Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 739: August Nusser

Der Soldat August Nusser wurde am 03.03.1993 in der bayerischen Stadt Würzburg geboren. Er  kämpfte im Ersten Weltkrieg als Leutnant (befördert hierzu am 01.08.1914) in der 10. Kompanie des 9. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 05.09.1914 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen südlich Lunéville bei Le Fréhaut. August Nusser wurde 21 Jahre alt.

Über den Todestag und die Todesumstände von August Nusser berichtet die Regimentsgeschichte des 9. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 04.09. abends erweckten Fliegermeldungen die Vermutung, zwischen der Mortagne und der Mosel stünden nur mehr schwache feindliche Kräfte. Das Generalkommando II. bayerisches Armee-Korps befahl daher beiden Divisionen, am 5. die Waldungen ostwärts der Mortagne vom Feind zu säubern.

Am Morgen des 5.09. hielt die der 4. bayerische Infanterie-Division unterstellte Garde-Ersatzbrigade die flache Geländewelle südostwärts von Hériménil, die 7. Infanterie-Brigade mit dem 9. Infanterie-Regiment den Wald von Le Fréhaut, mit dem 5. Infanterie-Regiment das freie Gelände bis zum Bois de la Haye; südlich schloss über Fraimbois die 3. Infanterie-Division an. Die Artillerie stand ostwärts der Meurthe.

4.30 Uhr vormittags trat die Infanterie an, stieß aber alsbald auf heftigen Widerstand. Sie drang zwar in die Waldungen ein, wurde aber im dichten Unterholz und vor Verhauen in verlustreiche Kämpfe verwickelt und musste wieder in ihre Stellungen zurückgenommen werden.

Das 9. Infanterie-Regiment hatte zwar feindliche Schützengräben am Nordostrand des Bois de Manfuy und im nordostwärtigen Teil des Bois de Bareth genommen, dann aber brach der Angriff zusammen. Das Regiment ging in seine Stellung zurück, nicht ohne seine Maschinengewehre mitzunehmen, deren tote Bemannung sie noch umklammert hielt. Wiederum besonders verdient machte sich hierbei Oberleutnant Kaufmann und Offizier-Stellvertreter Lömpel. Die Oberärzte Dr. Benz und Dr. Dietz leiteten unter schwierigsten Verhältnissen und mit größter Aufopferung und Tapferkeit die Bergung und Versorgung der Verwundeten.“

Man begrub August Nusser auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in Block 3, Grab 76.

Das Grab von Wertz und August Nusser auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller

Sonderbeitrag: Johann Eggerl

Johann Eggerl Oberndorf in der Pfalz, das damals zu Bayern, heute zu Rheinland-Pfalz gehört. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 11. Kompanie des 17. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.08.1914 fiel er während der Schlacht vor Nancy-Epinal bei Rozelieures (Verlustliste: Haudoviller) nahe Lunéville.

Über den Todestag und die Todesumstände von Johann Eggerl berichtet die Regimentsgeschichte des 17. bayerischen Infanterie-Regiments:

„25.08. Die erreichte Stellung soll gehalten werden. 5.30 Uhr stand das Regiment gefechtsbereit und zwar I. Bataillon rechts, II. Bataillon links der Straße Remenoville-Vennezey in vorderer Linie, III. Bataillon in zweiter Linie hinter dem rechten Flügel.

Etwa 7 Uhr griff der Feind mit starken Kräften aus südlicher Richtung an. Gleichzeitig setzte starkes feindliches Artilleriefeuer auf die vordere Linie und den Südrand von Remenoville ein. Trotz der erhablichen Verluste und des Munitionsmangels, der in vorderster Linie eintrat, wurden die Stellungen behauptet. Zur Entlastung des schwer bedrängten I. Bataillons war inzwischen das III. Bataillon am rechten Flügel des Regiments eingesetzt worden. Um dem verlustreichen feindlichen Artilleriefeuer auszuweichen, ging die vordere Linie zum Gegenangriff über, III. Bataillon drang in Rozelieures ein. II. Bataillon und Teile des I. Bataillons entrissen dem Feind nach heftigem Kampf Vennezey und besetzten es. Das Vorgehen wurde von der Maschinengewehr-Kompanie tatkräftig unterstützt, die mit zwei Zügen am linken und mit einem Zug am rechten Flügel des II. Bataillons eingesetzt wurde.

Infolge des immer mehr sich fühlbar machenden feindlichen Druckes am rechten Flügel und abermals eingetretenen Munitionsmangels gab die Division 4 Uhr nachmittags den Befehl zum Rückzug auf Gerbéviller. Die Loslösung vom Feinde gelang ohne besondere Schwierigkeiten, da er nicht nachdrängte, aber das feindliche Artilleriefeuer verursachte teilweise noch große Verluste. Vor Gerbéviller wurden die Verbände geordnet, nachts bezog das Regiment Biwak am Ostrand von Gerbéviller.“

Man begrub Johann Eggerl auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in Block 2, Grab 69.

Das Grab von Graf Wilhelm Fugger von Glött und Johann Eggerl auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller

Sonderbeitrag: Graf Wilhelm Fugger von Glött

Der Soldat Graf Wilhelm Fugger von Glött stammte aus der bayerischen Gemeinde Oberndorf am Lech. Er kämpfte im Ersten Weltkrieg als Stabs-Hauptmann in der 8. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 10.09.1914 fiel er bei Lunéville.

Man begrub Graf Wilhelm Fugger von Glött auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in Block 2, Grab 70.

In Oberndorf am Lech gedenkt man Graf Wilhelm Fugger zu Glött noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2021/oberndorf-a-l_kirche_lk-donau-ries_wk1_wk2_by.html

Das Grab von Graf Wilhelm Fugger von Glött und Johann Eggerl auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller