Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 654: Paul Richard Jacob

Der Soldat Paul Richard Jacob stammte aus dem hessischen Ort Steinfurth, einem Stadtteil von Bad Nauheim. Nach meinen Recherchen könnte er als Vizefeldwebel in der 2. Kompanie des 118. Infanterie-Regiments gekämpft haben. Mitte 1915 wurde er im Kampf schwer verwundet und starb im Feldlazarett 11.

Die Lage des Grabes von Heinrich Thönges ist unbekannt. Wahrscheinlich existiert es nicht mehr.

In seinem Heimatort Steinfurth gedenkt man Heinrich Thönges noch heute auf einer Gedenktafel des Turn-Verein Steinfurth.

Gedenkstein für Eberhard Brod, Paul Richard Jacob, Konrad Thönges, Heinrich Arnoldi, Heinrich Thönges und Ludwig Falk auf dem Friedhof von Steinfurth (Bad Nauheim)

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 648: Ludwig Falk

Der Soldat Ludwig Falk stammte aus Steinfurth, einem Stadtteil der hessischen Stadt Bad Nauheim. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 9. Kompanie des 116. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 25.10.1914 verstarb er im 67. Reserve-Lazarett, nachdem er zuvor am 20.10.1914 bei Le Quesne an der Somme schwer verwundet worden war.

Die Lage des Grabes von Ludwig Falk ist unbekannt.

Gedenkstein des Turn-Verein Steinfurth  für Eberhard Brod und Ludwig Falk auf dem Friedhof von Steinfurth (Bad Nauheim)

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 646: Wilhelm Thönges

Der Soldat Wilhelm Thönges wurde am 11.08.1888 in der hessischen Ortschaft Steinfurth geboren, einem Ortsteil der Stadt Bad Nauheim. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 12. KOmpanie des 80. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 03.10.1917 verstarb er im Alter von 29 Jahren, nachdem er zuvor im Kampf schwer verwundet worden war.

Man begrub Wilhelm Thönges auf dem Gemeindefriedhof von Steinfurth in einem Einzelgrab.

Das Grab von Wilhelm Thönges auf dem Friedhof Steinfurth in Hessen

Sonderbeitrag: Josef Sessner

Der Soldat Josef Sessner stammte aus Burgfarrnbach, einem Stadtteil der bayerischen Stadt Fürth. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier der Reserve in der 2. Kompanie des 9. bayerischen Brigade-Ersatz-Bataillons. Am 19.02.1915 verstarb er, nachdem er zuvor während der Kämpfe in den Vogesen schwer verwundet worden war.

Man begrub Josef Sessner auf dem Soldatenfriedhof Ste.-Marie-aux-Mines in Block 1, Grab 97.

In seinem Heimatort Burgfarrnbach gedenkt man Josef Sessner noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/burgfarrnbach_stadt-fuerth_wk1_wk2_bay.html

Das Grab von Peter Kaspari und Josef Sessner auf dem Soldatenfriedhof Markirch

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 579: Wilhelm Thielemann

Der Soldat Wilhelm Thielemann stammte aus Brüheim, einem Ortsteil der thüringischen Gemeinde Nessetal. Er kämpfte im Ersten Weltkrieg als Oberleutnant der Reserve in der 4. Kompanie des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Er war dorthin vom 2. bayerischen Infanterie-Regiment abgeordnet worden. Am 19.08.1914 geriet er bei Hohneck nahe der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter) schwer verwundet in französische Gefangenschaft, wo er am 30.08.1914 starb.

Über den Tag der schweren Verwundung von Wilhelm Thielemann berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Am 19.08. 6 Uhr morgens stellte sich Kolonne Hübner bereit:

Landwehr-Infanterie-Regiment 121 mit I. Bataillon auf Höhe nordwestlich Weier im Thal (Kapellenhöhe); III. Bataillon in Weier im Thal; III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 in der Mulde zwischen Weier im Thal und Walbach; 1 Batterie 9 cm auf der Kapellenhöhe mit Schussrichtung gegen Münster (diese Stellung bot nur Raum für eine Batterie); 1 Batterie 9 cm nordwestlich Walbach mit Schussrichtung gegen Sulzbach; 6./Fußartillerie-Regiment 13- s. F. H. – dicht östlich Weiler im Thal mit Schussrichtung gegen Münster; ½ II. Landwehr-Infanterie-Regiment 123 wurde der Kolonne Hübner zur Verfügung gestellt und über Türkheim herangezogen.

