Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 166: Karl Kliemann

Der Soldat Karl Kliemann stammte aus Abbau Schliewitz (seit 1945 polnisch: Gmina Śliwice). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Vizefeldwebel in der 1. Kompanie des Garde-Jäger-Bataillons. Am 27.07.1915 fiel er in Frankreich während der Vogesenkämpfe.

Der alte Grabstein von Karl Kliemann aus der Kriegszeit

Über den Todestag und die Todesumstände von Karl Kliemann berichtet die Regimentsgeschichte des Garde-Jäger-Bataillons:

„… Heftiges Artillerie-Feuer war in Richtung Lingekopf und Schratzmännele zu hören, so dass das Bataillon im Aralrzustand versetzt und am 27. gegen 2 Uhr nachts nach Punkt 955 vorgezogen wurde. Hier blieb das Bataillon, während das feindliche Rtillerie-Feuer an Stärke immer mehr zunahm, von 4 – 8 Uhr vormittags in Reserve. Als erster wurde Zug Burgwedel der Maschinengewehr-Kompanie eingesetzt, und zwar am Eichenrain nördlich des Lingekopfes, von wo der Westhang und die dort verlaufenden Stellungen und Annäherungswege des Feindes beobachtet und flankierend unter Feuer genommen werden konnten. Eum 8:30 Uhr vormittags wurde die 1. Kompanie und kurz darauf der Stab mit 2. und 3. Kompanie nach Bärenstall vorgezogen und dem Major Lennich, Führer des Infanterie-Regiment 188, zum Gegenangriff gegen den Lingekopf zur Verfügung gestellt, während 4. und Rest der Maschinengewehr-Kompanie am Kuhberg die zweite Stellung bezogen. Dieser lag seit 5 Uhr früh unter starkem Artillerie- und Maschinengewehr-Feuer; der nach dem Lingekopf zu abfallende Hang war von den französischen Gräben einzusehen, zumal der Baumbestand durch das Artillerie-Feuer schon stark gelichtet war. Im Marsch-Marsch überwanden die Kompanien, Mann hinter Mann auf dem schmalen Waldpfade vorlaufend, diese Zone. Umgestürzte Bäume, herumliegender Draht, Granattrichter verzögerten das Vorwärtskommen. Manch braver Jäger fiel hier dem feindlichen Geschosshagel zum Opfer. Bei Bärenstall stellte sich die 1. und 2. Kompanie zum Angriff gegen den Lingekopf bereit. Auch diese Gegend lag unter schwerem Artillerie-Feuer. Heulend schlugen hier die Geschosse der schweren 22-cm Geschütze ein. Da eine Orientierung in dem Waldgelände außerordentlich schwierig war, forderte der Hauptmann Graf Solms, der für den erst einige Stunden später von Urlaub eintreffenden Major von Fabeck das Bataillon führte, Einweisungs-Kommandos der vorne eingesetzten Truppen an. Vergeblich! Vielmehr beauftragte der Major Lennich den Hauptmann Graf Solms und den Adjutanten, Oberleutnant von Dewitz, das Angriffsgelände persönlich zu erkunden. Sie fanden sämtliche Annäherungsgräben mit Verwundeten und sonstigen Angehörigen der Infanterie-Regiment 188 verstopft, so dass die Kompanien für das weitere Vorgehen auf das unter schwerem Feuer liegende offene Gelände angewiesen waren. So gelang es den beiden Kompanien nur mit großen Schwierigkeiten die vordersten von einer Kompanie Jäger 14 und Teilen des Infanterie-Regiment 188 besetzte Stellung am Osthang des Lingekopf zu erreichen. Teile gelangten bis an den feindlichen Graben heran, wurden dort aber von so starkem Feuer empfangen, dass das Nachziehen von Reserven zur Ausführung des Sturmes nicht möglich war. Es blieb somit nichts anderes übrig, als sich in den vorhandenen Gräben zur Verteidigung einzurichten. Diese Maßnahme erwies sich als die allein richtige, denn nach zweistündigem Trommelfeuer schwersten Kalibers brachen die Franzosen ihrerseits um 4 Uhr nachmittags aus ihren Gräben zum Angriff vor und wurden nun von der in der Stellung bereits eingerichteten 1. und 2. Kompanie und einem gegen Mittag ebenfalls eingesetzten Zug der 3. Kompanie zurückgeworfen. Einigen Alpenjägern gelang es, unsere Reihen zu durchbrechen und bis zu den Reserven vorzudringen. Hier kam es zu erbittertem Kampf, Mann gegen Mann, bei dem die Alpenjäger schließlich restlos niedergemacht wurden.

