes Artilleriefeuer auf den Lingekopf ein, vom Schwarzberg kam Flankenfeuer auf den Ostabhang. Vor diesem äußerst heftigen Feuer wich die 1. Komp. unter Zurücklassung von Postierungen bis zur Riegelstellung zurück, ebenso ein Teil der 4. Komp.

Da nun ein Angriff mit Sicherheit zu erwarten war, zog der Kommandeur I./L.S.R. 1 das ihm unterstellte III./R.I.R. 74 heran, das aber nur mit ganz geringer Gefechtsstärke eintraf.

Das Artilleriefeuer dauerte bis gegen 7⁰ abends. Dann brach der Angriff so wuchtig los, daß die Alpenjäger die nur schwach besetzte erste und die nahe dahinter liegende zweite Linie überrannten und fast bis an den sogenannten Riegel‑Graben (3. Linie) vordrangen.

Die Kompagnien des Bataillons hatten den Tag über im heftigsten Feuer ausharrend hinter den Resten von Unterständen, hinter Felsen und abgeschossenen Baumstämmen einigermaßen Deckung suchend den feindlichen Angriff abgewartet.

Der schon in den Morgenstunden in der Stellung vorne gegebene Befehl des Regimentskommandeurs hatte gelautet:
„H. Major, Angriff ist heute bestimmt zu erwarten. Treffen Sie alle Vorbereitungen, sodaß das Bataillon dem Angriff in augenblicklichem Gegenstoß entgegentritt. Sorgen Sie besonders für Aufrechthaltung der Verbindung mit den vorne zu belassenden Posten und behalten Sie selber so Verbindung mit den Kompagnien, daß diese auf ihren Befehl unverzüglich losgehen können. Dem Feind darf keine Minute Zeit gelassen werden, sich festzusetzen und einzurichten!“
Auf wiederholte Anfragen während des schweren Artillerie‑ und Minenfeuers antwortete der Bataillonskommandeur, Major Drff, stets:
„Herr Oberstlt. können sich verlassen, alles ist bereit, Verbindung nach oben (1. Linie) und zu den Kompagnien besteht fortwährend; sobald der Angriff kommt, gehen wir augenblicklich los!“

Die Sicherheit zu dieser beruhigenden Meldung erhielt Major Orff durch das vorbildliche Verhalten der Leutnants Burre und Hampp, wie des Feldwebel‑Leutnants Niggl, die die Verbindungsposten zur ersten Linie trotz schwersten Feuers immer wieder nachsahen und für Ergänzung der Verluste sorgten.

Der Gegenstoß wurde auch augenblicklich angesetzt, mit bewundernswerter Kraft und verbissener Entschlossenheit erstürmte das tapfere Bataillon — voran die 4. Komp. — den steilen felsigen Gipfel, über den die Alpenjäger, wie oben gesagt, schon ein erhebliches Stück vorgebrochen waren.

Die Franzosen, die bereits zwei Maschinengewehre herangebracht hatten, wurden über unsere erste Linie hinaus — wieder restlos in ihre alte Stellung zurückgeworfen. Ein französischer Gefangener erzählte gelegentlich, daß ihnen das furcht‑ und schreckenerregende, allen Gefechtslärm übertönende „Hurra“ der anstürmenden Germanen durch Mark und Bein gefahren sei, so daß ihm niemand standzuhalten vermochte.

Die Franzosen mußte auch geradezu eine Panik ergriffen haben, da sie ihre Gewehre, die mit der Mündung in den Graben herein sahen, dutzendweise liegen ließen und zunächst davon rannten, im Graben selbst lagen massenhaft tote Franzosen, einer neben dem anderen.

Der feindliche Graben lag auf nächste Entfernung gegenüber, wütender Handgranatenkampf folgte gegen die weiter folgenden Angriffswellen der Franzosen.

Seine eigenen Handgranaten hatte das Bataillon bald verworfen. Die Alpenjäger hatten jedoch massenhaft Handgranaten, die viele wie an einer Perlenschnur um den Hals getragen und dann wohl über 1000 bei ihrer Flucht zurückgelassen — Handgranaten, die zunächst nicht zu gebrauchen wußte.

Feldwebelleutnant Niggl jedoch versuchte so lange daran herum, bis es ihm gelang, sie zu handhaben. Dann wurden auch diese noch sämtlich in die Gräben der Franzosen geschleudert. Hieran hatte Niggl ein besonderes Verdienst.

Die Verluste des Bataillons betrugen in einer Stunde vier Offiziere (Hptm. Becker, der erst tags vorher aus Krankenurlaub gekommen war, und Offizierstellvertreter Fischer tot, Hptm. Reissinger und Offizierstellvertreter Gut, dieser schwer verwundet.)

26 tote, 174 verwundete und 6 vermißte Unteroffiziere und Mannschaften, zusammen 210.

Trotzdem führte das Bataillon den schweren Angriff durch mit dem Erfolg, daß es die ihm anvertraute Stellung restlos behauptete, daß damit der Lingekopf in deutscher Hand blieb, während der gleichzeitig angegriffene, von preußischen Truppen besetzte Schrazmännele‑Nordrücken und die Spitze des Schrazmännele verloren gingen.“

Man begrub Adam Becker auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in Block 1, Grab 68.