General Eichhorn traf etwa 8 Uhr vormittags in weier im Thal ein und bestimmte die Zeit zum Vorgehen auf Münster auf 4 Uhr nachmittags. Darauf begab sich der Brigade-Kommandeur im Kraftwagen nach Giragoutte, um das Zusammenwirken mit der Kolonne Kehl zu regeln.

Um 10.15 Uhr vormittags rückten 4 feindliche Kompanien entfaltet von Münster gegen Günsbach vor. Oberstleutnant Hübner machte der Kolonne Kehl hiervorn durch Kraftwagen Mitteilung und ersuchte um Mitwirkung. Der Feind wurde nordöstlich von Günsbach von unserm Artilleriefeuer gefasst, geriet in Unordnung und wurde am weiteren Vorgehen aufgehalten.

Um 10.30 Uhr vormittags kam der Befehl der Brigade, die im Münstertale gegenüberstehende 5. französische Division durch Angriff am Abrücken nach Norden zu hindern. Oberstleutnant Hübner gab hierauf den Befehl zum Angriff gegen Münster. Der Angriff sollte vom landwehr-Infanterie-Regiment 121 auf den Höhen des nördlichen Talrandes vorgetragen werden, III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 zur Verfügung des Oberstleutnant Hübner an den Talhängen über Günsbach folgen unter Beobachtung gegen Sulzbach.

Der Angriff ging zügig vorwärts. Die feindliche Infanterie zog sich über Günsbach nach der Höhe nordwestlich dieses Ortes zurück, nahm hier Stellung und ging beim Herankommen unserer vordersten Schützen weiter gegen Münster zurück. Günsbach und Höhe nordwestlich davon wurden von Landwehr-Infanterie-Regiment 121 genommen. Der linke Flügel des Regiments mit den Maschinengewehren drang bis zur Hagmühle östlich Münster vor und stand im Feuer auf 800 Meter mit dem Feinde am Ostrande von Münster.

Bald nach Mittag traf die Mitteilung der Brigade ein, zwei Alpenjäger-Bataillone befänden sich im Marsche von Rufach im Rheintal über Ofenbach gegen Sulzbach. Gleichzeitig wurde der Kolonne Hübner noch das zweite Halbbataillon II/Landwehr-Infanterie-Regiment 123 zur Verfügung nachgeschickt. Oberstleutnant Hübner beauftragte III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 wie bisher mit der Beobachtung gegen Sulzbach und ließ das zuerst eintreffende Halbbataillon II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 dem rechten Flügel des Landwehr-Infanterie-Regiments 121 nördlich Weier im Thal folgen.

Nun traf noch die Mitteilung von der Brigade ein, feindliche Truppen gingen auch von Rufach im Rheintal gegen Colmar vor, dazu der Befehl, die Kolonne Hübner sollte 1 Bataillon über Winzenheim (4 Kilometer südwestlich Colmar) in Marsch setzen, das mit dem letzten Verfügungs-Bataillon der Brigade (II./Landwehr-Infanterie-Regiment 121) diesem Feinde entgegentreten sollte. Ohne auf die Durchführung des ersten Auftrages, Angriff gegen Münster zu verzichten, hätte dieser Befehl nicht ausgeführt werden können. Oberstleutnant Hübner gab daher das Bataillon nicht ab. Die Kampflage, wie sie sich jetzt bei Weier im Thal gestaltete, ließ dies auch nicht zu.