 Auf Brigadebefehl machten um 7 Uhr abends die beiden R-Kompanien und die 4. Kompanie einen Gegenstoß. Aber auch diesem Angriff blieb der Erfolg versagt, da er auf stark besetzte feindliche Gräben stieß. Eine Artillerie-Vorbereitung hatte nicht stattfinden können wegen der nur wenige Meter betragende Entfernung der beiderseitigen Stellungen. Von 8 Uhr abends ab gruben sich sämtliche Kompanien in den erreichten Stellungen ein. Die 2. Kompanie, deren Führung Feldwebel Jakoby nach Verwundung des Hauptmanns Graf Solms und des Leutnants Dubusc übernommen hatte, kam in Reserve zum Bärenstall. Die beiden dort befindlichen zurückgehaltenen Züge der 3. Kompanie waren bereits um 4 Uhr nachmittags nach dem Schratzmännele vorgezogen worden, wo die Franzosen ebenfalls angegriffen hatten und durchgebrochen waren. Die beiden Züge kamen aber nicht mehr zum Eingreifen, da es Teilen des bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiment 2 gelungen war, den Feind abzuschneiden und zu vernichten. Trotzdem hatte auch die 3. Kompanie, und zwar durch Artillerie-Feuer, schwer gelitten, das den ganzen Tag auf den Reserve-Stellungen gelegen hatte. Erwähnt zu werden verdient das tapfere Verhalten des alten Waffenmeisters Franke. Als er das starke Artillerie-Feuer in Drei-Ähren hörte, hatte es ihn dort nicht gehalten, er war durch das Sperrfeuer hindurch nach vorne geeilt, um sich persönlich nach dem Ergehen des Bataillons zu erkundigen. Bis in die vorderste Linie war er vorgedrungen und hatte sich dann dort am Bergen von Verwundeten beteiligt. Ohne die Gefahr zu scheuen, war er selbst vor die erste Stellung gekrochen und hatte sich dort liegender Verwundeter angenommen. Die schweren Verluste des Bataillons an diesem Tage bertugen:

  1. Kompanie: 10 Tote, 35 Verwundete, 9 vermisst;
  2.  Kompanie: 17 Tote, 36 Verwundete, 5 vermisst;
  3. Kompanie: 14 Tode, 25 Verwundete;
  4.  Kompanie 2 Tote, 13 Verwundete

M.-Kompanie: 3 Tote, 2 Verwundete;

M.-Kompanie: 1 Toter, 7 Verwundete

E-Kompanie: 8 Verwundete.

Summe: 47 Tote, 126 Verwundete, 14 Vermisste.

An Offizieren waren außer Hauptmann Graf Solms und Leutnant Dubusc noch Hauptmann von Wilamowitz, Leutnant Erbgraf Solms und Leutnant Neuhaus verwundet worden. Leutnant von Rußdorf war durch eine feindliche Handgranate in der vordersten Stellung gefallen. Offizierstellvertreter Weyel hatte am Kuhberg durch Maschinengewehr-Feuer, der in allen bisherigen Kämpfen durch seine Tapferkeit hervorgetreten Vizefeldwebel Schlabow der 2. Kompanie, sowie der auf seinen eigenen Antrag erst vor kurzer Zeit aus seinem Dienst als Leibjäger Seiner Majestät zur Front entlassene Vizefeldwebel Kliemann der 1. Kompanie hatten bis zum letzten Atemzuge ihre Büchse handhabend im Handgemenge am Lingekopf den Heldentod gefunden.“

Man begrub Karl Kliemann auf dem Soldatenfriedhof Ammerschwihr in Grab 227.

Das Grab von Karl Kliemann auf dem Soldatenfriedhof Ammerschwihr

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 140: Heinrich Anders

Der Soldat Heinrich Anders stammte aus Giersdorf bei Hirschberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Vizefeldwebel in der 7. Kompanie des 19. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 27.12.1914 starb er im Reserve-Feldlazarett 27, nachdem er während der Stellungskämpfe vor Verdun verwundet worden war.

Man begrub Heinrich Anders auf dem Garnisons-Friedhof Saarlouis in Block 3, Reihe 7, Grab 310.

Das Grab von Heinrich Anders auf dem Garnisonsfriedhof Saarlouis

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 86: Ludwig Wehrum

Der Soldat Ludwig Wehrum stammte aus der hessischen Ortschaft Albach, einem Ortsteil der Gemeinde Fernwald. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Vizefeldwebel in der 8. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments.Am 23.04.1917 fiel er im Alter von 20 Jahren bei Craonne. Er kam während der Kämpfe in der Siegfriedstellung bei Saint- Quentin ums Leben.

Man begrub Ludwig Wehrum auf dem Soldatenfriedhof Sissonne in Block 7, Grab 894.

Gedenkstein für Ludwig Wehrum auf dem Friedhof Fernwald-Albach

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 75: Ludwig Wehrum

Der Soldat Ludwig Wehrum stammte aus der hessischen Ortschaft Albach, einem Ortsteil der Gemeinde Fernwald. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Vizefeldwebel in der 8. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 22.08.1914 fiel er im Alter von 30 Jahren an der Westfront in Belgien bei Anloy. Er wurde im Rahmen der Schlacht bei Neufchâteau getötet.

