Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 732: Anton Wibner

Der Soldat Anton Wibner stammte aus Meihern, einem Ortsteil der bayerishen Stadt Riedenburg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landwehrmann in der 5. Kompanie des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 04.09.1914 verstarb er während der Kämpfe in den Vogesen nahe der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter). Er wurde schwer verwundet und starb im Lazarett Münster.

Über den Todestag und die Todesumstände von Anton Wibner berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:

„04. September. Bei Tagesanbruch wurden diese Sicherungen verstärkt: auf der Kuppe nordwestlich Barrenkopf die 8. Kompanie, auf dem Wettstein zwei Drittel 7. Kompanie, Hörnleskopf ein Drittel 7. Kompanie, 5. und 6. Kompanie im Walde am Nordhang Hörnleskopf. Um 7.30 Uhr griff der Feind mit etwa zwei Kompanien die Stellung der 7. Kompanie an. Infolgedessen wurden 5. Kompanie und 6. Kompanie links der 7. auf der Wettstein-Höhe eingesetzt. Gleich nach Entwicklung des Bataillons setzte starkes feindliches Artilleriefeuer ein, das verlustbringend war.

Die feindliche Infanterie kam aus Ober-Schulzbach gegen Oberhütten, stellte aber in unserem Feuer den Vormarsch sofort ein, und blieb in dem vorgelegenen Talgrund liegen. Als um 8.15 Uhr vormittags unsere schweren Batterien vom Kühberg aus auf den feindlichen Angriff wirkten, liefen die Franzosen, etwa drei Kompanien, auseinander und zum Teil wieder den Höhenrücken hinauf, von dem sie gekommen waren.

Höchst unangenehm war die feindliche Gebirgsartillerie, deren Stellung nicht zu ermitteln war. Ihr hatte man den Großteil der Verluste zu verdanken.

Um 10.20 Uhr vormittags rückten neue feindliche Kräfte aus der Richtung Schwarzer See auf Oberhütten, was eine Umgruppierung des Bataillons erforderlich machte. Da aber um 12 Uhr nur mehr wenig feindliche Infanterie vor der Front war, wurde das Bataillon aus dem Artilleriefeuer herausgenommen und sammelte um 1 Uhr nachmittags hinter der Weggabel bei Punkt 880 im Walde. Gegen 11 Uhr war schon III./2 zur Unterstützung in diesem Walde angekommen, eine Verbindung mit demselben war aber nicht zu erreichen. Der Rückwärtsbewegung von II./1 schloss es sich aber an.

Da infolge neuerlich einsetzenden feindlichen Artilleriefeuers eine Verbindung mit den zur Unterstützung eingetroffenen III./2. und I./2 nicht möglich war, nahm II./1 die 5. und 6. Kompanie um 3 Uhr nochmals auf den südlich abfallenden Rücken des Hörnles-Kopfes vor, mit dem Befehl, den Hörnles-Kopf zu halten. Zwei Drittel 7. und 8. Kompanie gingen in voller Ordnung, nur von Artilleriefeuer belästigt nach dem Kuhkopf zurück, wo sie um 5 Uhr eintrafen. Als dann II./2, das zur Aufnahme am Hörnles- und Barrenkopf bestimmt war, eintraf, wurden um 6 Uhr die 5. und 6. Kompanie und um 6.30 Uhr der letzte Zug der 7. Kompanie, der am Hörnles-Kopf Stellung genommen hatte, zurückgenommen.

Um 7 Uhr abends traf das Bataillon zum Biwak in Giragoutte ein.“

Man begrub Anton Wibner auf dem Soldatenfriedhof Munster in einem Massengrab.

Das Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Münster – in ihm sind 20 deutsche und französische Soldaten beigesetzt, drei davon blieben unbekannt.
Der Soldatenfriedhof Münster im Ersten Weltkrieg