Die offen aufgefahrene, mit rauchstarkem Pulver feuernde Batterie auf der Kapellenhöhe wurde von feindlicher Artillerie aus Stellung westlich Münster unter Feuer genommen. Gleichzeitig hörte man starkes Infanteriefeuer nördlich der Batterie. Ihre Bedeckungskompanie wurde von an Zahl weit überlegenen Alpenjägern angegriffen. Oberstleutnant Hübner setzte ½ II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 zum Gegenangriff ein. Dem rücksichtslosen Angriff dieser Kompanien im Verein mit Teilen vom I./121 gelang es, die Alpenjäger zurückzuwerfen. Unter den Toten des Feindes wurden die Nummern der Alpenjäger-Bataillone 30 und 33 festgestellt. Die 9 cm-Batterie auf der Kapellenhöhe hatte sich aber durch diesen in ihrer nächsten Nähe stattfindenden Infanteriekampf veranlasst gesehen, ihre Stellung zu räumen und zwar unter Zurücklassung von zwei geschützen, die später von Leutnant Meyer des Landwehr-Infanterie-Regiment 2 geborgen wurden. Die Zivilfuhrleute mit ihren Munitions-Leiterwagen waren gleich bei Beginn des Artilleriekampfes verschwunden.

Aus Richtung der Kolonne Kehl glaubte man um Mittag Artilleriefeuer gehört zu haben. Von ihrer Einwirkung auf den Kampf bei Weier im Thal und Münster war aber nichts zu bemerken.

Da für den Angriff auf Münster die Unterstützung von Feldartillerie fehlte, mit der Kolonne Kehl anscheinend nicht zu rechnen war und daher die rechte Flanke der Kolonne Hübner von den Berghöhen her ungeschützt schien, sie sich außerdem in der linken Flanke und imRücken von Sulzbach her bedroht fühlte, entschloss sich ihr Führer den Angriff gegen Münster als aussichtslos aufzugeben und unter dem Eindruck des erfolgreichen Gegenstoßes des ½ II./123 in die alter Stellung bei Ingersheim-Rürkheim zurückzugehen. Die Brigade billigte diesen Entschluss.

Unter dem Schutze des auf Höhe nordöstlich Weier im Thal in Stellung gebrachten III./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 vollzog sich der Rückmarsch glatt und ohne dass der Feind nachgedrängt hätte. Gerade hatte die Nachhut-Kompanie Walbach (3 Kilometer östlich Sulzbach) 5 Uhr nachmittags verlassen, als die Meldung von der in das Sulzbach-Tal entstandte ReiterPatrouille eintraf, dass um diese Zeit eine Alpenjäger-Kolonne mit einer Abteilung Gebirgsartillerie von Ofenbach her mit Anfang bei Sulzbach eingetroffen sei. Die Kolonne Hübner hatte sich gerade noch rechtzeitig einer sehr gefährlichen Flankenbedrohung entzogen.

Bei Ankunft in Türkheim erhielt Oberstleutnant Hübner Mitteilung von der Kolonne Kehl, dass diese um Mittag westlich Giragoutte in überraschendes feindliches Artillerie- und Infanteriefeuer gekommen und von Alpenjägern gezwungen sei, über Zell auf Ingersheim zurückzugehen.

Die Kolonne Kehl war mit I./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 seit 18.08. morgens bei Giragoutte gestanden. Ihre anderen Truppen (½ II./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 und 1 überplanmäßige 9 cm-Batterie) trafen im Laufe des 18., die Batterie erst am 19. vormittags ein.

