Der Soldat Joseph Hollweck wurde am 05.03.1867 in der bayerischen Stadt Schillingsfürst geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Major im Stab des II. Bataillons des 6. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments, war aber eigentlich vom 21. bayerischen Infanterie-Regiment dorthin abgeordnet. Am 20.08.1914 fiel er im Alter von 47 Jahren während der Schlacht in Lothringen bei Angweiler (französisch: Angviller-lès-Bisping), einem Ortsteil der Gemeinde Belles-Forêts.
Über den Todestag und die Todesumstände von Major Joseph Hollweck berichtet die Regimentsgeschichte des 6. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:
Schon am 18. August hatten Teile der 1. Reserve-Division im sieg-
reichen Gefecht bei Mittersheim die Probe auf ihre Kriegstüchtigkeit able-
gen dürfen. Am folgenden Tage mußte das 1. Res.Korps die Lücke
zwischen dem I. b. A.K. bei Saarburg und dem preuß. XXI. A.K. bei
Lauterfingen ausfüllen. Zu diesem Zwecke rückte die 5. Res.Div. über
Wiebesweiler nach Insweiler und schob die Vorhut*) noch gegen den
Salinentantal zwischen Lauterfingen und Mittersheim vor. Für den 20.,
den Tag des allgemeinen Angriffs der 6. Armee Kronprinz Rupprecht,
erhielt G.d.I. Ritter von Fasbender den Auftrag, mit seinem
Korps die linke Flanke des preuß. XXI. A.K. zu decken und einen Durch-
bruch des Feindes durch die Waldungen beiderseits Mittersheim zu ver-
hindern. Er entschloß sich, diesen schweren Auftrag angriffsweise zu lösen.
Der Kommandeur der 5. Res.Div., mit der Aufgabe betraut, über Hoffnung -Bisping auf Germingen–Freiburg vorzustoßen, beabsichtigte, durch den
ausgedehnten Forst von Albersdorf bis Angweiler nur die nördlich
Lauterfingen stehende Vorhut vorzutreiben, die 11. R.J.B. dagegen in das
freie Gelände bei Hoffnung und Rohrbach zu werfen.
Unser Regiment, in den frühesten Morgenstunden des 20. unerwartet
alarmiert und in Marsch gesetzt, wird als Reserve der Division zunächst
in die Mulde n.ö. Höhe 251 n.ö. Lauterfingen befohlen. „Bei dem
Vormarsch dorthin, südlich Insweiler, kommt ein Trupp flüchtender
Einwohner mit allen Anzeichen der Angst und des Entsetzens vorüber,
bepackt mit Bündeln, mit Kindern, Kinderwagen und Handkarren. Die
Häuser zeigen vielfach Geschoß-Spuren und Verwüstungen durch die
zurückgegangenen Franzosen. Ein Meldereiter sprengt über die Höhe,
Schrapnells platzen über ihm, die ersten Grüße des nahen Gegners.
Während in dem Walde östlich der Marschstraße durch das dichte
Unterholz etwas Luft geschafft wird, nehmen die Feldgeistlichen
Gelegenheit zu erhebenden und ergreifenden Ansprachen an das
versammelte Regiment. In dem Sonnenschein lauschen die Männer der
kurzen, aber zündenden Predigt des Divisionsgeistlichen Hoessler, innig
ergriffen herrscht nach dem Rollen des Artillerie- und Infanteriefeuers
heilige Stille, um den Drang, nun endlich selbst mitkämpfen, alles
geschwellt von dem Gefühl, nun endlich selbst mitkämpfen und mitziehen
zu dürfen.
Gegen 9³⁰ Uhr rückt das Regiment gegen Lauterfingen, vorüber an vielen
Toten, meist Franzosen, auch Gefangenentrupps marschieren vorbei. Das Regiment erhält nunmehr Befehl, östlich an Rohrbach vorbei,
verstärkt durch zwei Batt. des R.F.A.R. 5, zur Entlastung des im Forst
Albersdorf schwer ringenden R. 7 auf Angweiler vorzugehen. Gegen
13 Uhr hatte das Regiment Rohrbach erreicht. Das III. Batt., durch
andere Truppen auf der Anmarschstraße abgedrängt, war nach Hoffnung
abgekommen. Der Regimentskommandeur befiehlt nunmehr: „I./R.6
beiderseits entlang der Straße Rohrbach–Angweiler, II./R.6 rechts davon
Richtung Angweiler zunächst den Wald absuchen und säubern, rechts
Anschluß an Brigade Reuter, links Verbindung mit R.7 suchen. Weiteres
Vorgehen gegen Angweiler erst auf Befehl.
Da das III. Batt. fehlte, stellten sich auf Anrufen das I. und II. Batt.
R.10 als Reserve zur Verfügung, um später in der Lücke zwischen
unserem linken Flügel und R.7 einzugreifen. Die beiden zur Verfügung
stehenden Batt. erhielten den Auftrag, südlich des Waldes aufzufahren
und zurückgehenden Gegner unter sechsten Batl. das Feuer. Angweiler war vom Feinde besetzt. Das I. Bat. gliederte sich zum Angriff folgendermassen: 2. Kp. in vorderster Linie, 3. und 4. Kp. in 2. Linie, 4. Kp. rechts gestaffelt. Nachdem 1 Zug der
2. Kp. den Waldrand nordwestl. Angweiler erreicht hatte, eröffnete er das
Feuer, links wurden nunmehr 2 Züge der 1., rechts 2 Züge der 3. Kp.,
zuletzt noch die 4. Kp. eingesetzt. Nach Nachlassen des Artilleriefeuers
wurde der Angriff vorgetragen, auch das II. Batl. rechts vom I. eingesetzt.
Die M.G.K. folgte den Schützen des I. Batl. südlich der Straße
Rohrbach–Angweiler.
Die Schützenlinien arbeiteten sich wie auf dem
Exerzierplatz an den Feind heran
Major Hollweck, Kommandeur des II. Bataillons, war bei der enthüllten Fahne seines Bataillons, die das feindliche Artilleriefeuer auf sich zog, gefallen, der Fahne selbst wurde der die Stange krönende Löwe abgeschossen. 3 Offiziere, — Oblt. Pollmann, Oblt.d.R. Loschge,
Lt.d.R. Meisser, — von denen Oblt. Pollmann der M.G.K. tags darauf
starb, und 148 Untffz. und Mannschaften hatten ihren Fahneneid mit
ihrem Tode oder mit ihrem Blute besiegelt.“
Man begrub Joseph Hollweck auf dem Soldatenfriedhof Morhange in Block 4, Grab 71.



