Sonderbeitrag: August Johann Elfert

Der Soldat August Johann Elfert stammte aus Schapow, einem Ortsteil der brandenburgischen Gemeinde Nordwestuckermark. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Grenadier in der 1. Kompanie des 6. Grenadier-Regiments. Am 24.09.1914 starb er krankheitsbedingt im Alter von 21 Jahren im Reserve-Lazarett 1 Abteilung Städtisches Krankenhaus Saarlouis.

Man begrub August Johann Elfert auf dem Soldatenfriedhof Garnisons-Friedhof Saarlouis in Block 2, Reihe 3, Grab 79.

In seiner Heimatgemeinde NordwestuckermarkSchapow gedenkt man August Johann Elfert noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/nordwestuckermark-schapow_wk1_brb.htm

Das Grab von August Johann Elfert auf dem Barnisonsfriedhof Saarlouis

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 534: Fritz Ernst

Der Soldat Fritz Ernst stammte aus Laudin in Brandenburg Brandenburg. Er  kämpfte im Ersten Weltkrieg als Oberjäger in der 1. Kompanie des 8. Reserve-Jäger-Bataillons. Am 15.08.1914 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen nahe der Stadt Markirch (französisch: Sainte-Marie-aux-Mines).

Man begrub Fritz Ernst auf dem Soldatenfriedhof Ste.-Marie-aux-Mines in Block 1, Grab 40.

Das Grab von Fritz Ernst auf dem Soldatenfriedhof Markirch (französisch: Sainte-Marie-aux-Mines)

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 517: Otto Krugler

Der Soldat Otto Krugler stammte aus Seebeck, einem Ortsteil der Gemeinde Vielitzsee im heutigen Bundesland Brandenburg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Musketier in der 11. Kompanie des 189. Infanterie-Regiments. Am 20.06.1915 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen nahe der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter).

Man begrub Otto Krugler auf dem Soldatenfriedhof Munster in Block 1, Grab 69.

Das Grab von Johann Humpl und Otto Krugler auf dem Soldatenfriedhof Münster

Sonderbeitrag Hans von Jacobs

Der Soldat Hans von Jacobs wurde am 05.06.1868 in Potsdam geboren, der Hauptstadt des heutigen Bundeslandes Brandenburg. Er war Jurist und im konsularischen Dienst beschäftigt. Später schied er aus dem diplomatischen Dienst aus und wurde Vorstandsvorsitzender der Deutschen Levante-Linie.

Hans von Jacobs 1888

Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Hauptmann der Reserve im 1. Garde-Regiments zu Fuß. Am 14.02.1915 fiel er bei Metz durch Verwundung, bei der eine Sepsis eintrat.

Hans von Jacobs war auch in der General-Direktion der deutschen Levante-Linie eingesetzt.

Man begrub Hans von Jacobs auf dem Soldatenfriedhof Metz Chambiere in Block 4, Grab 120.

Das Grab von Hans von Jacobs auf dem Soldatenfriedhof Metz

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 390: Paul Schwabe UNFERTIG

Der Soldat Paul Schwabe stammte aus Treppeln, einem Ortsteil der brandenburgischen Gemeinde Neuzelle. Er kämpfte im Ersten Weltkrieg als Schütze in der 2. Kompanie des Garde-Schützen-Bataillons. Am 15.10.1915 fiel er während der Vogesenkämpfe in den Vogesen.

Über den Todestag und die Todesumstände von Paul Schwabe berichtet die Regimentsgeschichte des Garde-Schützen-Bataillons:

„Schon für den 15. Oktober ist der Angriff befohlen. Zunächst ist geplant, am Abschnitt Sandgrubenkopf, also südlich unseres Abschnitts, die feindlichen Höhenstellungen zu nehmen. Eingehende Erkundungen des Kommandeurs und der entsandten Offiziere, Oberleutnent Sternberg und Leutnant Rauchhaupt, lassen diesen Plan aber wegen des denkbar schwierigsten Geländes bei starker Flankierung durch den Gegner so ungünstig und aussichtslos erscheinen, dass der Brigade-Kommandeur, General von Sproesser, von dieser Richtung Abstand nimmt und am 13. Oktober den Angriff frontal für den 15. Oktober 6 Uhr vormittags befiehlt.

Nur kurz ist die Zeit bemessen, die für die vielseitigen Vorbereitungen zu der dem Bataillon bevorstehenden schweren Aufgabe zur Verfügung steht. Der Zeitmangel wird um so fühlbarer, als der dauernd unruhige Feind, dem ja nach Lage der Dinge unsere Vorbereitungen kaum verborgen bleiben können und der sicher auch, dank seines ausgezeichneten Nachrichtendienstes über die nahe Schweiz, unseren Plan trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erfahren hat, die Stellungen mit Feuer aller Kaliber eifrigst bedenkt. Aber es ist nur gut, dass die Arbeit dieser Tage jeden so in Anspruch nimmt, dass er sich der Schwere der Aufgabe gar nicht bewusst wird. Hauptmann Rohr, von dem wir ja wissen, dass er inzwischen zum Führer der Sturmabteilung der Armee-Abteilung Gaede ausersehen ist, trifft mit seinen Leuten ein. Seine hervorragende Kenntnis der Hartmannsweilerkopf-Stellung kommt sehr zu statten und hilft zum Gelingen des schweren Werkes. Außer den Pionieren der Sturmabteilung Rohr und einem Flammenwerfertrupp ist dem Bataillon noch die 1. Kompanie des Garde-Jäger-Bataillons unter Hauptmann Rittgen zugeteilt, während rechts von dem Bataillons-Abschnitt Teile des Reserve-Jäger-Bataillons 8 aus dem Abschnitt „Jägertanne“ heraus und links vom Bataillonsabschnitt die 9. Kompanie Landwehr-Infanterie-Regiment 56 am „Unteren Rehfelsen“ sich dem Angriff anschließen sollen.

Am Abend des 14. Oktober ist alles bis in die kleinsten Einzelheiten vorbereitet. Jeder Offizier, Gruppenführer und Schütze kennt genau die ihm zugewiesene Aufgabe. Die feindliche Stellung und das Gelände dorthin sind soweit wie irgend möglich erkundet. Die Sturmtrupps und Reserven sind eingeteilt, Munition und Handgranaten bereitgestellt. Über alle Spezialwaffen (Ladungs- und Minenwerfer, Maschinengewehre, Flammenwerfer usw.) ist bis ins kleinste verfügt, die Artillerie über ihre Aufgaben und Ziele unterrichtet, der Sanitätsdienst unter Leitung des Stabsarztes Dr. Wiedel und seiner vortrefflichen Helfer mit besonderer Sorgfalt organisiert, der Fernsprech- und Meldedienst geregelt, die Verpflegung gesichert. Wie bei einer feind arbeitenden Präzisionsmaschine sind alle Einzelheiten aufeinander abgestimmt, um den Erfolg des Ganzen zu verbürgen.

Im Vertrauen auf die gute Vorbereitung des Unternehmens und auf die Gefechtskraft und den Siegeswillen des erprobten Bataillons zweifelt keiner der Kampfteilnehmer am Erfolg. Voll Zuversicht sieht man den kommanden Ereignissen entgegen. Und doch weiß jeder, dass nicht alle Kameraden den Sonnenaufgang des nächsten Tages sehen werden, dass vielmehr Tod und Verwundung die Reihen lichten müssen, wenn der Erfolg unser sein soll. Uns so herrscht abends in den Unterständen eine Stimmung, die man als „feierlich-zuversichtliche Spannung“ bezeichnen kann. Ein kurzer Brief noch wird an die Lieben daheim geschrieben – vielleicht der letzte? – Aber Kopfhänger gibt es nicht. Je dunkler die Zukunft ist, desto heller leuchtet die Flamme der Kameradschaft. Der beste Happen, den die Feldpost aus lieben Händen brachte, wird mit den Kameraden geteilt, dazu die für besondere Gelegenheiten ausgesparte Flasche getrunken. Manch intimes, vertrauensvolles Wort wird gesprochen, das sonst nicht über die Lippen kommt. Und dort, wo es die Entfernung gestattet, klingen die alten Schützenlieder in verräucherten, vom Kerzenlicht matt erhellten Unterständen.