Über den Todestag und die Todesumstände von Heinrich Schmitt berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Infanterie-Regiments:

„Gegen 6 Uhr vormittags (22. August) trat das Regiment als Vorhut den Marsch über Ochamps nach Glaireuse an. Auf den Höhen nördlich von diesem Dorfe stellte es sich bereit. Die Bereitstellung war gegen 9 Uhr vormittags beendet, und die Truppen waren eben aus den Feldküchen verpflegt worden, da traf folgender Befehl ein: „Infanterie-Regiment 116 geht auf dem linken Flügel der 49. Infanterie-Brigade vor, mit dem linken Flügel an der Südecke von Anloy vorbei, rechts Anschluss an Infanterie-Regiment 115. Die Linie Anloy-Bournonwald soll vorerst nicht überschritten werden.“Über die allgemeine Lage wurde bekannt, dass die 4. Armee mit dem VI. Armee-Korps und VIII. Reserve-Korps die Flanken der angreifenden 3. und 5. Armee decken und in ihrer Mitte am Lesse-Abschnitt (XVIII. Armee-Korps) und Neufsschâteau (XVIII. Reserve-Korps) eine Bereitstellung einnehmen sollte. Die Nachrichten über den Feind waren immer noch sehr unbestimmt. Nach Fliegermeldungen sollten in den Wäldern jenseits des Lessebaches nur Kavallerieabteilungen setehen. Die feindliche Infanterie wurde etwa 50 Kilometer dahinter vermutet.

Das Regiment nahm das II. und III. Bataillon ins erste Treffen; hinter dem III. Bataillon folgte die Maschinengewehr-Kompanie. Das I. Bataillon war hinter dem linken Flügel gestaffelt und stand zunächst der Brigade zur Verfügung. In guter Ordnung gestaffelt entfalteten sich die Kompanien und gingen, nachdem der Südrand von Anloy überschritten war, in Schützenwellen vor. Weiter rechts, wo die 50. Infanterie-Brigade über Libin gegen Maissin vorging, wurde lebhaftes Gewehr- und Artilleriefeuer laut. Unsere Brigade (49. Infanterie-Brigade) dagegen hatte bereits die befohlene Linie erreicht, ohne auf einen Gegner zu stoßen. So wurde die befohlene Linie im Anschluss an die rechten Nachbartruppen überschritten. Doch kaum hatten die ersten Wellen des II. und III. Bataillons  gegen 2 Uhr nachmittags die Höhen südwestlich von Anloy erreicht, als ihnen aus einer Entfernung von kaum 400 Metern lebhaftes Infanterie- und Maschinengewehr-Feuer entgegenschlug. Und doch war vom Gegner nichts zu sehen. In Getreidefeldern und am Waldrande hielt er sich vorzüglich gedeckt, so dass kein sicherer Schuss auf ihn anzubringen war. Aber dem ungestümen, unserem Infanteristen zur zweiten Natur gewordenen Drang nach vorwärts zeigte sich der Feind nicht gewachsen. Trotz des starken Feuers und trotz der hemmenden Drahtumzäunungen der Felder gelang es nach mehrmaligem Ansturm, die Getreidefelder allmählich vom Feinde zu säubern und die nächsten Waldstücke zu erreichen. Namentlich am rechten Flügel wurde der Angriff mit rasender Schnelligkeit vorgetragen. Trotz schwerer Verluste und trotz der Mahnungen der Offiziere zur Besonnenheit ging alles nach vorn durch.

Im Walde war zunächst das dichte Unterholz ein schwieriges Hindernis und verursachte viele Verluste. Ein weiteres Hemmnis waren die vielen gut versteckten französischen Baumschützen, die dem Angreifer aus unmittelbarer Nähe ihre verderblichen Schüsse entgegensandten, eine Kampfweise, auf die der Deutsche nicht gefasst war, gegen die er aber bald wirksame Abhilfe fand. Auch das eigene Artilleriefeuer belästigte hier stellenweise die vorgehenden Kompanien. Im wilden Drauflosgehen und hartem Ringen dachte man wenig an die Verbindung nach rückwärts, so dass unsere Artillerie nicht wissen konnte, wie weit der Angriff an den einzelnen Punkten vorgetragen war. Aber alle diese Schwierigkeiten konnten den Siegeslauf der in blinder Wut vorstürmenden Hessen nicht aufhalten. Waldstück auf Waldstück wurde dem Gegner entrissen, wobei sich an den einzelnen Waldrändern besonders erbitterte Kämpfe mit dem zähen Gegner abspielten. Hier war es auch, wo die beiden unerschrockenen Führer der 10. und 11. Kompanie, die Hauptleute von Weltzien und Mattel, einen frühen Heldentod fanden. Auch die Führer der 9. und 12. Kompanie, Hauptleute Wolf und Butz, mussten schwer verwundet vom Schlachtfeld getragen werden.

