Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 586: Peter Dornbusch

Der Soldat Peter Dornbusch wurde am 22.10.1882 in Metz geboren, das seit dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 zu Deutschland gehörte. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant der Reserve in der 4. Batterie des 8. bayerischen Reserve-Feldartillerie-Regiments. Am 05.03.1915 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen nahe der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter) im Alter von 32 Jahren. Er wurde während der Ersten Schlacht bei Münster getötet.

Über den Todestag und die Todesumstände von Peter Dornbusch berichtet die Regimentsgeschichte des 8. bayerischen Reserve-Feldartillerie-Regiments:

„Die belgische Geba, beim Schießen ganz unbrauchbar (Blindgänger, Mündungsfeuer), wird zurückgezogen. 3. und 4. werden heftig beschossen. Letztere hat wieder schmerzliche Verluste, darunter neuerdings einen Offizier. Eigene Batterien beschießen Gräben, Unterkünfte und Geba. 2./8. bezieht B.stelle bei Schönenklang (etwa 1.000 Meter) – wunderbarer Rundblick. Abends Geschütz Zierl zurückgezogen. 4./8. rückt abends aus Stellung nach Oberbergheim..“

Man begrub Peter Sornbusch auf dem Soldatenfriedhof Munster in Block 4, Grab 45.

Das Grab von Peter Dornbusch und Paul Sutor-Wernick auf dem Soldatenfriedhof Münster

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 585: Gottfried Quinzler

Der Soldat Gottfried Quinzler stammte aus der Gemeinde Gechingen im heutigen Bundesland Baden-Württemberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 2. Kompanie des 121. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 19.02.1915 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen nahe der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter).

Über den Todestag und die Todesumstände von Gottfried Quinzler berichtet die Regimentsgeschichte des 121. Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Die erste Schlacht bei Münster

Deutscher Boden sollte vom Feind gesäubert werden, andere Brennpunkte der elsässischen Front waren zu entlasten. 17 Bataillone Infanterie waren zusammengezogen: die vier bayerischen Infanterie-Regimenter, L. 121 und Landsturm-Infanterie-Bataillon Karlsruhe, an Artillerie das (bayerische) Reserve-Feldartillerie-Regiment 9, mehrere 15-cm-Haubitzbatterien, 2 oder 3 weittragende 10- und 13-cm-Langrohre und ein paar 21-cm-Nörser, außerdem die zwei Landwehr- und die zwei außerplanmäßigen Batterien des Münstertals; neben der 2. (badischen) Landwehr-Pionier-Kompanie XIV standen die Pioniere der 8. Reserve-Division zur Verfügung; die Armierungssoldaten waren auf die Pionierkompanien, die Material- und Munitionsdepots und das Sanitätswesen verteilt. Die 6. (bayerische) Landwehr-Division befehligte den Abschnitt nördlich Münster, in dessen Nordteil die „Gruppe Jehlin“ (16. bayerische Reserve-Infanterie-Brigade mit R. 22, R. 23 und IV./L. 121 mit (Feld-M.-G.-Zug Villinger zu 3 M.-G.) den Groß-Hörnleskopf (1.000 Meter), den Combekopf (983 Meter), den Barrenkopf (980 Meter) und den Kleinkopf (943 Meter) angriff, links anschließend „Gruppe von Sprösser“ mit der Linie Wahlenstall-Hörnleskopf (841 Meter)-Höhen westlich Nordrand Münster als erstem Ziel. Angelehnt an den Westrand von Münster war „Brigade Pechmann“ (15. bayerische Reserve-Infanterie-Brigade) mit I./L. 121 nebst Feld-Maschinengewehr-Abteilung „A“ (sechs Maschinengewehre, Führer Oberleutnant Naumann) gegen den Reichackerkopf und Mönchberg (771 Meter) angesetzt; links davon gingen R. 18 und 19 mit Front nach Nordwest aus dem Großtal den Sattel, den Sattelkopf (892 Meter), die Klitzersteine und den Altmattkopf an. In 10 Kilometer Breite fasste die 8. (bayerische) Reserve-Division, bei der die Oberleitung des Ganzen lag, neun in fünf Monaten stark befestigte Berge als ersten Kampfpreis an; welche Anlagen und Geheimnisse in deren Walddecken staken, konnte erst erkennen, wer unmittelbar davorstand.

Nicht ganz zwei Bataillone auf jeder Kuppe – viel war das nicht. Auf Überraschung und der Wucht des ersten Stoßes baute unsere Führung auf, da Reserven von Belang nicht zurückgehalten werden konnten; schon zum ersten Takt des Gefechts mussten sämtliche verfügbaren Kräfte eingeteilt werden. – Ob die Franzosen wirklich überrascht wurden? Aus dem Verlauf der Kämpfe und den Gefangenenaussagen ergab sich hernach kein klares Bild; merkte der Feind auf, so mussten ihn der verstärkte Patrouillengang, das Einschießen der Batterien und der zunehmende Verkehr im Münstertal stutzig machen, Begleiterscheinungen, die sich bei aller Vorsicht und Überlegenheit nicht ganz unterdrücken ließen.