Zeitig geht’s auf das harte Lager, denn des kommenden Tages Mühe und Arbeit sind groß. Nichts regt sich mehr in und hinter den Stellungen, nur die Posten im vordersten Graben spähen durch das Dunkel der Nacht nach dem Feinde und werden in regelmäßiger Folge abgelöst. Und gegen Morgen beseitigen vorsichtige Hände dort, wo es unbemerkt vom Feinde geschehen kann, mit Scheren das Stacheldrahthindernis vor dem eigenen Kampfgraben, um den Sturmtrupps den Weg freizumachen.

Ein Ehrentag des Bataillons beginnt. Am 15. Oktober, früh 5.30 Uhr, steht es mit den zugeteilten Truppen, wie folgt bereit:

1. Kompanie mit rechtem Flügel im Anschluss an Reserve-Jäger-Bataillon 8 an der D-Sappe, im Emma-Graben und nördlich Johann-Albrecht-Graben;

4. Kompanie im südlichen Johann-Albrecht-Gaben und Dortmunder Graben;

3. Kompanie an der Dora-Sappe;

2. Kompanie an der Moos-Sappe;

1. Kompanie Garde-Jäger an der Rohr-Sappe.

Die Maschinengewehre sind auf den ganzen Abschnitt verteilt, die beiden Radfahrer-Kompanien in Reserve. Noch ist es dunkel, um 6 Uhr erst, in der Dämmerung, soll der Angriff erfolgen, ausgelöst durch den ersten Schuss eines an der Moos-Sappe bei der 2. Kompanie zur Zerstörung der Hindernisse eingebauten Ladungswerfers. Die Sturmtruppen stehen lautlos im Graben, die Zug- und Gruppenführer sitzen geduckt auf der Grabenböschung, vorsichtig nach der feindlichen Stellung spähend und mit scharfen Gläsern die günstigsten Einbruchstellen suchend. Wie ein zum Sprung bereiter Tiger lauert das Bataillon, auf das Angriffszeichen wartend.

zur in die feindliche Stellung verlängerten Dora-Sappe, einschließlich Reserve-Jäger-Bataillon 8, die Teile vor dem Abschnitt B durch das Garde-Schützen-Bataillon zu besetzen seien, während die von der 1. Kompanie Garde-Jäger-Bataillon besetzten Grabenstücke als für die Nacht unhaltbar, zu räumen seien. Dies wurde im Laufe des späten Nachmittags und der Nacht durchgeführt.

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Seite 206 – 211

Man begrub Paul Schwabe auf dem Soldatenfriedhof Guebwiller in Block 4, Grab 46.

Das Grab von Paul Schwabe auf dem Soldatenfriedhof Guebwiller

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 356: Stephan Matthies

Stephan (Verlustliste: zusätzlich Louis, Franz, Hermann) Matthies wurde am 18.04.1864 und stammte aus der Stadt Rheinsberg im heutigen Bundesland Brandenburg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Oberst im 136. Infanterie-Regiment. Am 17.09.1914 wurde er bei Craonne (Aisne) schwer verwundet. Am 18.09.1914 verstarb er im Alter von 50 Jahren bei Caranelle (Regimentsgeschichte: Corbény) an seiner Verwundung.

Man begrub Oberst Stephan Matthies auf dem Soldatenfriedhof Strasbourg-Cronenbourg in Block 1, Grab 245.