So wogte beim II. und III. Bataillon der Kampf in der heißen Augustsonne schon die dritte Stunde. Da drohte gegen 4 Uhr nachmittags ein gefährlicher Rückschlag: Der vorher schon an Zahl überlegene Gegner des Regiments schob in der Front ein neues Bataillon ein und suchte gleichzeitig unsere linke Flanke mit zwei frischen Jägerbataillonen zu umfassen. Der Angriff in der Front aus dem Walde Derrière-Horimont konnte zunächst vom II. und III. Bataillon nicht aufgefangen werden: Die beiden Bataillone waren zu hart mitgenommen, die Verbände zu sehr durcheinandergewürfelt. So mussten sie dem Stoß ausweichen. Aber bald stellte ein Maschinengewehr-Zug unter Leutnant de Harde sowie eine Kompanie der 21. Pioniere die Lage wieder her. Leutnant Brendel, der Adjutant des II. Bataillons, warf sich mit etwa 100 Versprengten aus allen Kompanien gegen die rechte Flanke. Von neuem kam der Angriff in Fluss, auch das frische Bataillon des Gegners wurde geworfen. Teile der 5. und 8. Kompanie unterstützten die 4. und 6. Kompanie des Infanterie-Regiments 115 beim Sturm auf eine feindliche Batterie, die nach hartem Ringen erobert und trotz mehrfacher wilder Gegenangriffe behauptet wurde. Vizefeldwebel Dutiné (8. Kompanie) und Braun (5. Kompanie) zeichneten sich dabei besonders aus.

Nicht minder schwierig gestaltete sich der Kampf auf dem linken Flügel des Regiments. Hier klaffte eine bedenkliche Lücke in der deutschen Kampffront, da das XVIII. Reserve-Korps nach Süden vorgestoßen war. Der Gegner hatte diesen schwachen Punkt bald erkannt und holte von Stunde zu Stunde weiter nach links zur Umfassung aus. Als hier gleich zu Beginn der Schlacht das links gestaffelte I. Bataillon in Marschkolonne aus einem Hohlweg südwestlich von Anloy heraustrat, wurde es mit einem Hagel von Geschossen überschüttet, so dass alles volle Deckung nehmen musste. Die vorderen Kompanien entwickelten sich gruppenweise nach links und arbeiteten sich in wütendem Infanteriefeuer durch hohe Getreidefelder, ohne indes vom Feinde etwas zu sehen. In einem toten Winkel konnten die 3. und 4. Kompanie kurz Atem schöpfen. Ihre drei noch am Leben gebliebenen Zugführer, Leutnant Pieper, Locher und Offizierstellvertreter Petri ordneten hier, was sich um sie gesammelt hatte, und griffen dann ein von den Haubitzen der 61er sturmreif geschossenes, stark besetztes Waldstück an. Mutig trug der Sergant Pistler, umzischt von zahlreichen Geschossen, die entfaltete Fahne des Bataillons mit den stürmenden Kompanien nach vorn. Der Waldstreifen wurde genommen und schnell durchschritten. Aber frische feindliche Kräfte setzten zum Gegenangriff an und trafen namentlich die Leibkompanie sehr schwer. Viermal hatte sie einen französischen Vorstoß auszuhalten und verlor drei tüchtige Offiziere, Leutnant von Erhardt, Weinberg und Mühlberger. Auch in den Ginsterbüschen jenseits des Waldstücks waren die Kompanien starkem feindlichen Strichfeuer ausgesetzt, das hohe Verluste brachte und zum Rückzug in das Waldstück zwang.

Entscheidend für die Abwehr der feindlichen Umfassungsversuche wurde das Eingreifen der Maschinengewehre. Ihnen hatte der Regimentskommandeur in richtiger Erkenntnis der Gefahr von vornherein die Sicherung der linken Flanke übertragen. Sie waren daher südlich von Anloy in Stellung gegangen. Dort hatten sie bald drei französische Maschinengewehre, die zwischen den Straßen Anloy-Sart und Anloy-Haie standen, außer Gefecht gesetzt. Infolge der feindlichen Umfassung kam jedoch Hauptmann Poly mit den Gewehren in eine bedrängte Lage. Da ritt Oberst Schimmelpfennig in schärfstem Galopp zur Artillerie, erhielt dort zwei Geschütze und brachte sie an der gefährdeten Stelle in Front. Ein fürchterliches Blutbad begann. Die beiden Geschütze rissen ungeheure Löcher in die überflügelnden feindlichen Reihen. Schwadenweise mähten die Maschinengewehre die vorgehenden Wellen nieder und schossen mit entsetzlicher Genauigkeit und Unerbittlichkeit die Schützenlinien des Gegners zusammen, so dass jedes Leben in ihnen erstarrte. Gefangene schilderten entsetzt die grauenhafte Wirkung dieses vereinigten Artillerie- und Maschinengewehr-Feuers, von der man sich am andern Tage beim Überschreiten des Schlachtfeldes mit Schaudern überzeugen konnte.