Für unser Regiment war es das erste, in jeder Richtung mit peinlicher Sorgfalt vorbereitete Unternehmen. Gefechtsverbindung und Nachrichtenwesen waren studiert und organisiert, alle Einzelheiten und Besprechungen geregelt, die Abschnitte, die Nachbarn rechts und links und die Angriffsziele an Hand  von Karten bekanntgegeben; jedermann wusste Bescheid. Jede Infanteriekompanie hatte Drahtscherenkommandos ausgerüstet, den Stoßtrupps waren Pioniere beigegeben; Pionierparks mit Kampfmitteln, Stellungsbaumaterial und Trägertrupps waren hinter der ganzen Front angelegt, Verbandplätze eingerichtet, Sanitätler und Krankenträger eingewiesen, Lazarettzüge zur Verbindung mit Colmar bereitgestellt.

Schwarze Nacht; schwere Wolken hingen über dem Münstertal und in Regenschauern und Schneeböen bezogen die Truppen in den ersten Frühstunden des 19. Februar ihre Ausgangsstellungen. Den Mantel umgerollt, das Gewehr am Riemen über der Schulter, die Patronengurte und Rocktaschen voll Munition, schweigend, lautlos; flüsternd wurden die Befehle erteilt und von Mund zu Mund durchgegeben; das Straucheln eines Fußes, das leise Klingen der Waffen deckten die Quellen und Wasserfäden zu, die überall talwärts rieselten. General von Sprösser ließ in Günsbach seine Bataillone unbemerkt an sich vorüberziehen, ehe er seinen Gefechtsstand auf dem Frauenackerkopf einnahm; in entschlossenem Ernst, die Gedanken weitab in der Heimat und dann wieder Auge in Auge mit den nächsten Stunden schritt jeder die ihm vorgeschriebene Bahn. Ohne Regung lagen die Wälder und Täler, während wir uns aufbauten und nichts verriet die gehäufte Energie, die zur Entladung drängte. Die Spannung des Wartens wurde zur drückenden Last; Stunden waren vergangen, der Tag graute. Punkt 6.30 Uhr morgens zerriss die erste Granate die Luft und die Truppen des Großtals traten an; eine Viertelstunde später knatterte Infanteriefeuer auf: am Reichackerkopf hatte I./L. 121 die französische Vorstellung erreicht, deutsches und feindliches Maschinengewehrfeuer hämmerte los und rauschte durch die Wälder; es klang, als brausten Wasserfälle in der Ferne über Felsen nieder.

Eine Stunde später nahm auch die Artillerie nördlich des Münstertals das Feuer auf. In gemessenen Abständen wühlten sich die 15-cm-Haubitzgranaten heulend, wie mühsam, durch die Luft, mit hellem Klang zischten die Geschosse der Feldkanonen dazwischen, eilig, als wollten sie die dicken und langsamen Brüder vom Steilfeuer überholen; sie schmetterten in die alten Tannenbestände des Barrenkopfes, auf den Kleinkopf und den Hörnleskopf vorerst in langsamer Folge nieder. Rastlos schossen französische Batterien hierhin und dorthin; ihre Infanterie schwieg. Und immer rascher zogen unsere Kanoniere ab, bis um 3/4 10 Uhr die höchste Feuersteigerung erreicht war: ein Gewölbe von Gefechtsbahnen verdichtete sich hoch über uns, die einschlageneden Eisenmassen knickten die dicken Stämme, zersplitterten den Steingrund und bohrten Trichter in den Waldboden; Wolken von Dampf, Rauch und Staub lagerten auf den Höhen. 10 Uhr. Unsere Artillerie stellte die Rohre um einige Striche steiler, verlegte sich feindwärts: Sperrfeuer, und die Infanterie ging vor. Eine schwüle Viertelstunde: jetzt klommen die lichten Sturmketten zwischen den Bäumen die Hänge aufwärts und noch hatte allein das Geschütz das Wort; dann brandete Kleingewehrfeuer auf und das Unwetter brach auf die gegen den Combekopf, den Barren- und Kleinkopf anlaufenden Bayern los.

Hatte unsere Artillerievorbereitung nicht im Ziel gesessen oder nicht genügt, war man der Vorverlegung des Granatengürtels nicht dicht genug gefolgt, hatte der Verteidiger sich sammeln und erholen können? Vor der Kuppe etagenweise angelegte Gräben, gefüllt von Verteidigern, die durchaus keinen niedergekämpften Eindruck machten, sondern sich die Büchsen glühend schossen, tiefe Streifen kaum beschädigter Verhaue davor – wo hatten unsere schweren Granaten und Kirns Zentnerladungen gewirkt? Hier blieb die bayerische Reserve-Infanterie hängen, hier packten und warfen sie seitliche Maschinengewehre des Feindes beim Zerschneiden des Stacheldrahts reihenweise und auch die französische Artillerie war auf dem Posten; das Gelände war von meisterhaft berechneten Flankierungsanlagen durchsetzt. Unterstützung füllte die Lücken. Unsere 16. Kompanie und 3 Maschinengewehre unterstützten vom Schratzmännle aus mit Feuer und wurde dafür vom Feind gefährlich eingeseift; gruppenweise schossen, bohrten und wanden sich Teile der Angriffsfront weiter; ein erbittertes Hin und Her, Vorschnellen, Gegenstoß, blutige Teilerfolge hier, Rückschläge daneben, stundenlang – aber der deutsche Angriff reifte nicht bis zum Einbruch in die Hauptstellung, er erlahmte unter der Wirkung der hohen Verluste. 14. und 15./L. 121 wurden kurz vor Mittag zur Verstärkung der Gruppe Zenker gegen den Barren- und Kleinkopf vorgeführt; da die Höhen nicht im ersten Anlauf überrannt worden waren, galt es, den Franzosen jeden Schritt abzuzwingen. Wütend kämpften sich unsere Truppen voran, mit verzweifelter Heftigkeit wehrte sich der Gegner; die Wage stand, unser frontaler Angriff stockte, neue Artillerievorbereitung war nötig, ein Eingreifen von der Seite die aussichtsreichste Hilfe und General Jehlin richtete die Blicke nach links zur Gruppe von Sprösser; konnte sie nicht von Süden vorstoßen?