Auf die Aufforderung des Oberstleutnant Hübner vom 19. vormittags, sogleich zur Unterstützung von dessen Kolonne auf Hohrodberg anzutreten, vollendete die Kolonne Kehl zunächst das begonnene Abkochen und wollte 12 Uhr mittags auf dem zwischen dem Kleinen und Großen Hohnack führenden Wege über Weirer Kreuz den Vormarsch ins Gebirge antreten: 3. Kompanie – Hauptmann Diem – mit Infanterie-Spitze voraus; das Gros folgte auf 300 Meter. Die Infanterie-Spitze hatte gerade das unmittelbar westlich des Großen Hahnack befindliche Weirer Kreuz erreicht, hatte also erst einen Marsch von 1 Kilometer zurückgelegt, als die Vortrupp-Kompanie von allen Seiten, insbesondere von den hochragenden Tannenbäumen, mit Infanterie- und Maschinengewehrfeuer überschüttet wurde. Die Kompanie entwickelte sofort. 1. Kompanie – Hauptmann Eibner – wurde in Marsch-Marsch zu ihrer Unterstützung eingesetzt, 2. Kompanie – Oberleutnant Fürst – erhielt Befehl, westlich (rechts) am Hang vorzugehen, 4. Kompanie – Hauptmann Hörhammer – sollte links den Berg ersteigen und den Feind umfassen. In dem bergigen, waldigen, unübersichtlichen Gelände war die landwehr, die seit der Mobilmachung noch keinen Augenblick Zeit zum Üben gefunden hatte, die Befehle ihrer Führer – ausnahmslos des Beurlaubtenstandes – nicht verstand, der Überraschung durch die berggewohnte Truppe der Alpenjäger nicht gewachsen. Die Marschkolonne war augenscheinlich in einen Hinterhalt geraten. Die Entwicklung hatte nicht nur durch Infanterie-, sondern auch durch Artilleriefeuer vom Breitenberg her sehr zu leiden. Es ist ein Zeichen des vortrefflichen Geistes, der den Wehrleuten, besonders aber auch ihren Führern, innewohnte und ihrer gediegenen Friedensausbildung, dass in dem von allen Seiten niederprasselnden Feuer, ohne dass ein Feind zu sehen und zu fassen war, ein geordneter Widerstand überhaupt zustande kam. Glänzende Leistungen von Tapferkeit traten in Erscheinung. Hervorzuheben ist das tapfere Verhalten des Wehrmanns Benz der 1. Kompanie, der selbständig, als er die Verbindung mit der 4. Kompanie herzustellen hatte, zur Erkundung des Feindes vorging. Er fand die durch das feindliche Feuer vernichtete und zersprengte 4. Kompanie nicht mehr, stellte aber fest, dass der linke Flügel der 3. Kompanie durch feindliche Umfassung stark bedroht war und meldete dies dem Hauptmann Diem, sodass dieser rechtzeitig Maßnahmen zur Deckung seiner gefährdeten Flanke anordnen konnte. Die 9 cm-Batterie wurde in dem Sattel zwischen Kleinem und Großen Hohnack eingesetzt, um die feindliche Artillerie zu bekämpfen. Deren Stellung war auf dem mit niederem Waldbestand bedeckten Breitberg gegen die Sonne nicht zu erkennen, während die deutsche Batterie, die offen und frei auffahren musste und durch den qualmenden Rauch ihres Feuers der feindlichen Artillerie ein selten günstiges Ziel bot, von dieser wirksam gefasst werden konnte. Ein Geschütz wurde sogleich kampfunfähig gemacht.

Major Kehl setzte ½ II. Bataillon mit 2 Maschinengewehren am Südrande des Waldes am Kleinen Hohnack ein. Da das eigene Artilleriefeuer gegen das feindliche nicht aufkommen konnte und immer mehr Teile des I. Bataillons aus dem Walde des Großen Hohnack zurückgingen, beschloss er abzubauen. Er wollte hierzu eine Aufnahmestellung am Kleinen Hohnack und nordöstlich davon beziehen. Selbsttätig kam ihm hierbei der Unteroffizier Lorenz Würfl der 4. Kompanie entgegen. Dieser hatte als Furier in einem Hause nordöstlich des Kleinen Hohnack die Mahlzeit vorbereiten lassen. Eine Granate schlug in das Haus ein und machte das Essen unbrauchbar. Da griff Unteroffizier Würfl in den Kampf ein. Er sammelte mit Hilfe des Kochs und einiger Wehrleute im heftigsten feindlichen Feuer die Versprengten hinter einer Steinmauer und stellte dem Bataillons-Kommandeur einen Zug von 82 Mann für die Aufnahme zur Verfügung. Unter dem Schutze dieser Aufnahmestaffel und des ½ II. Bataillons sammelte Major kehl das I. Bataillon bei Rochette (500 Meter lstlich des Kleinen Hohnack), zog die Batterie ebendorthin und trat, ohne vom Feind bedrängt zu werden, um 4 Uhr nachmittags über Zell den Rückmarsch zunächst bis Ammerschweier und auf Befehl der Brigade nach Ingersheim an.