So tobte der heiße Kampf den ganzen nachmittag, hier in wildem Handgemenge mit wüstem Schreien, dort in schrecklichem Zischen und Heulen der todbringenden Geschosse, in Angriff und Gegenangriff um den Besitz einzelner Waldstücke, in wildem Vorstürmen und entsetztem Zurückgehen. Die Wildheit hatte besonders beim II. und III. Bataillon jede Einheitlichkeit über den Haufen geworfen. So wird erklärlich, dass Teile der 10. und 11. Kompanie weit rechts beim Infanterie-Regiment 117 gegen das Dorf Maissin kämpften. Aber immer noch war die endgültige Entscheidung nicht gefallen. Zwar begann von 5 Uhr nachmittags an unsere Artillerie kräftiger zu wirken. Die Waldstücke, in denen sich der Gegner noch hielt, wurde planmäßig beschossen. Immer tiefer stießen die Kompanien dem Gegner nach Westen nach. Trefflich half dem I. Bataillon eine Kompanie der 21. Pioniere, deren Führer, Hauptmann Peters, den Heldentod starb. Doch nur schrittweise gab der Feind eine Stellung nach der anderen auf. Da ertönten gegen 7 Uhr nachmittags in unserem Rücken Kommandorufe. Die lang ersehnte Unterstützung war da! In vierstündigem Marsche war die 16. Reserve-Division unter Generalleutnant Mootz von der Eisenbahn nach dem Schlachtfelde geeilt, um den Kameraden Hilfe zu bringen. Nun schwärmten die Kompanien des Reserve-Infanterie-Regiments 28 ein. Da gab’s kein Halten mehr. Mit Bajonett und Spaten wurde der bis zum äußersten sich wehrende Gegner aus seinen letzten Stellungen geworfen. Blau und rot quoll es aus den Waldstücken heraus. Auf wenige hundert Meter lief der nach Süden abziehende Gegner in das Flankenfeuer des I. Bataillons hinein und erlitt schreckliche Verluste. Erst die Dunkelheit machte dem Kampfe ein Ende. Völlig erschöpft sammelten sich die Bataillone auf der Höhe bei Anloy. Bei der Unsicherheit der Gesamtlage – der rechte Flügel der Division hatte wegen drohender Umfassung das um 5 Uhr nachmittags gestürmte Maissin wieder räumen müssen – wurde die Höhe und der Dorfrand zur Verteidigung eingerichtet.

Eine schwere Aufgabe harrte der Ärzte und Krankenträger. Im Kampfe mit Freischärlern, die aus Häusern auf die durchziehenden Verwundeten schossen und die Gefechtsstaffel zersprengten, hatte Stabsarzt Dr. Szubinski am Westausgang des Dorfes den Verbandsplatz des Regiments eingerichtet. Den ganzen Nachmittag über strömten die Verwundeten zu, und bald war alles überfüllt. Eine schier nicht zu bewältigende Arbeit für fünf Ärzte mit wenigen Helfern; dazu in stundenlangem Artilleriefeuer. Nach Mitternacht erschienen die Krankenträger der Sanitätskompanie mit Fackeln. Sie wurden aber beim Absuchen des Schlachtfeldes noch vielfach vom Feinde beschossen. Trotzdem wurden die meisten der hilflos daliegenden und dem Verschmachten nahen Schwerverwundeten noch während der Nacht zurückgeschafft. Viele aber mussten in ihrer Todespein den kommenden Morgen abwarten, bis sie aufgefunden und geborgen werden konnten.

Die erste Schlacht war geschlagen. Der blutigste Tag des ganzen Krieges lag hinter dem Regiment. Der Sieg hatte sich an seine Fahnen geheftet. Ein Starker und tapferer Gegner war aus Stellungen gejagt worden, die er sich drei Tage lang mit Sorgfalt ausgesucht und ausgebaut hatte. Rühmliche Taten, die alle der Erwähnung wert wären, waren allerort vollbracht worden. Aber groß, sehr groß waren auch die Verluste. Kein Tag des Feldzugs hatte vom Regiment so viele Opfer gefordert wie der Tag von Anloy. Innerhalb weniger Stunden hat es über 1.000 Mann, mehr als ein Drittel seines Bestandes, verloren. 13 Offiziere, darunter außer den schon erwähnten der bewährten Führer der 4. Kompanie, Hauptmann von Normann, und Oberleutnant Ebel von der 6., der am nächsten Morgen seiner schweren Verwundung erlag, ferner Leutnant Becker, von Grolmann, Eichhoff, Klein, Walter und Fahnenjunker Schäfer waren auf dem Schlachtfelde geblieben; 340 brave Unteroffiziere und Mannschaften waren mit ihnen in den Tod gegangen. Fast doppelt so hoch war die Zahl der Verwundeten. Unter ihnen waren 20 Offiziere: Das I. Bataillon hatte den Hauptmann von Thümen und die Leutnants Locher, Malzahn, Pieper, Scherer und den Fähnrich Marquardt verloren; das II. büßte Leutnant Schroeder, Johlen, Hellwig und Buchholz ein; am schwersten aber waren die Verluste beim III., wo außer den vier Kompanieführern die Leutnants Dingeldein, Flotho, Fischer, Loerbrocks, Schmidt, Meyer und Freytag fehlten. In der Maschinengewehr-Kompanie waren Oberleutnant Kienitz und Leutnant de Harde (D. E.) verwundet. An Unteroffizieren und Mannschaften waren 599 verwundet, 72 wurden vermisst. Der Name Anloy sollte einen schrecklichen Klang in der hessischen Heimat erhalten. Da war kein Städtchen und Dörfchen, in das nicht die Nachricht gedrungen wäre: „Bei Anloy gefallen!“ Aber darum ist der Name auch zum Ehrennamen der Kämpfer des 22. August geworden. Von allen Kränzen, die sich das Regiment in diesem großen Krieg errungen, ist der Kranz von Anloy der schönste. Er wird nie welken.“