General von Sprösser hatte inzwischen den Hörnleskopf gestürmt. II. und III. Bataillon L. 121 (ohne 12.) waren vom Günsbachtalgrund angetreten, während Hauptmann Schwend mit seiner 12., den Fest.-M.-G.-Trupp „B“ unter Leutnant Drißner, einem Geschütz der 3. Batterie Reserve-Feldartillerie-Regiment 9 unter Leutnant Herrenberg und 2 leichten Minenwerfern auf dem Frauenackerkopf südlich Schneiden lauerte. Den Westhang des Frauenackerkopfs hielt Landsturm-Infanteriebataillon Karlsruhe unter Major Freiherr von Puttkammer besetzt; er hatte vorerst nicht vorzugehen. Das II. und III. Bataillon schob sich während der Artillerievorbereitung den Steilhang hinauf, soweit die eigenen Granaten das zuließen; Offizierspatrouillen mit Pionieren und Drahtscherenkommandos brachen voraus Bahn über den wohl bekannten Waldhang, den die Bataillone am 3. November schon einmal gestürmt und manches liebe Mal auf Patrouille durchstreift hatten. Verbindung mit dem für den Wahlenstall eingeteilten II./R. 23 wurde vergeblich gesucht. Französische Artillerie tastete den Hang ab, vom Krepieren eigener Granaten sprühten unsere Sturmlinie Eisensetzen auf den Hintern – schadete nichts. Oben auf der Höhe Einschlag auf Einschlag; unsere Kanonen arbeiteten brav vor. 10 Uhr! „Antreten!“ Feindliche Maschinengewehre und Gewehre knatterten herab, aber auch deutsche Waffen rührten sich mächtig, denn Hauptmann Schwend nahm die Höhe aus naher Entfernung vom Frauenackerkopf unter seine Gewehre und leichten Minenwerfer und deckte sie bis zum Augenblick des Einbruchs mit aller Kraft zu.

Die Sturmpatrouillen des II. und III. Bataillons erreichen die Hindernisse, schneiden und reißen Gassen frei; der Feind erkennt die Gefahr, er tut, was er kann; vergeblich: mit prächtigem Schwung schnellt unsere Linie aufwärts. Plötzlich etwas Unerwartetes und Unerhörtes – Musik: „O Deutschland hoch in Ehren!“ Dicht hinter den Stürmenden lässt Musikleiter Grieser die Regimentskapelle blasen und ihre Klänge steigen über den Kampflärm auf; eine Welle der Begeisterung schlägt, alles vorwärtsreißend, über uns zusammen; keuchend, um Atem ringend, singen die Kompanien mit, während sie vorwärts dringen, stürzen und sich wieder hochraffen. – Trommeln, die Hörner „Seitengewehr!“, tobendes Feuer. 12. Kompanie jagt über Schneiden vor, von Osten und Süden wachsen Feldgraue vor den Höhenstellungen des Feindes zugleich aus dem Boden, winden sich durch Astverhaue und Stacheldrahtgewirre, brechen in die Gräben, an ein, zwei, drei Punkten, in ganzer Frontbreite, brüllend, schießend, um sich hauend und stechend und spülen wie eine Woge über den Feind. Nach einer halben Stunde ist der ganze Kopf in unserer Hand. Verfolgungsfeuer vom Hörnles- und Frauenackerkopf auf die über die Steinabfälle von Hohrodberg Rettung suchenden Alpenjäger. II. und III. Bataillon graben sich auf dem Hörnleskopf ein, die Gefangenen werden zurückgeführt.

Denn heute wie am 3. November: sollte Höhe 841 nach Westen überschritten werden, so musste vorher der beherrschende Kleinkopf genommen sein. General von Sprösser setzte nach Festigung der Verhältnisse auf de genommenen Kuppe sein II. Bataillon (ohne 6.) vom Hörnleskopf zunächst gegen den Wahlenstall und das „Wahlenstallköpfchen“, die Vorhöhe des Kleinkopfs, an. Deutsche und feindliche Artillerie verlegten den Weg; ein Fernspruch zum Artilleriekommandeur und die eigenen Granaten waren beseitigt; nun warf sich das Bataillon in den Sperrfeuergürtel des Feindes, überwand ihn und schoss sich in halbstündigem Kampf auf das Köpfchen durch, dessen Besatzung, Alpenjäger 11 und 12, viel Blut lassen musste.

Als Gegenwirkung des Feindes auf die verlorenen Höhen erst schwere Bombadements aus allen Kalibern – gut, dass ein Teil der Eisenlast zu hoch lag und in den Günsbachtalgrund hinter den Hörnleskopf polterte, wo sie unschädlich verpufften. Dann traten Alpenjägerformationen von Hohrod und der Gegend von Gebräch zum Gegenangriff an, – wie die Bevölkerung nachher erzählte, voll Hoffnungslosigkeit: „Mein Gott, diese Felshänge sollen wir stürmen?“ Die einen zerstreute unsere Artillerie schon bei der Versammlung, die anderen kamen weiter oben im Feuer unserer Gewehre und Maschinengewehre unter die Sense.