Das Grab von Oberst Stephan Matthies auf dem Soldatenfriedhof Straßburg

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 351: Paul Nickel

Der Soldat Paul Nickel stammte aus Hohen Neuendorf im heutigen Bundesland Brandenburg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Jäger in der Maschinengewehr-Kompanie des 14. Jäger-Bataillons. Am 22.07.1915 verstarb er bei Drei Ähren, nachdem er zuvor während der Kämpfe in den Vogesen nördlich der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter) schwer verwundet worden war.

Man begrub Paul Nickel auf dem Soldatenfriedhof Ammerschwihr in Grab 195.

In seiner Heimatstadt Hohen Neuendorf gedenkt man Paul Nickel noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2021/hohen-neuendorf_denkmal_lkr-oberhavel_wk1_brb.html

Das Grab von Alois Zingler und Paul Nickel auf dem Soldatenfriedhof Ammerschwihr

Sonderbeitrag: General der Infanterie Kurt von Schwerin

Der General der Infanterie Kurt von Schwerin wurde am 04.04.1817 in Königs Wusterhausen im heutigen Bundesland Brandenburg geboren. Am 13.04.1884 verstarb er im Alter von 67 Jahren in Metz, deren Gouverneur er war. Er starb während des Dienstes an einem Gehirnschlag.

General der Infanterie Kurt von Schwerin

Man begrub Kurt von Schwerin auf dem Soldatenfriedhof Metz in Grab 113.

Das Grab des Generals der Infanterie Kurt von Schwerin

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 256: Fritz Polte

Der Soldat Fritz Polte kämpfte im Ersten Weltkrieg als Schütze. Am 16.09.1915 fiel er.

Man begrub Fritz Polte auf dem Soldatenfriedhof Ammerschwihr in Grab 9.

Das Grab von Fritz Polte auf dem Soldatenfriedhof Ammerschwihr

Sonderbeitrag: Oberleutnant Hans Eberts

Der Soldat Oberleutnant Hans Eberts wurde am 14.05.1882 in der rheinland-pfälzischen Gemeinde Kastellaun geboren. Er lebte beim Forstamt Zechlinerhütte, einem Ortsteil der  brandenburgischen Stadt Rheinsberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Oberleutnant und Adjutant im Regimentsstab des 74. Reserve-Infanterie-Regiments. Er war abgeordnet vom 74. Infanterie-Regiment. Am 20.04.1916 fiel er im Alter von 33 Jahren während der Schlacht um Verdun.

Stellung Verdun 20.03.1916 – 30.06.1916 74. R. I. R

Über den Todestag und die Todesumstände von Hans Eberts berichtet die Regimentsgeschichte des 74. Reserve-Infanterie-Regiments:

„20. April 1916 – Gründonnerstag! Schon am frühen Morgen schwillt das französische Artilleriefeuer auf unsere vordere Linie, auf Albainschlucht und Minze gewaltig an. Schwere und schwerste Kaliber mischen sich ein. Kein Zweifel, der Franzmann hat etwas vor. Besonders stark trommelt er rechts von unserem Abschnitt I Unsere 9. Kompanie, die am rechten Flügel liegt, erleidet große Verluste. Die Gräben sind schon bis zur Unkenntlichkeit zusammengeschossen. Unter den Trümmern jammern und stöhnen Verwundete und Verschüttete.

Sicher hat der Franzmann Absichten auf den Steinbruch. Er will dadurch den Schlüssel zur wichtigen Ost-West-Schlucht gewinnen. Und richtig. Plötzlich verlegtr er das Feuer vor, überschüttet die Minze, wo er mit Recht die Hauptreserve vermutet, mit einem furchtbaren konzentrierten Sperrfeuer und versucht rechts von uns den Angriff. Aber unser Nachbarregiment hält stand. Der Franzmann flutet in hellen Scharen zurück. Unsere 9. Kompanie bringt trotz schwerster Verluste die Geistesgegenwart auf, in aller Eile ein Maschinengewehr umzubauen und dem flüchtenden Feind in die Flanke zu fegen. Viele von ihnen erreichen nicht mehr den rettenden Graben.

