Sonderbeitrag: Otto Schweinitz

Der Soldat Otto Schweinitz stammte aus Pößneck in Thüringen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 3. Kompanie des 99. Infanterie-Regiments. Am 20.08.1914 fiel er während der Kämpfe in Lothringen bei Vallerystal. Er wurde 22 Jahre alt.

„20. August. Der Feind wurde in der Linie Hochwalsch—Walscheid—St. Leon bestätigt.
Am 20. August entbrannte die Schlacht auf der ganzen Linie der 6. und 7. Armee.
Verführt durch die leichten Erfolge der letzten Tage über die planmäßig ausweichende 6. Armee, glaubten die Franzosen noch, den Angriff fortsetzen zu können und sich dem Ziel des Durchbruchs nahe, als sie sich plötzlich in die Verteidigung geworfen sahen.
Um 11 Uhr vorm. beginnt der Angriff der 30. Inf.-Div., der heute den Austritt aus dem Gebirge in Richtung Saarburg erzwingen soll.
Anschließend an das Inf.-Regt. 143 greift das I. Batln. mit der M. G. K. an, mit seinem rechten Flügel über Sitifort auf Vallerystal, links daneben das III. Batln., dem sich links das Inf.-Regt. 136 anschließt. Das II. Batln. folgt als Reserve hinter dem rechten Flügel des Regiments.
Die Franzosen wehren sich ihrer Haut. Ihre Artillerie hat von den beherrschenden Höhen bei F. Freywald und bei Biberkirch vorzügliche Wirkung. Die eigene Artillerie, die erst unter namhaften Verlusten aus den Engen des Vogesenwaldes herausgezogen werden muß, kommt erst spät zur Geltung.
Die feindliche Infanterie, im Wald und hinter Anhöhen versteckt und eingegraben, wird nur schwer erkannt; ihr Feuer lichtet die sich mühsam vorwärts kämpfenden Schützenlinien.

Erst am späten Nachmittag kommen die Maschinengewehre des I. Batlns. zur Geltung, ringt sich das III. Batln. in den Waldungen südlich Sitifort gegen Großmatt vor. Die Häusergruppen von Sitifort werden vom I. Batln. im Sturm genommen. Noch läßt der Widerstand von den Höhen bei F. Freywald nicht nach.

Das II. Batln. ist inzwischen zur Unterstützung des Inf.-Regt. 143 rechts im Föschen Wald eingesetzt und trägt den Angriff auf Glashütte bei Vallrystal vor. Vallrystal und Biberkirch werden nach hartem Kampf genommen.

Bei einbrechender Dunkelheit auf die Höhen von F. Freywald vorgensandte Patrouillen fanden feindliche Inf.-Besetzung dort nicht mehr vor. Zwei Batterien, die dem Regiment so hart zugesetzt hatten, standen verlassen auf der Höhe. Der Versuch, die Batterien während der Nacht mit Gespannen der M.G.K. abzufahren, schlug fehl, da die Batterien in der Dunkelheit und im Waldgelände nicht wiedergefunden wurden.

Der Feind hielt die Höhen südlich Biberkirch besetzt.

Bis an die Grenzen der Spannkraft erschöpft, biwakierte das Regiment unter dem Schutze vorgeschobener Außenwachen in Biberkirch und Glashütte in unmittelbarster Nähe des Feindes.“

Man begrub Otto Schweinitz auf dem Soldatenfriedhof Walscheid in Grab 91.

Das Grab von Otto Schweinitz auf dem Soldatenfriedhof Walscheid

Sonderbeitrag: Erich Mebert

Der Soldat Erich Mebert stammte aus Posen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant und Adjutant des Stabs der I. Abteilung des 84. Feldartillerie-Regiments. Am 20.08.1914 fiel er während der Kämpfe in Lothringen. Er wurde bei Harberg bei Saarburg (französisch: Sarrebourg) getötet.

Man begrub Erich Mebert auf dem Soldatenfriedhof Walscheid in Grab 92.

Das Grab von Erich Mebert auf dem Soldatenfriedhof Walscheid

Sonderbeitrag: Wilhelm Peil

Der Soldat Wilhelm Peil stammte aus der Stadt Düsseldorf im heutigen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Fahrer. Am 30.08.1918 fiel er während der Kämpfe in Lothringen.

Man begrub Wilhelm Peil auf dem Soldatenfriedhof Lafrimbolle in Block 1, Grab 906.

Das Grab von Johann Geiger und Wilhelm Peil auf dem Soldatenfriedhof Lafrimbolle

Sonderbeitrag: Johann Geiger

Der Soldat Johann Geiger stammte aus der bayerischen Gemeinde Böhen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter der Reserve in der 3. Kompanie des 12. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 20.08.1914 fiel er in Frankreich Während der Kämpfe in Lothringen. Er wurde bei der Ortschaft Saaraltdorf getötet.