Ausgezeichnet arbeiteten unsere Gefechtstelephone, die Bau- und Störungstrupps leisteten Hervorragendes; unaufhörlich riefen die Summer, Meldungen und Wünsche drängten sich von allen Seiten zur Gefechtsleitung durch die Drähte, die als ruhiger Mittelpunkt des Getriebes kühl abwägend Weisungen und Entscheidungen zurückgab.

Vom Wahlenstallköpfchen war’s ein Schritt zum Angriff auf die nächste Kuppe, den Kleinkopf selbst, und General von Sprösser dirigierte 4 Uhr nachmittags auf die immer dringlicheren Rufe hin 3/4 II. Bataillon mit Maschinengewehren unter Hauptmann Spindler gegen ihn. „Gruppe Jehlin kommt von Osten nicht auf den berg herauf, jetzt müssen’s die tapferen Württemberger von Süden schaffen,“ meinte der bayerische Hauptmann Kiesser vom Divisionsstab, der Verbindungsoffizier bei der Gruppe von Sprösser. Der Kleinkopf ist auf seiner Ostseite bewaldet, sein Südhang gegen den Hörnleskopf dagegen ein kahler, felsiger Satan, damals dazu mit Schnee bedeckt und gleich der erste Versuch zeigte das Aussichtslose, hier durchzukommen: mörderisches Feuer von vorn, noch vernichtenderes von links fegte alles Lebendige fort; rückwärtige Flankierungsanlagen des Feindes bei Londenbach und Gebräch wurden überraschend fühlbar; der Franzose hatte vorn und hinten besetzt und erhebliche Kräfte standen gegen uns. Unsere Batterien schadeten, da ohne hinreichende Beobachtung nach Gebräch und Umgebend, mehr als sie nützten; jeder Kurzschuss saß bei diesem steilen Gebiet sofort in der eigenen Truppe. Hauptmann Spindler erkannte: So ging das nicht und schob sein Bataillon um eine Breite nach Osten; den linken Flügel dem Waldrand entlang ging er von Südosten aufs neue auf die Kuppe vor. In hartem Ringen brachte sich das II. Bataillon schrittweise bergauf; es blieb allein: der bayerische Nachbar, der gleichzeitig zufassen sollte, stellte sich nicht ein und der Feind konnte seine gesamten Kampfmittel gegen unser Bataillon vereinigen. Die Dunkelheit war völlig eingebrochen, bis II./L. 121 sich vor die Hauptstellung des Kleinkopfs vorgebracht hatte; die Nacht machte der Bewegung ein Ende.

Auch im Abschnitt Großtal war viel Blut geflossen. In den ersten Morgenstunden hatte unser I. Bataillon die französischen Vorstellungen am Reichackerkopf gestürmt; dann waren Graben um Graben, ein Nest und ein Stützpunkt nach dem anderen einzeln zu bezwingen, die, oft überraschend und scheinbar wahllos angelegt, sich meistens geschickt kombiniert und gut befestigt erwiesen. Das Bataillon arbeitete ohne Artillerieunterstützung, an die in dem unübersichtlichen Gebiete nicht zu denken war; seine Kämpfe und Stürme am Reichackerkopf und Mönchsberg waren rein infanteristische Leistungen. Das unwegsame und zerrissene Gelände spaltete das Bataillon in verschiedene Angriffskörper, jeden gegen andere Feinde; die Verbindung riss und man kam mit der Nase nach allen Himmelsrichtungen zu liegen, wie das Gefechtsbild es mit sich brachte. Flanke und Rücken blieben nicht selten bedenklich unbedeckt, bis die Kompanien, Züge oder Gruppen sich im nächsten Takt des Vordringens wiederfanden oder gegenseitig durch Flankenwirkung willkommene Entlastung brachten. Stückweise wurde das Land gereinigt. Major Timmermann aber wahrte die Direktion, fasste die Seinen unermüdlich neu zusammen, ordnete, half nach und brach sich fächerförmig nach Nordwesten Bahn trotz Schanzen, Buschverstecken und den Überraschungen der Schluchten und Felsecken. Erbitterte Gefechte während des ganzen Tages; bis zur Nacht war die für heute befohlene Linie erreicht und nur die höchste Kuppe des Mönchbergmassivs und der Hof Brezel – gegenüber dem äußersten linken und rechten Flügel des Bataillons – waren noch nicht gefallen.

Links neben dem I./L. 121 würgten sich die bayerischen Regimenter bis zur Nacht dicht an den Sattel und an den Hängen westlich davon etwa bis zur halben Höhe empor. Dieser Teil des Gefechtsfeldes erlangte keinen Einfluss auf die Lage unseres Regiments und wird daher im folgenden Zusammenhang unerwähnt gelassen; entscheidende Vorteile wurden in ihm nicht errungen und der Sattelkopf, der Gaschney und der Tännlekopf blieben ungenommen.

Wo sie lagen, verbrachten die Kompanien die kalte Nacht. Essen, Munition und Stroh wurden auf den in der Dunkelheit helsbrecherischen Pfaden von Verpflegungsoffizieren, Feldwebeln und Armierungssoldaten zugeführt; unser Infanteriefeuer war verstummt, während die Franzosen aufgeregt und planlos weiter schossen. Beide Artillerien pausierten und nur unsere Langrohre sperrten die Schluchtstraße hinten durch Granaten,die sie alle 10 Minuten hinüberjagten. Teilerfolge waren errungen worden, Teilerfolge, die hinter dem Voranschlag zurückblieben, und in der Nacht führte der Feind frische Kräfte heran trotz unseres Feuerriegels auf der Schluchtstraße, während wir keine Reserven hinter und hatten.“

Man begrub Gottfried Quinzler auf dem Soldatenfriedhof Munster in Block 4, Grab 47.