Man begrub Ludwig Wehrum auf dem Soldatenfriedhof Anloy-Heide in Block 2, Grab 55.

Gedenkstein für Ludwig Wehrum auf dem Friedhof von Fernwald-Albach

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 7: Leutnant der Reserve Robert Buchholz

Der Soldat Robert Buchholz wurde am 03.11.1894 in der brandenburgischen Stadt Potsdam geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Vizefeldwebel, später als Leutnant der Reserve und Zugführer in der 2. Kompanie des bayerischen Infanterie-Leib-Regiments. Am 11.08.1917 fiel er im Alter von 22 Jahren während der Durchbruchsschlacht an der Putna und Susita.

Über den Todestag und die Todesumstände von Robert Buchholz berichtet die Regimentsgeschichte des bayerischen Infanterie-Leib-Regiments:

„Für den 11. August konnte auf Grund einer vorläufigen Weisung der Brigade vormittags folgender Befehl ausgegeben werden:

Jäger-Brigade greift heute an. Angriffsstreifen rechte Grenze: Kirche Ivancestii – Satul Nou Ost.
Linke Grenze: Mitte Purcelestii-Waldeck 1.500 Meter westlich Satul Nou. Innere Grenze zwischen Infanterie-Leibregiment (rechts) und Jäger-Regiment 1 (links) Südostrand Tisestii-Kirche 1 Kilometer nordwestlich Satul Nou. II. Bataillon rechte, I. Bataillon linke Hälfte des Regimentsgefechtsstreifens, Anschluss I. Bataillon.
Die Bataillone müssen 4 Uhr vormittags innerhalb ihrer Angriffsstreifen bereitstehen. 6.30 Uhr vormittags Beginn der Artillerie-Vorbereitung. 8.40 Uhr vormittags Beginn des Infanterie-Angriffs. III. Bataillon – vorläufig ohne 9. und 10. – 4.30 Uhr vormittags zur Verfügung des Regiments hinter dem rechten Flügel des II. Bataillons etwas östlich des Wegekreuzes nördlich des „f“ von Tisestii. Dort ab 5 Uhr vormittags Regimentsstab.
Als Angriffsziel bezeichnete der 3 Uhr vormittags eintreffende Brigade-Befehl Panciu, den hochgelegenen, weithin sichtbaren Hauptort des nördlichen Susita-Ufers. Von einer Erneuerung des Angriffs bei den rechten Nachbartruppen war nicht die Rede, dagegen sollte sich die 62. Infanterie-Trupp-Division bei Tisestii dem Angriff des Alpenkorps durch Vorgehen auf Vitanestii anschließen.
Das II. Bataillon stellte sich zunächst bei Punkt 128 nordöstlich Olesestii bereit und verlegte dann seine Bereitstellung, in Wellen vorgehend, bis an den südlichen Susita-Steilhang vor, wo es sich in alten russischen Gräben etwa 2 Kilometer südostwärts Satul Nou einnistete. Der Bataillons-Kommandeur, seit kurzem Hauptmann Wilhelm Freiherr von Falkenhausen, hatte die 7., 6. und 8. Kompanie in vordere Linie genommen, die 5. zu seiner Verfügung behalten. Der Kommandeur des I. Bataillons gruppierte links des II./L. seine Bataillon gleichfalls am südlichen Susita-Steilhang zum Angriff um, wozu er die 1. Kompanie rechts, die 4. links in vordere Linie, die 2. rechts, die 3. links in zweite Linie nahm.
Durch diese Bereitstellung zum Angriff in nordwestlicher Richtung, die bei der Kürze der vorgeschriebenen Zeit überhastet und ohne Fühlungnahme mit dem erst im Anmarsch befindlichen 1. Jäger-Regiment erfolgen musste, entwickelte sich eine ganz eigenartige Lage: das bisher mit der 3. und 2. Kompanie auf breiter Front gegen Westen, gegen die russische Stellung von Poiana stehende I./L. hatte nach Norden eingeschwenkt, sich gegen den Susita-Hang zusammengeschoben und seinen bisherigen Gegner einfach in seiner ungeschützten linken Flanke stehen lassen. Das Jäger-Regiment aber konnte seine Angriffsbataillone nicht im Anschluss an I./L., sondern weit zurück im Nordwestteil von Tisestii und westlich davon bereitstellen. Hiedurch entstand in der linken Flanke des I./L. in der Nordsüdrichtung eine ungedeckte Lücke von 1½ – 2 Kilometer Tiefe, welche erst allmählich sich schließen konnte, wenn der Angriff der Jäger die Russen aus Poiana hinaus und gegen die Susita warf.