Aber auch uns hat der Tag schwere Opfer gekostet. Bei dem wahnsinnigen Sperrfeuer auf die Minze fällt einer der beliebtesten Offiziere, unser Regimentsadjutant Oberleutnant Eberts. Er sitzt mit dem Regimentskommandeur und einigen Offizieren um einen Tisch, vorne am Eingang zum schmalen Unterstand, als eine Granate dicht davor einschlägt. Der Luftdruck lässt sie alle zurückprallen, ein Splitter surrt haarscharf am Kommandeur vorbei und dringt Oberleutnant Eberts in die Brust. Ein anderer Splitter verwundet den draußen stehenden Leutnant Fackler so schwer, dass er am nächsten Tage stirbt. Mit ihm werden auch die Gefreiten Rust und Kunze schwer verwundet. Wertvollste, keine Gefahr scheuende Arbeit leisten in solchen Stunden unsere Ärzte, allen voran Dt. Eichwald, Cordua, Lehmann und Biermann. Lassen wir darüber schmucklos das Tagebuch Dr. Eichwalds erzählen:

„Am nächsten Morgen, 20. April, um 6 Uhr, ist dicht bei uns Leutnant Warnecke verwundet worden, der Führer der 4. Bereitschaftskompanie, da er immer in Bewegung ist und die ganze Verbindung nach hinten und vorn leiten muss. Kein Wunder, dass es ihn endlich gehascht hat. Er liegt auf dem Bauche und jammert arg. Der Splitter ist rechts oberhalb des Kreuzes eingedrungen. Ich zweifele, ob nicht die Bauchhöhle eröffnet ist. Ich lasse ihn über Tag hier liegen und habe die Freude, eine deutliche Besserung zu beobachten.

Aufbahrung des vor Verdun gefallenen Oberleutnants Eberts

Das schrecklichste war für den Abend aufgespart. Um 1 Uhr wurde ich zum Regimentsstab gerufen. Im ersten Raum liegt Fackler bleich, mit kleinem Atem, ein Splitter hinten in dem Brustkorb. Er kannte seinen Tod. Er bleibt die ganze Nacht an Ort und Stelle liegen. Im Hinterzimmer aber liegt der gute Eberts zusammengekauert und tut in meinen Armen den letzten Atemzug. Die ganze Gesellschaft hatte vergnügt vorn um den Tisch gesessen. Der Unterstand, wie auch die benachbarten, geht mit Stichgraben von einem Deckungsgraben aus, auf deessen Rande die unselige Granate explodierte. Fackler stand zufällig draußen. Eberts traf ein winziger Splitter und schlägt ihm die rechte Brustschlagader durch.

Aber auch in den Nachbarunterständen gab es noch fünf schwere Verwundungen. In einem wohnen Biermann und Cordua. Ich wollte eigentlich mit hineinziehen. In der vorderen Hälfte liegen 3 Burschen durch Splitter schwer verwundet. Eberhard, von Anfang an der Bursche Lehmanns, verlor buchstäblich sein Bein und konnte nur durch das schnelle Zugreifen Corduas vor dem Verbluten gerettet werden. Biermann aber, der hinterher ahnungslos herantritt, sieht die Blutlache und das Bein und bricht ohnmächtig zusammen.“