Das Grab von Gottfried Quinzler auf dem Soldatenfriedhof Münster

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 584: Johann Auers

Der Soldat Johann Auers wurde am 28.08.1892 in der bayerischen Stadt Schnaittenbach geboren und war Diplom Ingenieur. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant der Reserve in der 4. Batterie des 8. bayerischen Reserve-Feldartillerie-Regiments. Eigentlich gehörte er dem 7. bayerischen Feldartillerie-Regiment an, war aber zu dieser Einheit abgeordnet. Am 24.02.1915 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen am Mönchberg nahe der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter). Johann Auers wurde 22 Jahre alt.

Man begrub Johann Auers auf dem Soldatenfriedhof Munster in Block 4, Grab 44.

Das Grab von Oskar Vater und Johann Auers auf dem Soldatenfriedhof Münster

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 583: Oskar Vater

Der Soldat Oskar Vater wurde am 27.02.1894 in der bayerischen Landeshauptstadt München geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Kriegsfreiwilliger in der 4. Batterie des 8. bayerischen Reserve-Feldartillerie-Regiments. Am 24.02.1915 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen am Mönchberg nahe der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter). Ostkar Vater wurde 20 Jahre alt.

Man begrub Oskar Vater auf dem Soldatenfriedhof Munster in Block 4, Grab 43.

Das Grab von Oskar Vater und Johann Auers auf dem Soldatenfriedhof Münster

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 582: Franz Gilberg

Der Soldat Franz Gilberg stammte aus Niederselters, einem Ortsteil der hessischen Gemeinde Selters. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier in der 8. Batterie des 19. Reserve-Feldartillerie-Regiments. Am 24.06.1915 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen nahe der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter).

Man begrub Franz Gilberg auf dem Soldatenfriedhof Munster in Block 4, Grab 5.

Das Grab von Heinrich Schlie und Franz Gilberg auf dem Soldatenfriedhof Münster

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 581: Heinrich Schlie

Der Soldat Heinrich Schlie stammte aus Tripkau, einem Ortsteil der niedersächsischen Gemeinde Amt Neuhaus. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Pionier in der 1. Reserve-Kompanie des II. Pionier-Bataillon 10. Am 22.08.1915 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen nahe der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter).

Man begrub Heinrich Schlie auf dem Soldatenfriedhof Munster in Block 4, Grab 4.

Das Grab von Heinrich Schlie und Franz Gilberg auf dem Soldatenfriedhof Münster

Soldatenschicksale des 2. Weltkrieges Teil 580: Mohamed Israfil

Der Soldat Mohamed Israfil kämpfte im Zweiten Weltkrieg als Grenadier. Im Januar 1945 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen nahe der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter).

Man begrub Mohamed Israfil auf dem Soldatenfriedhof Munster in Block 4, Grab 1.

Das Grab von Mohamed Israfil auf dem Soldatenfriedhof Mohamed Israfil

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 579: Wilhelm Thielemann

Der Soldat Wilhelm Thielemann stammte aus Brüheim, einem Ortsteil der thüringischen Gemeinde Nessetal. Er kämpfte im Ersten Weltkrieg als Oberleutnant der Reserve in der 4. Kompanie des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Er war dorthin vom 2. bayerischen Infanterie-Regiment abgeordnet worden. Am 19.08.1914 geriet er bei Hohneck nahe der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter) schwer verwundet in französische Gefangenschaft, wo er am 30.08.1914 starb.

Über den Tag der schweren Verwundung von Wilhelm Thielemann berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Am 19.08. 6 Uhr morgens stellte sich Kolonne Hübner bereit:

Landwehr-Infanterie-Regiment 121 mit I. Bataillon auf Höhe nordwestlich Weier im Thal (Kapellenhöhe); III. Bataillon in Weier im Thal; III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 in der Mulde zwischen Weier im Thal und Walbach; 1 Batterie 9 cm auf der Kapellenhöhe mit Schussrichtung gegen Münster (diese Stellung bot nur Raum für eine Batterie); 1 Batterie 9 cm nordwestlich Walbach mit Schussrichtung gegen Sulzbach; 6./Fußartillerie-Regiment 13- s. F. H. – dicht östlich Weiler im Thal mit Schussrichtung gegen Münster; ½ II. Landwehr-Infanterie-Regiment 123 wurde der Kolonne Hübner zur Verfügung gestellt und über Türkheim herangezogen.

General Eichhorn traf etwa 8 Uhr vormittags in weier im Thal ein und bestimmte die Zeit zum Vorgehen auf Münster auf 4 Uhr nachmittags. Darauf begab sich der Brigade-Kommandeur im Kraftwagen nach Giragoutte, um das Zusammenwirken mit der Kolonne Kehl zu regeln.

Um 10.15 Uhr vormittags rückten 4 feindliche Kompanien entfaltet von Münster gegen Günsbach vor. Oberstleutnant Hübner machte der Kolonne Kehl hiervorn durch Kraftwagen Mitteilung und ersuchte um Mitwirkung. Der Feind wurde nordöstlich von Günsbach von unserm Artilleriefeuer gefasst, geriet in Unordnung und wurde am weiteren Vorgehen aufgehalten.