Hauptmann Adam Becker
Das Grab von Hauptmann Adam Becker

Sonderbeitrag: Johann Hetzner

Der Soldat Johann Hetzner wurde am 22.01.1892 in der bayerischen Stadt Nürnberg geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 5. Batterie des 8. bayerisches Feldartillerie-Regiments. Am 08.09.1914 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen bei Serres nahe der Ortschaft Courbesseaux. Johann Hetzner wurde 22 Jahre alt.

Über den Todestag und die Todesumstände von Johann Hetzner berichtet die Regimentsgeschichte des 8. bayerischen Feldartillerie-Regiments:

08.09.1914 Zur Unterstützung des Angriffes der 12. b. Inf.Brig. aus vorderster Linie geht I. ohne 2. in Stellung 1 km westlich Courbesseaux, Vorgehen von Teilen der II., schon angesetzt, wird auf nachts verschoben. Im  übrigen Vorbereitung des Angriffes durch Bekämpfung feindlicher Batterien und Beschießen des Feindes im Wald von Haraucourt, in den 6. b. Inf.Rgt. dann eindringt. — Das Regiment erhält seine ersten Eisernen Kreuze. — 7 Mann tot, 20 verwundet, starke Pferdeverluste. Unterkunft wie gestern, I. in
Stellung, St. I. Courbesseaux.

Man begrub Johann Hetzner auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in Block 1, Grab 71.

Das Grab von Johann Hetzner und Philipp Fritz auf dem Soldatenfriedhof Gilbertsweiler (französisch: Gerbéviller)

Sonderbeitrag: Josef Buhl

Der Soldat Josef Buhl stammte aus der bayerischen Landeshauptstadt München. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Pionier in der 2. Ersatz-Kompanie des 1. bayerisches Pionier-Bataillons. Am 08.09.1914 fiel er während der Kämpfe in Lothringen.

Man begrub Josef Buhl auf dem Soldatenfriedhof Strasbourg-Cronenbourg in Block 1, Grab 25.

Das Grab von Josef Buhl und Hermann Wagner auf dem Soldatenfriedhof Straßburg

Sonderbeitrag: Oswald Mayr

Der Soldat Oswald Mayr stammte aus Stadels, Schwaben. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Ersatz-Reservist in der 10. Kompanie des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 17.04.1915 fiel er während der Kämpfe nördlich der Stadt Münster (französisch: Munster,. eslsässisch: Menschter). Er wurde am Eichenrain getötet.

Die Sterberegion von Oswald Mayr:

Man begrub Oswald Mayr auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in Block 1, Grab 8.

Das Grab von Oswald Mayr auf dem Soldatenfriedhof Hohrod

Sonderbeitrag: Karl Köllnberger

Der Soldat Karl Köllnberger stammte aus der bayerischen Landeshauptstadt München. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Wehrmann in der 10. Kompanie des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 17.04.1915 fiel er während der Kämpfe nördlich der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter).

Man begrub Karl Köllnberger auf dem Soldatenfriedhof Hohrod in Block 1, Grab 7.

Das Grab von Karl Köllnberger auf dem Soldatenfriedhof Hohrod

Soldatenschicksale des 2. Weltkrieges Teil 634: Anton Finkel

Der Soldat Anton Finkel wurde am 18.06.1920 in der bayerischen Stadt  Donauwörth geboren. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier in der deutschen Wehrmacht. Am 13.01.1945 fiel er im Alter von 24 Jahren in Unterhütten (französisch: Les Basses Huttes) einem Ortsteil der französischen Stadt Orbey, nahe der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter).

Man begrub Anton Finkel auf dem Soldatenfriedhof Munster in Block 3, Grab 1a

Das Grab von Anton Finkel auf dem Soldatenfriedhof Münster

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 633: Ludwig Heindl

Der Soldat Ludwig Heindl wurde am 23.08.1894 in der bayerischen Ortschaft Eizersdorf, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Thurmansbang, geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 3. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 06.03.1915 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen nahe der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter). Ludwig Heindl wurde 20 Jahre alt.

Man begrub Ludwig Heindl auf dem Soldatenfriedhof Munster in Block 3, Grab 4.

Das Grab von Ludwig Heindl auf dem Soldatenfriedhof Münster

Sonderbeitrag: Josef Sessner

Der Soldat Josef Sessner stammte aus Burgfarrnbach, einem Stadtteil der bayerischen Stadt Fürth. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier der Reserve in der 2. Kompanie des 9. bayerischen Brigade-Ersatz-Bataillons. Am 19.02.1915 verstarb er, nachdem er zuvor während der Kämpfe in den Vogesen schwer verwundet worden war.

Man begrub Josef Sessner auf dem Soldatenfriedhof Ste.-Marie-aux-Mines in Block 1, Grab 97.

In seinem Heimatort Burgfarrnbach gedenkt man Josef Sessner noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/burgfarrnbach_stadt-fuerth_wk1_wk2_bay.html

Das Grab von Peter Kaspari und Josef Sessner auf dem Soldatenfriedhof Markirch

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 626: Johann Gügel

Der Soldat Johann Gügel wurde am 24.07.1894 in Wimmelbach geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Heroldsbach. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 6. Kompanie des 22. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 06.03.1915 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen nahe der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter). Johann Gügel wurde 20 Jahre alt.

Man begrub Johann Gügel auf dem Soldatenfriedhof Munster in Block 3, Grab 12.

In seiner Heimatgemeinde Heroldsbach gedenkt man Johann Gügel noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/heroldsbach_lk-forchheim_wk1_wk2_bay.html

Das Grab von Johann Gügel und eines unbekannten Soldaten auf dem Soldatenfriedhof Münster