Dem Vizefeldwebel Xaver Fas der 6. Kompanie ist es zu verdanken, dass der Patronenwagen der 5. Kompanie dem Feinde nicht in die Hände fiel. Der Wagen war in dem weichen Boden festgefahren und stand unbeweglich noch da, als die Truppe schon im Abzug begriffen war. Vizefeldwebel Fais holte iim feindlichen Feuer Leute herbei, machte ihn nach langen Bemühungen, immerfort vom Feinde beschossen, wieder fahrbar und vermochte ihn durch seine Tatkraft zu retten.

Um die Bergung der Verwundeten machten sich der Bataillons-Arzt, Oberarzt Dr. Glatz und der Assistenz-Arzt Dr. Ketterer des I. Bataillons sehr verdient. Sie walteten mutig ihres Amtes bei Rochette auch nach Abzug der Truppen und gingen erst mit Einbruch der Dunkelheit zurück. Oberarzt Dr. Glatz wurde für diese tapfere Tat mit dem bayerischen Militär-Sanitätsorden ausgezeichnet.

Die Verluste der Landwehr in den gefechten bei Weier im Thal unud am Großen Hohnack waren nicht gering. Besonders ½ II./Landwehr-Infanterie-Regiment 123 und die Bedeckungs-Kompanie des Landwehr-Infanterie-Regiments 121 hatten starke Verluste an Führern und Mannschaften. I./Landwehr-Infanterie-Regiment 2 hatte 14 % Gefechts-verluste. Der tapfere Führer der 4. Kompanie, Hauptmann Hörhammer, war gefallen. Wir fanden das ihm vom Feinde bereitete Grab bei unserem späteren Vormarsche am Weirer Kreuz. Von der 2. Kompanie fiel Offizierstellvertreter Vizefeldwebel Fritz, Oberleutnant Thielemann der 4. Kompanie fiel schwer verwundet in die Hände der Franzosen und starb in der Kriegsgefangenschaft. Er wurde auf dem Friedhofe von Münster bestattet.

In ihrem ersten Gefechte hat die Landwehr in dem schwierigen Gebirgsgelände ihr Möglichstes geleistet, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Die württembergische Landwehr ist ihren in vorbildlicher Tapferkeit zum Sturm vorangehenden Führern in dem hin und herwogenden Nahkampf gegen die beste französische Truppe mutig gefolgt und hat diese geworfen. Auch die bayerische landwehr hat in der Hölle des Großen Hohnack ihren Halt nicht verloren. Die jämmerlich ausgestatteten überplanmäßigen Festungsbatterien mit ihren veralteten Geschützen bildeten im Gebirgskampfe nicht nur keine Unterstützung, sonder ein wesentliches Hindernis für die Truppe. In ihrer Kampfkraft, der Befehlsübermittlung, der Bewegungsfähigkeit war die Landwehr mehr dadurch außerordentlich behindert, dass ihr Maschinengewehre, Nachrichtengerät und besonders auch Feldküchen fehlten. Diese Mängel sollten sich benfalls in den späteren Kämpfen noch nachteilig fühlbar machen.

Trotz aller Opfer und Mühen aber war dieser Kampfestag nicht vergebens. Ihre Aufgabe, die im Münstertal stehenden feindlichen Truppen durch Angriff zu fesseln, haben beide Kolonnen erfüllt.

Es soll hier noch des tapferen, klugen, umsichtigen, tatkräftigen Kommandeurs des württembergischen Landwehr-Infanterie-Regiments 121, Oberstleutnant Bechtinger, gedacht werden, der sich in der Führung seines Regiments am 19.08. hervorragend bewährt und am 04.09., als er mit seinem Regiment dem Großen Hörnleskopf kämpfenden bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiment 2 durch Angriff auf den Mönchberg bei Münster die linke Flanke decken wollte, den Heldentod gefunden hat. Die bayerische Landwehr des 2. Regiments wird diesem Helden ein dankbares, treues Gedenken bewahren.“

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Man begrub Wilhelm Thielemann auf dem Soldatenfriedhof Munster in Block 4, Grab 35.