Um 10.30 Uhr vormittags kam der Befehl der Brigade, die im Münstertale gegenüberstehende 5. französische Division durch Angriff am Abrücken nach Norden zu hindern. Oberstleutnant Hübner gab hierauf den Befehl zum Angriff gegen Münster. Der Angriff sollte vom landwehr-Infanterie-Regiment 121 auf den Höhen des nördlichen Talrandes vorgetragen werden, III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 zur Verfügung des Oberstleutnant Hübner an den Talhängen über Günsbach folgen unter Beobachtung gegen Sulzbach.

Der Angriff ging zügig vorwärts. Die feindliche Infanterie zog sich über Günsbach nach der Höhe nordwestlich dieses Ortes zurück, nahm hier Stellung und ging beim Herankommen unserer vordersten Schützen weiter gegen Münster zurück. Günsbach und Höhe nordwestlich davon wurden von Landwehr-Infanterie-Regiment 121 genommen. Der linke Flügel des Regiments mit den Maschinengewehren drang bis zur Hagmühle östlich Münster vor und stand im Feuer auf 800 Meter mit dem Feinde am Ostrande von Münster.

Bald nach Mittag traf die Mitteilung der Brigade ein, zwei Alpenjäger-Bataillone befänden sich im Marsche von Rufach im Rheintal über Ofenbach gegen Sulzbach. Gleichzeitig wurde der Kolonne Hübner noch das zweite Halbbataillon II/Landwehr-Infanterie-Regiment 123 zur Verfügung nachgeschickt. Oberstleutnant Hübner beauftragte III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 wie bisher mit der Beobachtung gegen Sulzbach und ließ das zuerst eintreffende Halbbataillon II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 dem rechten Flügel des Landwehr-Infanterie-Regiments 121 nördlich Weier im Thal folgen.

Nun traf noch die Mitteilung von der Brigade ein, feindliche Truppen gingen auch von Rufach im Rheintal gegen Colmar vor, dazu der Befehl, die Kolonne Hübner sollte 1 Bataillon über Winzenheim (4 Kilometer südwestlich Colmar) in Marsch setzen, das mit dem letzten Verfügungs-Bataillon der Brigade (II./Landwehr-Infanterie-Regiment 121) diesem Feinde entgegentreten sollte. Ohne auf die Durchführung des ersten Auftrages, Angriff gegen Münster zu verzichten, hätte dieser Befehl nicht ausgeführt werden können. Oberstleutnant Hübner gab daher das Bataillon nicht ab. Die Kampflage, wie sie sich jetzt bei Weier im Thal gestaltete, ließ dies auch nicht zu.

Die offen aufgefahrene, mit rauchstarkem Pulver feuernde Batterie auf der Kapellenhöhe wurde von feindlicher Artillerie aus Stellung westlich Münster unter Feuer genommen. Gleichzeitig hörte man starkes Infanteriefeuer nördlich der Batterie. Ihre Bedeckungskompanie wurde von an Zahl weit überlegenen Alpenjägern angegriffen. Oberstleutnant Hübner setzte ½ II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 zum Gegenangriff ein. Dem rücksichtslosen Angriff dieser Kompanien im Verein mit Teilen vom I./121 gelang es, die Alpenjäger zurückzuwerfen. Unter den Toten des Feindes wurden die Nummern der Alpenjäger-Bataillone 30 und 33 festgestellt. Die 9 cm-Batterie auf der Kapellenhöhe hatte sich aber durch diesen in ihrer nächsten Nähe stattfindenden Infanteriekampf veranlasst gesehen, ihre Stellung zu räumen und zwar unter Zurücklassung von zwei geschützen, die später von Leutnant Meyer des Landwehr-Infanterie-Regiment 2 geborgen wurden. Die Zivilfuhrleute mit ihren Munitions-Leiterwagen waren gleich bei Beginn des Artilleriekampfes verschwunden.

Aus Richtung der Kolonne Kehl glaubte man um Mittag Artilleriefeuer gehört zu haben. Von ihrer Einwirkung auf den Kampf bei Weier im Thal und Münster war aber nichts zu bemerken.

Da für den Angriff auf Münster die Unterstützung von Feldartillerie fehlte, mit der Kolonne Kehl anscheinend nicht zu rechnen war und daher die rechte Flanke der Kolonne Hübner von den Berghöhen her ungeschützt schien, sie sich außerdem in der linken Flanke und imRücken von Sulzbach her bedroht fühlte, entschloss sich ihr Führer den Angriff gegen Münster als aussichtslos aufzugeben und unter dem Eindruck des erfolgreichen Gegenstoßes des ½ II./123 in die alter Stellung bei Ingersheim-Rürkheim zurückzugehen. Die Brigade billigte diesen Entschluss.

Unter dem Schutze des auf Höhe nordöstlich Weier im Thal in Stellung gebrachten III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 vollzog sich der Rückmarsch glatt und ohne dass der Feind nachgedrängt hätte. Gerade hatte die Nachhut-Kompanie Walbach (3 Kilometer östlich Sulzbach) 5 Uhr nachmittags verlassen, als die Meldung von der in das Sulzbach-Tal entstandte ReiterPatrouille eintraf, dass um diese Zeit eine Alpenjäger-Kolonne mit einer Abteilung Gebirgsartillerie von Ofenbach her mit Anfang bei Sulzbach eingetroffen sei. Die Kolonne Hübner hatte sich gerade noch rechtzeitig einer sehr gefährlichen Flankenbedrohung entzogen.