Über den Todestag und die Todesumstände von Johann Geiger berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Infanterie-Regiments:

In der Morgendämmerung des 20. 8. ging der Feind auf der ganzen Linie vor, aus nördlicher und südlicher Richtung schallender Gefechtslärm verkündete den Beginn der Schlacht. Vor der Front des Regiments war es vorerst noch ruhig. Plötzlich 6 Uhr morgens gingen feindliche Schützenlinien gegen das II. Batl. vor, wagten aber nicht die Saar zu überschreiten, weitere Linien folgten und über die Höhen südlich Dolvingen eilten starke feindliche Kräfte, 12—15 Kompagnien, in den Saarwald. Aber darauf hatte unsere Artillerie nur gewartet. Mit ganzer Wucht warf sie sich auf den Gegner; heulend zogen ihre Geschosse über den Saargrund und verbreiteten Tod und Verderben in den mit Franzosen angestopften Saarwald. Auf der Höhe nördlich Zittersdorf, wo die französische Artillerie in Stellung gegangen war barsten die schweren Geschosse der deutschen Mörser, haushohe Erdfontänen in die Luft schleudernd. Schon sah man einzelne Franzosen, da und dort auch ganze Trupps aus dem Saarwalde nach rückwärts eilen, da kam der Angriffsbefehl. Die 4. Inf.-Brig. hatte 2 Angriffsgruppen gebildet. Die Gruppe Policzka (II. u. III./12. Inf.-Rgts., 2/3 M.G.Komp. und eine Kompagnie 15. Inf.-Rgts.) sollte in Richtung Südrand Dolvingen—Schnackenhof antreten, wenn der linke Flügel der Gruppe Tutschek (I. u. III./15. Inf.-Rgts. mit M.G.Komp.) die Höhe 304 südwestlich Oberstinzel in Besitz genommen habe; I./12. Inf.-Rgts. und 1/3 M.G.Komp. 12. Inf.-Rgts. waren Brigadereserve. Als gegen $12^{30}$ nachm. die Schützenlinien der Gruppe Tutschek auf der genanten Höhe sichtbar wurden, ging das Regiment vor. Das II. Batl. überschritt bei Saareck und bei der Schnellenmühle die Saar und drang in den Saarwald ein, wo es 120 Gefangene des 10. u. 27. franz. Inf.Rgts. machte. III./12. und die Kompagnie des 15. Inf.Rgts. gingen bei Saaraltdorf über die Saar. Der Feind leistete nur geringen Widerstand. Auch die 4./12. hatte sich voll Kampfeseifer dem Angriff angeschlossen und war mit der Kompagnie des 15. Inf.Rgts. über Bahn und Saar vorgestürmt, wurde an der Saarmühle angehalten und zum Bataillon herangezogen. I./12. folgte in zweiter Linie als Brigadereserve. Wohl fügten zahlreiche Baumschützen und versteckte Schützennester den voreilenden Kompagnien manchen Schaden zu, aber die Widerstandskraft der Franzosen war schon durch das Artilleriefeuer gebrochen. Immer zahlreicher flohen sie aus den deckenden Waldungen und bald sah das Auge, so weit es blicken konnte, in kopfloser Flucht davoneilende blaue Tuchmäntel und rote Hosen. Unaufhaltsam ging es weiter bis zum Abend: wo der Feind Widerstand zu leisten suchte, so am Wald bei St. Ulrich und bei Misselhof, trieb ihn das gut sitzende Feuer unserer Schützen und Maschinengewehre rasch in die Flucht. Langsam sank die Sonne und in ihre Glut mischten sich die Flammen des brennenden Misselhofes, an dem das Regiment kurze Zeit hielt und sich ordnete. Reiche Arbeit fanden die Aerzte und das Sanitätspersonal. 28 Tote und 106 Verwundete hatte das Regiment zu beklagen. In ungeheurer Menge aber lagen verwundete Franzosen in Feld und Wald und nach deutscher Sitte nahm sich unser Sanitätspersonal des kampfunfähigen Gegners in gleicher Weise an, wie der eigenen Verwundeten. Von den Kompagnie- und Zugführern des Regiments war Lt. d. Res. Laupheimer tot, Hptm. Lutzenberger (Chef der 1. Komp.), Oblt. Diem (M.G.K.), die Lts. d. Res. Müller Otto (12. Komp.), Weiß (5. Komp.) und die Off.Stv. Madel (7. Komp.), Wiegand (1. Komp.) und Blankenhorn (M.G.K.) waren verwundet.

Man begrub Johann Geiger auf dem Soldatenfriedhof Lafrimbolle in Block 1, Grab 905.

Das Grab von Johann Geiger und Wilhelm Peil auf dem Soldatenfriedhof Lafrimbolle

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 544: Eugen Puck

Der Soldat Eugen Puck stammte aus Stoppenberg, einem Stadtteil der Stadt Essen im heutigen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Armierungs-Soldat in der 1. Kompanie des 63. Armierungs-Bataillons. Am 28.06.1915 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen nahe der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter).

Man begrub Eugen Puck auf dem Soldatenfriedhof Munster in Block 2, Grab 81.

Das Grab von Eugen Puck auf dem Soldatenfriedhof Münster