Das Grab von Wilhelm Thielemann und eines unbekannten deutschen Soldaten auf dem Soldatenfriedhof Münster

Soldatenschicksale des 1. Weltkrieges Teil 562: Friedrich Keutterling

Der Soldat Friedrich Keutterling wurde am 04.09.1880 in Hörschel geboren, einem Stadtteil von Eisenach im heutigen Bundesland Thüringen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Wehrmann. Am 06.06.1917 starb er in einem Lazarett in der Stadt Münster (französisch: Munster, elsässisch: Menschter), nachdem er zuvor schwer verwundet worden war.

Man begrub Friedrich Keuttering auf dem Soldatenfriedhof Munster in Block 1, Grab 89.

Ein seinem Heimatort Hörschel gedenkt man Friedrich Keuttering noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/eisenach-hoerschel_wk1u2_thuer.htm

Das Grab von Friedrich Keutterling und Thomas Neuhofer auf dem Soldatenfriedhof Münster

Sonderbeitrag: Franz Nowack

Der Soldat Franz Nowack stammte aus Rosenberg (polnisch: Rasin) bei Posen (polnisch: Poznań), Kotzoben. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 5. Kompanie des 6. Grenadier-Regiments. Am 05.04.1915 wurde er bei Combres, südlich von Verdun, schwer verwundet. Fünf Tage später, am 10.04.1915, starb er in einem Reserve-Lazarett in Saarbrücken an seiner Verwundung.

Man begrub Franz Nowack auf dem Saarbrücker Ehrenfriedhof.

Das Grab von Franz Nowack auf dem Ehrenfriedhof von Saarbrücken

Sonderbeitrag: Paul Garschke

Der Soldat Paul Garschke stammte aus Pelzin im ehemaligen westpreußischen Kreis Marienwerder (seit 1945 polnisch: Kwidzyn). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Grenadier in der 7. Kompanie des 6. Grenadier-Regiments. Die Angabe auf dem Grabkreuz, er habe im 7. Grenadier-Regiment gekämpft, ist falsch. Am 05.04.1915 wurde er bei Combres schwer verwundet. Am 20.04.1915 starb er im Reserve-Lazarett 4 Brebach an seinen Wunden.

Man begrub Paul Garschke auf dem Saarbrücker Ehrenfriedhof.

Das Grab von Paul Garschke auf dem Ehrenfriedhof von Saarbrücken

Sonderbeitrag: Helmut Karow

Der Soldat Helmut Karow stammte aus Buchwerder, Czarnikau. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Musketier in der 2. Kompanie des 47. Infanterie-Regiments. Am 10.05.1915 verstarb er im Reserve-Lazarett 4 in Saarbrücken, nachdem er zuvor im Kampf nahe Verdun bei Les Éparges
schwer verwundet worden war.

Man begrub Helmut Karow auf dem Saarbrücker Ehrenfriedhof.

In der Sankt-Johannes Evangelist-Kirche in Berlin Mitte gedenkt man Helmuth Karow noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/b-mitte_st_johannes_evang_wk1.htm

Das Grab von Helmut Karow auf dem Ehrenfriedhof Saarbrücken

Sonderbeitrag: Heinrich Sothmann

Der Soldat Heinrich Sothmann stammte aus Freistädt im heutigen Bundesland Schleswig-Holstein. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Musketier in der 3. Kompanie des 6. Brigade-Ersatz-Bataillons. Am 28.04.1915 starb er nach schwerer Verwundung in einem Saarbrücker Lazarett.

Man begrub Heinrich Sothmann auf dem Saarbrücker Ehrenfriedhof.

Das Grab von Heinrich Sothmann auf dem Ehrenfriedhof von Saarbrücken