Mit Oberleutnant Eberts haben wir einen Regiments-Adjutanten und Kameraden verloren, den alle Offiziere und Mannschaften tief betrauern-Im Dienst war er die Ruhe und Ausgeglichenheit selbst. Was er sagte, war überlegt, hatte Hand und Fuß. Kein Schimpfwort kam über seine Lippen. Ein heftiges Auffahren und Losdonnern katte er nicht. Er brauchte es auch nicht, denn er besaß eine Autorität, die in seiner charaktervollen lauteren Persönlichkeit allein beruhte. Was er auch anordnete, geschah in ruhiger, fast bittender, aber doch bestimmter Form, die niemand verletzte, aber auch niemand im ungewissen darüber ließ, dass sein Befehl getreu ausgeführt werden msuste. Dabei wollte er aber nicht alles befehlen, nicht zu jeder Kleinigkeit etwas sagen. Die Feldwebel und Unteroffiziere des Stabes wie auch früher der Bagage, die er geführt hatte, schätzten nichts höher an ihm, als dass er ihnen eine gewisse Selbständigkeit im Handeln ließ.. Seine Menschenkenntnis wusste die Leute herauszufinden, auf die er sich verlassen konnte. Und deshalb wickelten sich auch die so vielseitigen, oft schnelle Entschlusskraft fordernden Geschäfte des Regimentsadjuntanten bei ihm so glatt und reibungslos ab.

Aber auch als Mensch war Oberleutnant Eberts von seltenem Wert. Von Haus aus war er Forstmann. Vielleicht war es gerade dieser sein Beruf, der ja der Natur so nahesteht, dass er auch den Weg zum Herzen seines einfachsten  Untergebenen fand. So kamen oft die Leute zu ihm, schütteten ihm ihr Herz aus, suchten Rat und Hilfe. Keiner, der dann mutlos, verzagt, verdrossen von ihm fortging. Er war einem jeden von uns ein Kamerad im edeltsen Sinne des Wortes.

Als das Regiment noch hinten in Breheville lag und den Abmarsch befahl bekam, da schenkte er jedem, der ihm nahestand, seine Photographie. Hat er wohl seinen nahen Tod vorausgeahnt?

Unserem Regimentskommandeur, an dessen Seite Oberleutnant Eberts fiel, ging der plötzliche Verlust seines engsten Mitarbeiters besonders nahe. Noch in der gleichen Nacht ordnete er aufs genaueste an, was mit der Leiche geschehen solle. Mit Bleistift berichtete er an Leutnant Iensen, den Nachrichtenoffizier: “ Und mein treuer Eberts! Welch unerstetzlicher Verlust! Sie können sich meinen Schmerz wohl vorstellen!“ An die Gattin seines  gefallenen Adjutanten schreibt er u. a. folgende Worte, die auch die Trauer des ganzen Regiments widerspiegeleln:

„Jeder, der mich im engsten kameradschaftlichen und dienstlichen Zusammenarbeiten während  eines Jahres mit Ihrem vortrefflichen Gatten gesehenen hat, weiß, was ich an ihm verlor, und trauert mit mir. Ich habe es den Herren meiner Umgebung in dieser schweren Tagen oft gesagt, dass mein Daseingetan hat wie der Tod meines treuen Regiments-Adjutanen, den ich mit Schmerzen selbst erleben musste. Es war wirklich, wie es in dem Soldatenliede heißt: „Eine Kugel kam geflogen, gilt sie mir oder gilt sie dir? Ihn hat sie weggerissen. Er liegt zu meinen Füßen, als wär’s ein Stück von mir! Noch wenige Minuten vorher hatte ich auf dem Platz gesessen, wo ihn das feindlcihe Geschosss traf. Er hat nur kurz gelitten, und der freundliche Ausdruck seines lieben, uns allen so herzlich befreundes Gesichtes zeigte, dass er friedfertig in die ewige Heimat übergegangen war.“

Für Oberleutnant Eberts wird jetzt Leutnant Sturm zum Regiments-Adjuntanten ernannt, die Führung der verwaisten 4. Kompanie übernimmt Leutnant Bieler.“

In seiner Heimatgemeinde Rheinsberg gedenkt man Hans Eberts noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2023/zechlinerhuette_denkmal_stadt-rheinsberg_lkr-ostprignitz-ruppin_wk1_wk2_brb.html

Fernsprechbude beim Regiments-Gefechtsstand am Lingekopf. Ganz links Oberleutnant Eberts