Bei Ankunft in Türkheim erhielt Oberstleutnant Hübner Mitteilung von der Kolonne Kehl, dass diese um Mittag westlich Giragoutte in überraschendes feindliches Artillerie- und Infanteriefeuer gekommen und von Alpenjägern gezwungen sei, über Zell auf Ingersheim zurückzugehen.

Die Kolonne Kehl war mit I./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 seit 18.08. morgens bei Giragoutte gestanden. Ihre anderen Truppen (½ II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 und 1 überplanmäßige 9 cm-Batterie) trafen im Laufe des 18., die Batterie erst am 19. vormittags ein.

Auf die Aufforderung des Oberstleutnant Hübner vom 19. vormittags, sogleich zur Unterstützung von dessen Kolonne auf Hohrodberg anzutreten, vollendete die Kolonne Kehl zunächst das begonnene Abkochen und wollte 12 Uhr mittags auf dem zwischen dem Kleinen und Großen Hohnack führenden Wege über Weirer Kreuz den Vormarsch ins Gebirge antreten: 3. Kompanie – Hauptmann Diem – mit Infanterie-Spitze voraus; das Gros folgte auf 300 Meter. Die Infanterie-Spitze hatte gerade das unmittelbar westlich des Großen Hahnack befindliche Weirer Kreuz erreicht, hatte also erst einen Marsch von 1 Kilometer zurückgelegt, als die Vortrupp-Kompanie von allen Seiten, insbesondere von den hochragenden Tannenbäumen, mit Infanterie- und Maschinengewehrfeuer überschüttet wurde. Die Kompanie entwickelte sofort. 1. Kompanie – Hauptmann Eibner – wurde in Marsch-Marsch zu ihrer Unterstützung eingesetzt, 2. Kompanie – Oberleutnant Fürst – erhielt Befehl, westlich (rechts) am Hang vorzugehen, 4. Kompanie – Hauptmann Hörhammer – sollte links den Berg ersteigen und den Feind umfassen. In dem bergigen, waldigen, unübersichtlichen Gelände war die landwehr, die seit der Mobilmachung noch keinen Augenblick Zeit zum Üben gefunden hatte, die Befehle ihrer Führer – ausnahmslos des Beurlaubtenstandes – nicht verstand, der Überraschung durch die berggewohnte Truppe der Alpenjäger nicht gewachsen. Die Marschkolonne war augenscheinlich in einen Hinterhalt geraten. Die Entwicklung hatte nicht nur durch Infanterie-, sondern auch durch Artilleriefeuer vom Breitenberg her sehr zu leiden. Es ist ein Zeichen des vortrefflichen Geistes, der den Wehrleuten, besonders aber auch ihren Führern, innewohnte und ihrer gediegenen Friedensausbildung, dass in dem von allen Seiten niederprasselnden Feuer, ohne dass ein Feind zu sehen und zu fassen war, ein geordneter Widerstand überhaupt zustande kam. Glänzende Leistungen von Tapferkeit traten in Erscheinung. Hervorzuheben ist das tapfere Verhalten des Wehrmanns Benz der 1. Kompanie, der selbständig, als er die Verbindung mit der 4. Kompanie herzustellen hatte, zur Erkundung des Feindes vorging. Er fand die durch das feindliche Feuer vernichtete und zersprengte 4. Kompanie nicht mehr, stellte aber fest, dass der linke Flügel der 3. Kompanie durch feindliche Umfassung stark bedroht war und meldete dies dem Hauptmann Diem, sodass dieser rechtzeitig Maßnahmen zur Deckung seiner gefährdeten Flanke anordnen konnte. Die 9 cm-Batterie wurde in dem Sattel zwischen Kleinem und Großen Hohnack eingesetzt, um die feindliche Artillerie zu bekämpfen. Deren Stellung war auf dem mit niederem Waldbestand bedeckten Breitberg gegen die Sonne nicht zu erkennen, während die deutsche Batterie, die offen und frei auffahren musste und durch den qualmenden Rauch ihres Feuers der feindlichen Artillerie ein selten günstiges Ziel bot, von dieser wirksam gefasst werden konnte. Ein Geschütz wurde sogleich kampfunfähig gemacht.

Major Kehl setzte ½ II. Bataillon mit 2 Maschinengewehren am Südrande des Waldes am Kleinen Hohnack ein. Da das eigene Artilleriefeuer gegen das feindliche nicht aufkommen konnte und immer mehr Teile des I. Bataillons aus dem Walde des Großen Hohnack zurückgingen, beschloss er abzubauen. Er wollte hierzu eine Aufnahmestellung am Kleinen Hohnack und nordöstlich davon beziehen. Selbsttätig kam ihm hierbei der Unteroffizier Lorenz Würfl der 4. Kompanie entgegen. Dieser hatte als Furier in einem Hause nordöstlich des Kleinen Hohnack die Mahlzeit vorbereiten lassen. Eine Granate schlug in das Haus ein und machte das Essen unbrauchbar. Da griff Unteroffizier Würfl in den Kampf ein. Er sammelte mit Hilfe des Kochs und einiger Wehrleute im heftigsten feindlichen Feuer die Versprengten hinter einer Steinmauer und stellte dem Bataillons-Kommandeur einen Zug von 82 Mann für die Aufnahme zur Verfügung. Unter dem Schutze dieser Aufnahmestaffel und des ½ II. Bataillons sammelte Major kehl das I. Bataillon bei Rochette (500 Meter lstlich des Kleinen Hohnack), zog die Batterie ebendorthin und trat, ohne vom Feind bedrängt zu werden, um 4 Uhr nachmittags über Zell den Rückmarsch zunächst bis Ammerschweier und auf Befehl der Brigade nach Ingersheim an.