Der Kommandeur I./L., Hauptmann Graf Fritz Bothmer, sagte sich daher mit Recht, dass er diese ungewöhnlich große Vorwärtsstaffelung durch Vorgehen über das Susitatal nicht noch vergrößern dürfe, und vereinbarte mit den Jägern, dass er abwarten werde, bis deren Angriff auf gleiche Höhe mit ihm gekommen wäre. Erst dann sollte gemeinsam der Angriff über die Susita angesetzt werden. Diese Vereinbarung fand volle Billigung des Regimentskommandeurs, um so mehr, als die Regimentsreserve – ½ III./L. – durch die Geländeverhältnisse zu Umwegen gezwungen, erst verspätet an ihrem Aufstellungsplatz eintraf und für die Deckung der großen Lücke vorerst nicht in Betracht kam.

8.40 Uhr vormittags begann das 1. Jäger-Regiment befehlsgemäß den Angriff und drückte die Russen langsam nach Poiana zurück. Plötzlich – 9.30 Uhr vormittags quollen russische Massen, 7 – 800 Mann in dichten Schützenlinien aus Poiana heraus und entwickelten sich zum Gegenstoß auf den rechten Flügel der angreifenden Jäger und gegen die große Lücke in der Flanke des I./L. Die Jäger mussten den angegriffenen Flügel zurückbiegen, um gemeinsam mit rückwärtigen Staffeln eine Abwehrfront zu bilden und den Stoß abzudämmen. Die deutsche Artillerie schwieg. Waren ihre Leitungen zerschossen oder nach Abgabe des Vorbereitungsfeuers im Umbau begriffen – jedenfalls war sie im Moment der größten Gefah nicht in der Lage die russischen Massenziele zu fassen.

Hauptmann Graf Fritz Bothmer sieht die Gefahr, die seiner linken Flanke droht. Nur ein rascher Entschluss kann hier helfen: sein ganzes Bataillon wird er gegen Poiana herumwerfen und dem Gegner in die Flanke schicken. Von Norden, von der Susita her, droht ja kaum Gefahr, ein paar Maschinengewehre müssen hier zur Deckung genügen. Seine beiden Reserve-Kompanien setzt er nebeneinander, die 3. rechts, die 2. links, zum Angriff Richtung Poiana ein, sie verschwinden in den verwilderten Weingärten, in deren Deckung sie sich gegen die Russen vorarbeiten. Die 4. Kompanie, die vorn am Steilhang liegt, greift die links von ihr befindliche Russenstellung an, welche sich am Steilhang gegen Poiana hinzieht, und rollt sie auf. Die 1. Kompanie macht im feindlichen Artilleriefeuer kehrt und setzt sich mit einer Rechtsschwenkung in Zugswellen links neben die 4., um durch die Weingärten gleichfalls gegen den Nordteil von Poiana vorzugehen. Zwischen die beiden Gefechtsgruppen des I. Bataillons schiebt die aus ihrer Bereitstellung herausgezogene 8./L. ein. In kürzester Zeit hat sich so vom Steilhang ca. 800 Meter nordostwärts Poiana nach Süden eine etwa 1.200 Meter breite Angriffsfront gebildet, die sich den russischen Angreifern entgegenwirft.

Noch sehen die Schützenlinien den Gegner nicht, aber unheimlich knacken und schwirren und rasseln seine Kugeln durch die Rebstöcke. Endlich sind die Weingärten durchschritten und – da drüben sind sie – hundert hellbraune Uniformen, die sich prächtig abheben von grünen Rebenblättern. Jetzt kracht’s auch bei uns; stehend freihändig schießt alles hinein in diese gelbbraunen Knäuel. In wilden Sprüngen geht’s los auf den Feind, der das Feuer heftig erwidert. Die Reihen lichten sich. Leutnant der Reserve Focke, Führer der 2. Kompanie, ist verwundet, Leutnant der Reserve Buchholz tritt an seine Stelle, bald darauf fällt er. Leutnant der Reserve Freiherr von Barth, Führer der 3. Kompanie, sinkt tödlich verwundet nieder, da er eben seine Kompanie zum Sturm angesetzt, an ihm vorbei stürzen seine Getreuen vor. Leutnant der Reserve Thormählen, Führer der 8./L., und Leutnant der Reserve Stiegler der gleichen Kompanie, vielbewährte Frontsoldaten, stürmen ihren letzten Sturm.