Dem Vizefeldwebel Xaver Fas der 6. Kompanie ist es zu verdanken, dass der Patronenwagen der 5. Kompanie dem Feinde nicht in die Hände fiel. Der Wagen war in dem weichen Boden festgefahren und stand unbeweglich noch da, als die Truppe schon im Abzug begriffen war. Vizefeldwebel Fais holte iim feindlichen Feuer Leute herbei, machte ihn nach langen Bemühungen, immerfort vom Feinde beschossen, wieder fahrbar und vermochte ihn durch seine Tatkraft zu retten.

Um die Bergung der Verwundeten machten sich der Bataillons-Arzt, Oberarzt Dr. Glatz und der Assistenz-Arzt Dr. Ketterer des I. Bataillons sehr verdient. Sie walteten mutig ihres Amtes bei Rochette auch nach Abzug der Truppen und gingen erst mit Einbruch der Dunkelheit zurück. Oberarzt Dr. Glatz wurde für diese tapfere Tat mit dem bayerischen Militär-Sanitätsorden ausgezeichnet.

Die Verluste der Landwehr in den gefechten bei Weier im Thal unud am Großen Hohnack waren nicht gering. Besonders ½ II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 und die Bedeckungs-Kompanie des Landwehr-Infanterie-Regiments 121 hatten starke Verluste an Führern und Mannschaften. I./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 hatte 14 % Gefechts-verluste. Der tapfere Führer der 4. Kompanie, Hauptmann Hörhammer, war gefallen. Wir fanden das ihm vom Feinde bereitete Grab bei unserem späteren Vormarsche am Weirer Kreuz. Von der 2. Kompanie fiel Offizierstellvertreter Vizefeldwebel Fritz, Oberleutnant Thielemann der 4. Kompanie fiel schwer verwundet in die Hände der Franzosen und starb in der Kriegsgefangenschaft. Er wurde auf dem Friedhofe von Münster bestattet.

In ihrem ersten Gefechte hat die Landwehr in dem schwierigen Gebirgsgelände ihr Möglichstes geleistet, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Die württembergische Landwehr ist ihren in vorbildlicher Tapferkeit zum Sturm vorangehenden Führern in dem hin und herwogenden Nahkampf gegen die beste französische Truppe mutig gefolgt und hat diese geworfen. Auch die bayerische landwehr hat in der Hölle des Großen Hohnack ihren Halt nicht verloren. Die jämmerlich ausgestatteten überplanmäßigen Festungsbatterien mit ihren veralteten Geschützen bildeten im Gebirgskampfe nicht nur keine Unterstützung, sonder ein wesentliches Hindernis für die Truppe. In ihrer Kampfkraft, der Befehlsübermittlung, der Bewegungsfähigkeit war die Landwehr mehr dadurch außerordentlich behindert, dass ihr Maschinengewehre, Nachrichtengerät und besonders auch Feldküchen fehlten. Diese Mängel sollten sich benfalls in den späteren Kämpfen noch nachteilig fühlbar machen.

Trotz aller Opfer und Mühen aber war dieser Kampfestag nicht vergebens. Ihre Aufgabe, die im Münstertal stehenden feindlichen Truppen durch Angriff zu fesseln, haben beide Kolonnen erfüllt.

Es soll hier noch des tapferen, klugen, umsichtigen, tatkräftigen Kommandeurs des württembergischen Landwehr-Infanterie-Regiments 121, Oberstleutnant Bechtinger, gedacht werden, der sich in der Führung seines Regiments am 19.08. hervorragend bewährt und am 04.09., als er mit seinem Regiment dem Großen Hörnleskopf kämpfenden bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiment 2 durch Angriff auf den Mönchberg bei Münster die linke Flanke decken wollte, den Heldentod gefunden hat. Die bayerische Landwehr des 2. Regiments wird diesem Helden ein dankbares, treues Gedenken bewahren.“

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Man begrub Wilhelm Thielemann auf dem Soldatenfriedhof Munster in Block 4, Grab 35.

Das Grab von Wilhelm Thielemann und eines unbekannten deutschen Soldaten auf dem Soldatenfriedhof Münster

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 578: Adam Kaspar Schliermann

Der Soldat Adam Kaspar Schliermann wurde am 23.12.1890 in der bayerischen Stadt Nürnberg geboren und war von Beruf Baupraktikant. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier der Reserve in der 16. bayerischen Reserve-Pionier-Kompanie. Am 14.02.1917 starb er während der Kämpfe in den Vogesen nahe der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter) im Alter von 26 Jahren. Er wurde am am Klängle im Fechttal durch einen Unglücksfall getötet.

Man begrub Adam Kaspar Schliermann auf dem Soldatenfriedhof Munster in Block 1, Grab 139.

In seiner Heimatstadt Nürnberg gedenkt man Adam Kaspar Schliermann noch heute in der Kirche St. Anton auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2022/gostenhof-st-anton_stadt-nuernberg_wk1_wk2_bay.html

Das Grab von Franz Xaver Graf und Adam Kaspar Schliermann auf dem Soldatenfriedhof Münster

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 577: Franz Xaver Graf

Der Soldat Franz Xaver Graf kämpfte im Ersten Weltkrieg als Landsturmmann. Am 12.02.1917 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen nahe der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter).

Man begrub Franz Xaver Graf auf dem Soldatenfriedhof Munster in Block 1, Grab 138.

Das Grab von Franz Xaver Graf auf dem Soldatenfriedhof Münster