Der Russe hält dem wilden Anprall der Leiber nicht stand, schon wankt er, und in die weichenden Haufen schlägt das Verfolgungsfeuer. Die Überlebenden fluten an den Susita-Rand zurück; sie füllen das breite Sandbett wie ein brausender Gießbach, und oben stehen die siegestrunkenen Leiber des I. Bataillons, und feuern hinein in die wehrlose, flüchtende Masse, bis die letzten, vom Schicksal verschont Gebliebenen in den Stellungen des Nordufers verschwunden sind.

Der Regimentskommandeur hat mit dem Scherenfernrohr das Antreten des I. Bataillons beobachtet und aus seiner Reserve die 12. Kompanie den Russen entgegengeschickt, um die Lücke zwischen dem I. Bataillon und den Jägern einigermaßen auszufüllen. Die Unübersichtlichkeit des Geländes veranlasst die in vorderer Linie auf breiter Front eingesetzten Züge der Vizefeldwebel Gaßner und Cordier, ihre Aufgabe angriffsweise zu lösen. Nach Abwehr eines feindlichen Gegenstoßes reißen sie ihre Leute zum Sturm vor und werfen ihren Gegner bis zur Susita zurück.

Die Gefahr ist gebannt. Um die Mittagszeit steht im Bereich des Leibregiments kein Russe mehr auf dem Südufer, und auch der Angriff der Jäger erreicht bald darauf den südlichen Uferrand. Der Feind hat sehr schwere blutige Verluste erlitten und 180 Gefangene zurückgelassen. Aber unsere Verluste sind schwer: beim I. Bataillon 2 Offizier, 19 Mann tot, 1 Offizier 66 Mann verwundet; beim II. Bataillon 2 Offiziere tot, 5 Mann tot, 33 verwundet; bei der 12. Kompanie 2 Mann tot, 9 verwundet.

Die Kompanien sammelten in den russischen Gräben am Susita-Steilhang, erschöpft von der Gluthitze des Tages, gepeinigt von brennendem Durst. In der Verzweiflung pflückt man die noch grünen Weintrauben und schluckt gierig den essigsauren Saft. Wasser musste von Tesestii her vorgeschafft werden.

Im Laufe des Nachmittags ging der Regimentskommandeur die Stellung ab. Das II. Bataillon lag zu weit rechts, das I. Bataillon war durch seinen Angriff weit nach links aus dem Gefechtsstreifen hinausgekommen. Gegen Abend wurde der Ausgleich durchgeführt.

5.50 Uhr nachmittags traf Befehl ein, das I. Reserve-Korps befinde sich in erfolgreichem Vordringen in nordwestlicher Richtung, Satul Nou sei von seinem linken Flügel genommen, die Jäger-Brigade solle sofort den Angriff über Panciu, Crucea de Sus, Muncelul-Ost fortsetzen.

Der Regimentskommandeur schenkte diesen Nachrichten keinen Glauben und erhielt auf Anfrage aus der vordersten Linie den Bescheid, dass die feindliche Stellung von Satul Nou unverändert besetzt sei.

Er ordnete daher lediglich ein Vorfühlen mit Patrouillen gegen die genannte Stellung an und vertrat der Brigade gegenüber energisch den Standpunkt, dass ein Angriff auf die feindliche Höhenstellung über ein breites, deckungsloses Flussbett hinweg ohne ausgiebige Artillerievorbereitung ein unding und unverantwortlich sei. Der 8.15 Uhr abends auf dem Regiments-Gefechtsstand eintreffende Brigade-Kommandeur ließ sich von den Tatsachen überzeugen und verschob den Angriff auf den nächsten Tag.

Die Bataillone verbrachten die Nacht in ihren Stellungen. Die nach Satul Nou vorgesandten Patrouillen meldeten nachts die unveränderte Besatzung der feindlichen Gräben.

Gegen Abend des heißen Kampftages hat auf dem Verbandplatz nördlich Tisestii einer der Tapfersten des Regiments seine junge Seele ausgehaucht, ein glühender Patriot, der letzte Spross einer uralten bayerischen Familie, Leutnant der Reserve Freiherr von Barth-Harmating, glücklich an der Spitze seiner stürmenden Kompanie die Erüllung seines Soldatentums gefunden zu haben.“

Die Lage des Grabes von Leutnant der Reserve Robert Buchholz ist unbekannt. Wahrscheinlich existiert es nicht mehr.

Leutnant der Reserve Robert Buchholz